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Den nächsten Gipfel im Blick – Bergsteigende Studenten in China
  2011-04-22 10:15:14  cri
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An der Chinesischen Universität für Geologie wurde vor kurzem das erste studentische Alpinistenteam ins Leben gerufen, das sich an der Besteigung des Qomolangmas- oder Mount Everests versuchen will. Die meisten Mitglieder des Teams wurden während der 80er und 90er Jahre geboren. Sie alle vereint der gemeinsame Traum, durch hartes Training und einen eisernen Willen den höchsten Gipfel der Welt zu besteigen.

Wir haben uns mit diesen jungen Menschen und ihrem Plan auseinandergesetzt und möchten Ihnen im folgenden Beitrag darüber berichten.

Zhang Yu wurde in den 80er Jahren geboren. Schon in seinem ersten Jahr an der Universität trat er dem Bergsteigerverein bei. Inzwischen studiert er als Masterstudent Outdoor Sport und ist längst Stammmitglied seines Vereins. Gleichzeitig ist er auch der Leiter des neu gegründeten studentischen Alpinistenteams, das sich der Ersteigung des Qomolangmas verschrieben hat.

Er teilt uns mit, dass das Team jährlich ein bis zwei Gipfel erklettert, wobei der Qowowuyag mit 8.201 Metern der bisher höchste war.

„Die Landschaft da oben ist einfach ergreifend. Die wenigsten Leute bekommen in ihrem Leben so etwas zu sehen. Aber wir waren dort, auf dem höchsten Punkt. Alle anderen Gipfel lagen unter uns, und dann kam der Sonnenaufgang. Es war schlichtweg ergreifend, ich kann es nicht anders beschreiben, wirklich wunderschön."

Um Berggipfel dieser Höhe erklimmen zu können, benötigt es ein hartes Training, einen eisernen Willen und eine gute Technik. Die 30 Anwärter des studentischen Alpinistenteams wurden aus über 200 Kandidaten ausgewählt. Die meisten unter ihnen wurden während der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geboren. Sie alle mussten ein anspruchsvolles Training durchlaufen, und gerade zu Beginn erschien es einigen unter ihnen als unschaffbar. Wie Zhang Yu uns mitteilt, trainierte das Team täglich drei Stunden. Unter den Übungen befanden sich Laufen, Klimmzüge sowie Trainingseinheiten, welche die Ausdauer und Dehnbarkeit der Studenten gewährleisten sollten. Schließlich gelang es 20 der 30 Anwärter, die Aufnahmetests zu bestehen und als vollwertige Mitglieder aufgenommen zu werden.

Das harte Training stellt sicher, dass die Alpinisten über die nötige Fitness und Techniken verfügen. Doch die tatsächlichen Herausforderungen beginnen erst am Berg selbst. Hier, unter realen Bedingungen, sehen sich die Studenten mit Problemen konfrontiert, die ihnen so zuvor nicht bewusst waren. Im Januar dieses Jahres bestieg das Team das Haba-Gebirge mit einer Höhe von 5.396 Metern über dem Meeresspiegel. Auch Zhang Yao war bei dieser Tour dabei. Rückblickend erinnert er sich, dass sich die Wetterbedingungen dramatisch verschlechterten. Doch glücklicherweise sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen.

„Als wir den höchsten Gipfel des Haba-Gebirges besteigen wollten, war das Wetter sehr schlimm. Wir waren heftigen Stürmen ausgesetzt, der ganze Berg war von Nebel eingehüllt. Wir konnten da oben kaum etwas sehen. In einer solchen Situation fühlt man sich sehr einsam und hilflos, man bekommt Angst. Aber man muss die Zähne zusammenbeißen und weitermachen, dann schafft man es bis zum Gipfel."

Unter den Teammitgliedern ist der 21-jährige Deqing Ouzhu der einzige, der den Qomolangma bereits dreimal bestiegen hat. Darüber hinaus war er nach seiner ersten erfolgreichen Tour 2006 im Alter von 18 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Gipfel des Mount Everest erreichte. Über seine Teamkollegen weiß er Folgendes zu berichten:

„Ich finde, meine Teamkollegen sind alle sehr begabt. Sie trainieren sehr hart. Wir sind zwar noch recht jung, doch als Studenten unserer Zeit haben wir den Willen, derartige Schwierigkeiten zu bewältigen. Und schließlich verfügen wir auch über die entsprechenden Fähigkeiten."

Im Oktober 2009 bestieg Deqing Ouzhu gemeinsam mit einem Kommilitonen einen der gefährlichsten Gipfel der Welt, den 6.805 Meter hohen Bairiga. Dabei waren die beiden Studenten zugleich die ersten Menschen, die jemals ihren Fuß auf diesen Gipfel setzten.

Eine Tour zu den höheren Gipfeln nimmt meist mehr als eine Woche in Anspruch. Dabei machen die Anstrengungen den weiblichen Alpinisten etwas mehr zu schaffen als ihren männlichen Kollegen. Die 21-jährige Ma Lijuan wirkt auf den ersten Blick dünn und zerbrechlich aus. Doch dessen ungeachtet hat sie bereits zwei Gipfel über 5.000 Meter bestiegen.

Sie fasst ihre Erfahrungen beim Bergsteigen zusammen:

„Auf einer Tour zum Xuebaoding-Gipfel hat es besonders heftig geregnet und obendrein auch noch gehagelt, das war wirklich schmerzhaft. Außerdem haben wir natürlich sehr viel geschwitzt. Es war echt unangenehm. Und mein Kopf hat furchtbar gejuckt. Nachdem wir wieder am Fuß des Berges angelangt waren, habe ich sofort nach dem Essen geduscht. Ich habe noch nie zuvor so ein ausgeprägtes Verlangen nach einer Dusche gehabt."

Xu Shuangmin, Professorin an der Zhongnan Universität für Wirtschaft und Recht, würdigt die Leistungen der jungen Bergsteiger. Ihrer Ansicht nach hätten diese Studenten bewiesen, dass sie sich mutig einer Herausforderung stellen könnten.

„Diese Generationen der 80er und 90er Jahre sind in einer relativ guten Umgebung aufgewachsen. Sie mussten nur wenige Schwierigkeiten und Rückschläge erleben. Daher ist es von umso größerer Bedeutung, dass sie sich in Eigeninitiative einer Herausforderung stellen. Auf diese Art und Weise haben sie ein Beispiel für einen neuen Zeitgeist gesetzt."

Übersetzt von Xi Jing

Gesprochen von Xu Wei

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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