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21 Jahre Pudong
  2011-04-18 09:41:15  cri
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Am 18. April 1990 wurde offiziell mit der Erschließung der Entwicklungszone Pudong im Osten Shanghais begonnen. Das erklärte Ziel dieser Maßnahme war es, die Umsetzung der Reform- und Öffnungspolitik voranzutreiben. Wo heute eindrucksvolle Wolkenkratzer weit in den Himmel hinaufragen, war vor 21 Jahren nichts als brachliegendes Ackerland. Inzwischen hat sich das moderne Pudong zu einem der Wirtschaftsmotoren Chinas entwickelt und gilt als Inbegriff für den Erfolg der Reform und Öffnung. Anlässlich des 21-jährigen Jubiläums wollen wir uns im folgenden Beitrag etwas genauer mit dieser aufstrebenden Region beschäftigen.

„Wenn ich an das alte Shanghai denke, fallen mir sofort die folgenden Dinge ein: Nachttopf, Kohlebriketts und eine Station zum Wasserholen. Damals waren die Wege in meinem Wohnviertel ziemlich eng. Man konnte nicht einmal beide Arme ausstrecken, weil der Raum zwischen den Häusern zu schmal dafür war."

Shen Ruqun hat für Jahrzehnte in Shanghai gelebt. Für uns erinnert er sich an die Zeit vor 21 Jahren. Abgesehen von einigen Gemüse- und Reisfeldern gab es damals südöstlich des Huangpu-Flusses nichts, was auf die heutige Entwicklung hingewiesen hätte. Besonders eindrucksvoll illustriert eine populäre Redewendung die damalige Sicht der Bevölkerung: „Lieber ein Bett in Puxi als ein Haus in Pudong", so sagten sich die Menschen damals. Aus dieser Redensart wird deutlich, dass viele Menschen die Enge Shanghais einem Leben auf dem Land vorzogen.

Doch inzwischen haben sich die Verhältnisse grundlegend gewandelt. Das moderne Pudong erfreut sich bei vielen Menschen größter Beliebtheit.

Zu ihnen gehört auch Wang Ying. Sie erklärt uns:

„Ich denke, dass die Menschen in Pudong glücklich sind. Man kann hier ein sehr zufriedenes Leben führen."

Deng Tao teilt diese Ansicht. Er hat früher in der Altstadt westlich des Flusses gelebt und ist erst vor kurzem nach Pudong gezogen. Noch vor 20 Jahren wäre dies unvorstellbar gewesen.

Doch heute sei alles anders, wie uns Herr Deng erklärt:

„Meiner Meinung nach kann man hier ein glückliches Leben führen. In der Folge all der Entwicklungsprogramme kann Pudong einer glänzenden Zukunft entgegensehen."

Doch wie ist es möglich, dass sich das Image Pudongs in den Augen der Shanghaier Bevölkerung so tiefgreifend verändert hat? Diese Frage kann uns Li Zhilin beantworten. Er ist Direktor der Verwaltung für die Huamu-Straße in Pudong.

„Bisher leben hier insgesamt 210.000 Menschen. Nach jüngsten Schätzungen wird diese Zahl in den nächsten fünf Jahren auf 290.000 Einwohner ansteigen. Was die Menschen anzieht? Die Antwort liegt auf der Hand: Einerseits ist die Umgebung hier sehr gut, und andererseits haben wir eine ausgezeichnete Verwaltung."

Doch was genau ist in den vergangenen 20 Jahren in Pudong geschehen?

(Pudong, 1990)


(Pudong, 2006)

Wenden wir uns zuerst den grundlegenden Informationen zu. Bei Pudong handelt sich um einen noch sehr jungen Stadtbezirk. Erst 1990 begann man mit dem Aufbau des bis dahin sehr dünn besiedelten Areals. Doch die Erschließung nahm schnell an Fahrt auf und erfolgte in einem eindrucksvollen Tempo. Die heutige Entwicklungszone Pudong erstreckt sich mit einer Fläche von 1.210 Quadratkilometern über den gesamten Osten Shanghais. Inzwischen leben hier vier Millionen Menschen, was rund 20 Prozent der Bewohner Shanghais entspricht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Pudongs stieg von sechs Milliarden Yuan RMB im Jahre 1990 auf beachtliche 400 Milliarden Yuan im Jahr 2009. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Jahresüberschuss der Finanzeinnahmen im Bezirk Pudong von 1,1 Milliarden Yuan RMB auf 135,6 Milliarden Yuan RMB.

