F: Willkommen zu „Sie fragen, wir antworten". Heute wollen wir uns zuerst auf Wunsch unseres Stammhörers Heinz Günter Hessenbruch aus Remscheid in Deutschland mit den Klima- und Zeitzonen in China beschäftigen. Herr Hessenbruch fragte uns in einer E-Mail:
M: „Kann man China in verschiedene Wetter- und Klimazonen aufteilen? Wie viele Zeitzonen kennen Sie innerhalb Chinas? Wird bei Ihnen in China auch so etwas wie Sommer- und Winterzeit praktiziert? Freue mich auf Ihre Erklärungen."
F: Liebe Hörer und lieber Herr Hessenbruch, diese Fragen beantworten wir Ihnen sehr gern. Nun beschäftigen wir uns mit den Klima- und Zeitzonen in China. Die Unterteilung der Wetter- und Klimazonen ist vom Grundfaktor für Klimabildung, also der Sonnenstrahlung abhängig. Der Altgrieche Aristoteles hat nach dem südlichen Wendekreis und dem Wendekreis des Krebses die Erde in fünf Klimazonen unterteilt. Dabei handelt es sich um die Tropen, die nördliche gemäßigte Zone, die südliche gemäßigte Zone sowie die Nordkälte- und Südkältezone. Diese werden als astronomische Klimazonen oder Sonnenklimazonen bezeichnet.
M: Danach machen die Tropen 40 Prozent der Gesamtfläche der Erde aus, die gemäßigten Zonen 52 Prozent und die Kältezonen 8 Prozent. Später wurde die Erde in Doldrum (Äquator), Tropen, Subtropen, gemäßigte Zonen, kalte gemäßigte Zonen und Kältezonen aufgeteilt.
F: Die Tages- und Monatsdurchschnittstemperatur sowie die tiefste Temperatur des Jahres kennzeichnen in China die Aufteilung der Klimazonen. Chinesische Wissenschaftler haben durch eine große Menge an Forschungsarbeit im Jahr 1959 China von Süden bis Norden in sechs Wetter- und Klimazonen aufgeteilt. Dabei handelt es sich um das Doldrum, die Tropen, die Subtropen, die warme gemäßigte sowie die gemäßigte und die kalte gemäßigte Zone.
M: Die kalte gemäßigte Zone in China liegt im Nordteil des Daxinganling- Gebirges. Der Winter hier ist lang und sehr kalt. Die tiefste Monatstemperatur liegt bei unter minus 28 Grad. Hier gibt es keinen Sommer. Die Wachstumsperiode der Feldfrüchte ist kurz. Man kann nur Sommerweizen, Kartoffeln und ähnliches anbauen.
F: Die gemäßigte Zone liegt im Norden der Großen Mauer, zu einem Großteil im Nordosten, in der Inneren Mongolei und im Junggar- Becken im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. Der Winter hier ist ebenfalls lang und es gibt jahreszeitlichen Bodenfrost. Der Sommer ist kurz, aber warm. Feldfrüchte sind in der Hauptsache Sommerweizen, Sojabohnen und anderes Getreide. Darüber hinaus gibt es Reis und Mais.
M: Die warme gemäßigte Zone befindet sich am Mittel- und Unterlauf des Gelben Flusses, zwischen dem Süden der Großen Mauer und dem Norden des Qinling- Gebirges und des Huaihe- Flusses sowie im Tarim- Becken in Xinjiang. Die tiefste Monatstemperatur liegt bei Null bis minus acht Grad. Das ist die Übergangszone von der gemäßigten Zone hin zu den Subtropen. Hier ist es im Sommer heiß. Feldfrüchte können zwei Mal pro Jahr geerntet werden. Es gibt zum Beispiel Baumwolle, Trauben, Weizen und anderes Getreide.
F: Subtropen in China liegen in etwa südlich des Qinling- Gebirges und Huaihe- Flusses sowie in den Gebieten östlich des Qinghai- Tibet- Plateaus. Es ist eine Übergangszone von den Tropen hin zur gemäßigten Zone.
M: Die Tropen sind in China hauptsächlich mit der Halbinsel Leizhou, der Inselprovinz Hainan, dem südlichen Teil von Taiwan, der Inselgruppe im südchinesischen Meer und dem Süden der Provinz Yunnan in Verbindung zu bringen. Hier ist es das ganze Jahr über warm. Äußerst selten gibt es Frost oder Schnee. Wasserreis kann hier drei Mal pro Jahr geerntet werden. Auch im Winter kann man Mais, Erdnüsse und Süßkartoffeln anpflanzen. Außerdem gibt es viele tropische Feldfrüchte wie etwa die Kokosnuss, Kautschuk, Pfeffer oder Kakao.
F: Im Süden der Nansha- Inseln ist es das ganze Jahr über heiß. Hier gibt es nur Sommer. Diese Klimazone wird als Doldrum bezeichnet. Neben den oben genannten sechs Klimazonen gehört das Qinghai- Tibet- Plateau in China zum „Hochplateaugebiet". Die Luft hier ist viel klarer und besonders frisch. Zu einem Großteil der Zeit scheint die Sonne. Es gibt Feldfrüchte wie etwa Winterweizen, Gerste, Erbsen und Kartoffeln.
M: Im Großen und Ganzen ist es in China im Norden und auf der Hochebene kalt und im Süden sowie im Flachland warm. Die Jahresdurchschnittstemperatur sinkt von Süden bis Norden allmählich. Zudem ist die Temperaturdifferenz zwischen den vier Jahreszeiten enorm. Im Sommer ist es warm und im Winter kalt. In den meisten Gebieten der Subtropen und der gemäßigten Zonen in Ostchina ist es im Sommer wärmer und feuchter als in anderen Gebieten, die sich auf gleicher Breite befinden. Es ist günstig für das Wachstum von Baumwolle und Wasserreis.
F: Nun etwas über die Zeitzonen innerhalb Chinas. Wie wir alle vielleicht schon erfahren haben, wird die Erde in 24 Zeitzonen gegliedert. Mit dem durch die Sternwarte Greenwich in London gehenden Nullmeridian als Norm, gibt es nach Osten und Westen jeweils 12 Zeitzonen.
M: In China gibt es insgesamt fünf Zeitzonen. Diese gehen von der östlichen Zeitzone fünf bis zur östlichen Zeitzone neun. Die Hauptstadt Beijing liegt in geografischer Länge in der östlichen Zeitzone acht. Aus Bequemlichkeit wird die „Beijinger Zeit" in China als die Normalzeit festgelegt.
F: Darüber hinaus gibt es in China keine Sommer- und Winterzeit. Nur die Leute in Westchina, zum Beispiel in Xinjiang, gehen etwas später auf Arbeit, um dann auch etwas später Feierabend zu machen.
M: Ja, soviel liebe Hörer, zu den Klimazonen und Zeitzonen in China.



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