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Oma Liu und ihre uigurischen Nachbarn
  2010-12-28 10:48:11  cri
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M: Im nordwestchinesischen uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang leben Angehörige von 47 Nationalitäten. Menschen mit verschiedenen Lebensgewohnheiten, Sprachen und Glauben bilden eine besondere Nachbarschaft. Die Han- Chinesin Liu Zhixia wohnt in der Gasse Xinhuadonglu im Vorort der Stadt Yining. Hier leben mehr als 30 Familien. Darunter sind acht Familien Han- Chinesen und die anderen uigurischer Abstammung.

F: Liu Zhixia ist über 50 Jahre alt. Sie besitzt ein Haus mit sieben Zimmern und einen kleinen Garten. Im Garten werden Gurken, Auberginen und Paprika angebaut sowie Hühner gezüchtet. Unter einem Rankgerüst für Trauben bewirtet sie ihre Gäste oft mit Wassermelonen und Trauben.

M: Seit fünf Generationen hat ihre Großfamilie hier gelebt und sie ist auch in Yining aufgewachsen. Liu sagt, das Haus sei von den Großeltern ihres Ehemanns geerbt worden. Vor dreißig Jahren heiratete sie hier. Weil sie früher im Stadtzentrum arbeitete, kam sie nur am Wochenende hierher. Nach der Pensionierung zogen sie und ihr Mann in das Haus im Vorort. Sie hält den Zusammenhalt in der Nachbarschaft für viel enger als im Stadtzentrum.

„Im Stadtzentrum lebt man in Wohnungen. Die Menschen sind sehr beschäftigt und können ihre Nachbarn nur auf der Straße grüßen, wenn sie sich treffen. Aber hier im Vorort ist die Nachbarschaft viel enger. Meine Nachbarn kommen oft zu mir. Wir unterhalten uns zu Hause und teilen Spezialitäten miteinander."

F: Die meisten Nachbarn von Oma Liu sind Uiguren. Sie sieht aber keine großen Unterschiede zwischen beiden Nationalitäten.

„Die Uiguren sind nicht viel anders als wir. Wir können ihre Sprache sprechen und sie haben auch grundlegende Chinesischkenntnisse. Wir pflegen eine gute Beziehung zueinander. An Feiertagen bringen wir einander Geschenke. Zum Frühlingsfest besuchen wir uns gegenseitig."

M: In China sagt man, „ein guter Nachbar ist besser als ein Verwandter in der Ferne". Diesen Spruch kann Oma Liu mit der guten Nachbarschaft in ihrer Gasse bestätigen. Sie sagt, egal ob man ein Han- Chinese oder ein Uigure ist, man ist immer da, wenn jemand Hilfe benötigt.

"In der Gasse wohnt eine Witwe, die unter ärmlichen Verhältnissen lebt. Einmal hat sie sich einen Fuß verdreht. Alle Nachbarn halfen ihr. Wir spendeten Geld und so konnte sie zum Arzt gehen."

F: Aufgrund unterschiedlicher Lebensgewohnheiten und Denkweisen sind Missverständnisse und Widersprüche unvermeidlich. Aber Liu sagt, die Menschen hier seien rational und lösen stets durch Dialoge Probleme.

„Die Uiguren haben ihre Besonderheiten und Gewohnheiten. Wir Han-Chinesen haben unsere. Wir zeigen einander unseren Respekt und verstehen uns gut. Deshalb pflegen wir gute Beziehungen zueinander."

M: Durch lange Kontakte haben verschiedene Nationalitäten in Xinjiang viel voneinander gelernt und sich verändert. Oma Liu hat diese Veränderung hautnah miterlebt.

„Die Lebensgewohnheiten wurden voneinander beeinflusst. Wir trinken jeden Morgen den uigurischen Milchtee, der mir heute nicht fehlen darf. Den typischen uigurischen Kuchen „Nang" kochen wir auch gerne. Beim Frühlingsfest bereiten wir sowohl han- chinesische als auch uigurische Spezialitäten zu. Unter unserem Einfluss essen meine uigurischen Nachbarn heute auch mehr Gemüse als früher."

F: Oma Liu sagt, die Nachbarn betrachteten ihre Gäste meistens als ihre eigenen. Ihre Freunde würden auch oft von ihren uigurischen Nachbarn gut empfangen. Der Uigur Mulahong wohnt neben Oma Liu. Er sagt,

„In Xinjiang sind Angehörige verschiedener Nationalitäten wie eine große Familie. Wir pflegen eine gute Beziehung."

Moderatoren: Xu Wei, Lü Xiqian

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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