Kombiniert mit diesen Erfahrungen weisen sein Wissen als Ökonom und schließlich auch sein langjähriges Engagement als stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts für Bankenwesen der Chinesischen Zentralbank Professor Li Zhongshang als kompetenten Kenner der Materie aus, und diesen Wissensschatz nutzt der Autor, um detailliert und verständlich den Sozialismus chinesischer Prägung darzulegen. Dabei beleuchtet er auch verschiedene Verbindungen in die 5.000 Jahre alte Geschichte der Kultur Chinas, etwa was das Streben nach Harmonie betrifft, welches sich bereits auf den Philosophen Konfuzius zurückführen lässt.
Li Zhongshang konzentriert sich jedoch vor allem auf den Anfang der 1980er Jahre einsetzenden Prozess der Reform und Öffnung in China. Neben den theoretischen Grundlagen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen hebt der Autor vor allem die Leistungen von Deng Xiaoping hervor, dessen Theorien die Basis für diesen Prozess legten. Deng Xiaopings These „Frieden und Entwicklung sind die zwei großen Fragen unserer Zeit" beispielsweise schuf den Ausgangspunkt für die Verlegung des Arbeitsschwerpunktes von Partei und Staat auf die sozialistische Modernisierung des Landes und gibt einen weiteren Einblick in das Verständnis des Sozialismus chinesischer Prägung.
Professor Li Zhongshang gelingt es in seinem Werk, die Unterschiede und Abgrenzungen des von China gewählten „Dritten Weges" zum Kapitalismus und zum sowjetischen Sozialismus für den Leser klar verständlich darzulegen und weiteres Interesse für die aktuellen Entwicklungen in China zu wecken. Sein Buch ist ein Beitrag zum gegenseitigen Näherkommen der Nationen und bietet Sinologen und China-Interessierten die Möglichkeit, das Land sowie die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse besser kennenzulernen. „Der Dritte Weg – Neomarxismus und Chinas Formel des Aufstiegs" von Professor Li Zhongshang ist jedem empfohlen, der sich abseits der zahlreichen Publikationen im deutschsprachigen Raum lieber aus erster Hand von einem anerkannten Philosophen und Wirtschaftsexperten über die Gegebenheiten in China informieren lassen und das Streben nach einer harmonischen Gesellschaft mitverfolgen will.
Professor Li Zhongshang hat acht Jahre in Deutschland gelebt und dort Philosophie und Volkswirtschaft usw.studiert. 1984 promovierte er an der Universität Bonn bei Professor Gerhart Schmidt. Zwei Jahre später wurde er an die Beijinger Renmin-Universität berufen. In den Jahren 1989 und 1991 war Herr Li 18 Monate als Humboldt-Forschungsstipendiat bei Professor Jürgen Habermas in Frankfurt am Main. Von 1993 bis 1999 war der Autor stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts für Bankenwesen der Chinesischen Zentralbank. Seit 2002 ist Professor Li Zhongshang stellvertretender Generalsekretär der China Media Group und derzeit in der Funktion als Fuehrungsmitglied und stellvertretender Generalredakteur von Radio China International und China International Brotkasting Network tätig.
Herr Lis Buch erhält ein immer größeres Echo, wie auch Prof. Gerhart Schmidt an ihn schrieb: "Das große Ereignis, das Du nennst, ist Dein philosophisch-politisches Werk über den chinesischen Neo-Marxismus und dessen Erfolg. Es ist Dir offenbar gelungen, die neue Richtung gedanklich, ja philosophisch darzustellen, mit welcher der wahrhaft große Deng Xiaoping den dogmatischen Marxismus überwunden hat. Ich würde eine solche Lehre als pragmatischen Marxismus bezeichnen."
Rezensiert von Christoph Limbrunner



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