Das Meer ist die Quelle des Lebens. Mit 71 Prozent macht es fast drei Viertel der Erdoberfläche aus. Das Meer ist nicht nur reich an Ressourcen verschiedenster Art, sondern es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung des globalen Klimas. Die Ausbeutung durch den Menschen in den vergangenen 50 Jahren hat sich jedoch negativ auf das Gleichgewicht des äußerst empfindlichen Ökosystems Meer ausgewirkt. Weite Teile der Ozeane sind mittlerweile so stark verschmutzt, dass tausende Arten von Meerestieren und -pflanzen schon verschwunden sind.
Eine Vielzahl weiterer Meeresbewohner ist stark vom Aussterben bedroht. Öltankerunfälle, die Entsorgung von Haushalts- und Industrieabfällen, die ungeklärte Entsorgung von Abwässern ins Meer oder Pestizide aus der Landwirtschaft sind nur einige der von Menschenhand verursachten Gründe für die zunehmende Verschmutzung der Ozeane.
Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2009 auf diesen Umstand reagiert und den 8. Juni zum „Tag des Meeres" erklärt. Das Ziel dieses weltweit begangenen Tages ist es, das Bewusstsein der Menschen auf dem ganzen Erdball für den Schutz der Meere zu stärken.
Ein der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt im Meer ist heutzutage die Überfischung und übermäßige Jagd. So protestieren Tierschützer schon seit Jahren gegen die Robbenjagd. Von 1976 bis anfangs der 1980er Jahre beispielsweise organisierten Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen friedliche Protestaktionen gegen die Abschlachterei von Robben.
Robben sind für die Wissenschaft und die Medizin von großer Bedeutung. Unter den Bewohnern der Nordhalbkugel gilt Robbenfleisch schon seit Generationen als gesundheitsfördernd. Die Robbe liefert ihnen zudem das für die Herstellung von Brennstoff benötigte Öl. Der Robbenpelz wiederum wird zu Kleidern verarbeitet. Infolge der wahllosen Jagd und der zunehmenden Umweltverschmutzung ist die Zahl der Robben in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Zum Schutz dieses äußerst wertvollen Nutztieres hat die internationale Robbenvereinigung den 1. März zum „Internationalen Tag der Robbe" bestimmt.
Chinas Meeresgebiete sind reich an natürlichen Ressourcen wie Erdöl und Gas. Auch die Fischerei nimmt im Reich der Mitte eine zentrale Rolle ein. Chinas Fischgründe erstrecken sich auf eine Fläche von nicht weniger als 2,8 Millionen Quadratkilometer. Aus diesem Grund legt die Regierung in Beijing großen Wert auf den Schutz und die Erforschung des Meeres.
In den letzten Jahren haben chinesische Wissenschaftler wichtige Erfolge bei der Entwicklung von Messtechniken zur Bewertung und Überwachung der Meeresqualität erzielt. Zudem wurden die Folgen der Umweltverschmutzung auf die im Meer lebenden Organismen eingehend untersucht. Um die zunehmende Nachfrage nach Experten zur Erforschung der Meere gewährleisten zu können, bieten mehrere chinesische Universitäten neu Ozeanologie als Studienfach an.
Damit sich auch die Öffentlichkeit über die Wichtigkeit der Ozeane bewusst wird, führt das Beijinger Aquarium neu diverse themenspezifische Veranstaltungen durch. Eine dieser Veranstaltungen heißt „Erlebnis Meeresschutz" und erlaubt gewöhnlichen Bürgern den hautnahen Kontakt mit Robben:
„Am Anfang hatte ich große Angst. Im direkten Umgang erkannte ich dann aber, dass dieses Tier durchaus sehr menschlich ist."
Wer will, der kann im Rahmen der Veranstaltung „Erlebnis Meeresschutz" auch bei der Reinigung des Eisbärengeheges mitmachen:
„Im Eisbärengehege war es sehr kalt. Mir war kalt, obwohl ich noch ein zusätzliches Kleid anhatte. Aufgrund des Klimawandels schmelzen die Eisberge am Nord- und Südpol nach und nach weg. Die Eisbären verlieren dadurch ihr natürliches Lebensumfeld. Zum Schutz der Eisbären fordere ich jeden auf, pro Woche das Auto einmal in der Garage zu lassen."
Ein Gedanke, dem ich mich gerne anschließe. Der Meeresschutz geht jeden von uns an! Wir müssen die noch vorhandene Artenvielfalt des Meeres unbedingt schützen, solange es sie noch gibt. Den Anfang dazu muss jeder bei sich zu Hause machen.
Text von Li Qian
Gesprochen von Xu Wei



Wir über uns