In der Finanz- und Handelszone Lujiazui lässt sich die Verwandlung Pudongs besonders deutlich erkennen. Lujiazui war die erste staatliche Finanzentwicklungszone in ganz China. Heute ragen hier unzählige Wolkenkratzer empor, darunter der 420 Meter hohe Jinmao-Tower und das Shanghai World Financial Center mit einer Höhe von 492 Metern. Hunderte von Finanzunternehmen aus dem In- und Ausland haben sich hier niedergelassen. Aus diesem Grund wird Lujiazui häufig auch als „Finanzwald" bezeichnet. Konkrete Zahlen zu dieser Entwicklung nennt uns der Leiter des Stadtbezirks Pudong, Jiang Liang.

„Bis 2009 haben sich insgesamt 556 Finanzinstitute in Lujiazui angesiedelt. Das entspricht etwa 70 Prozent aller in Shanghai ansässigen Finanzinstitute."

Die Stadtregierung Shanghais sieht der zukünftigen Entwicklung der Region entsprechend optimistisch entgegen. Xu Lin, ständiges Mitglied des Parteikomitees in Shanghai, äußerte sich hierzu:

„In Zukunft soll Lujiazui zu einem jener Gebiete werden, die von einer besonders intensiven Urbanisierung gekennzeichnet sind."

Im Südosten Pudongs befindet sich ein künstlicher Südwassersee, der die gleiche Größe wie der malerische Westsee in Hangzhou aufweist. An seinen Ufern wächst die Stadt Lingang, deren Schwerpunkt auf der Tourismusindustrie liegt. Statt auf fossile Brennstoffe setzt Lingang auf umweltfreundliche Energiequellen wie Sonnenenergie oder Geothermik. Regenwasser und Abfälle werden systematisch gesammelt und wiederverwertet. Auf lange Sicht soll Lingang so zu einem Musterbeispiel für grüne Städteplanung werden.

Im Jahr 2001 wurde der ehemalige Kreis Nanhui in einen Stadtbezirk umgewandelt. Nach nur acht weiteren Jahren wurde das Gebiet in den wachsenden Bezirk Pudong eingemeindet. Auch hierzu äußert sich Xu Lin:

„Unsere Pläne sehen vor, sowohl Lingang als auch Nanhui in Stadtgebiete umzuwandeln, in denen ein umweltfreundliches und erfülltes Leben möglich ist."

In den 21 Jahren seit der Erschließung Pudongs hat die lokale Verwaltung besonders großen Wert auf die Entwicklung der örtlichen Wirtschaft gelegt. Speziell der Dienstleistungssektor erfuhr hierbei eine bis dahin ungekannte Förderung. Doch auch das Konzept der nachhaltigen Entwicklung fand Eingang in die Vorhaben der Städteplaner.

Im Jahr 2009 belief sich der Anteil des tertiären Sektors an der Wirtschaft Pudongs auf 50 Prozent. Immerhin drei Prozent des BIPs der Stadt flossen in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung.


 (Zhangjiang High-Tech-Park)

Beispielhaft für die moderne Ausrichtung Pudongs ist der im Juli 1992 gegründete Zhangjiang High-Tech-Park, einer der wichtigsten seiner Art im gesamten Stadtbezirk. Auf dem Areal finden sich die Niederlassungen zahlreicher internationaler Unternehmen, die integrierte Schaltkreise, Biopharmazeutika oder Software herstellen. Im Jahr 2009 betrug der Gesamtumsatz allein des Zhangjiang High-Tech-Parks über 100 Milliarden Yuan RMB. Für Peng Li, den stellvertretenden Generalmanager der Zhangjiang-Gruppe, spielt aber noch ein ganz anderer Aspekt eine wichtige Rolle.

„Wir wollen einen größeren Beitrag zur sozialen Entwicklung und zur Verbesserung der nationalen Branchenstruktur leisten. Das ist viel wichtiger als der konkrete wirtschaftliche Profit, den wir erzielen. "

Übersetzt und gesprochen von Huang Gang

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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