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Nehmen und geben–Ein Dorf spendet für die Ärmsten
  2010-08-24 16:03:54  cri
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M: In dem kleinen Ort Beimiaojia der Stadt Jiangyin in der ostchinesischen Provinz Jiangsu wurde der erste Wohltätigkeitsfond für Bauern in dieser Region gegründet. Mit einem finanziellen Gesamtrahmen von über 8,5 Millionen Yuan RMB ist er einer der größten chinesischen Wohltätigkeitsfonds dieser Art. Fast alle Bewohner haben dazu beigetragen. Bislang konnte mit dem Fond über 800 Menschen geholfen werden.

F: Bei dem 13-jährigen Yuan Dandan wurde vor drei Jahren Leukämie diagnostiziert. Durch die Hilfe des Wohltätigkeitsfonds ist sein Zustand heute stabil. Dandans Vater Yuan Jing ist sehr dankbar:

„Am Ende hatte ich wirklich kein Geld mehr. Als der Fond davon gehört hat, schickten sie uns sofort 20.000 Yuan RMB. Sie haben uns auch das Geld für weitere Chemo-Therapien zugesagt."

M: Der Wohltätigkeitsfond in Beiliaojia wurde vor zwei Jahren von 21 vor Ort ansässigen Betrieben ins Leben gerufen. Fond-Direktor Zhang Tianhong sagt, er wolle sich für die ihm entgegen gebrachte Hilfe revanchieren. Zhangs kleine Firma geriet 2003 in die Krise und stand 2005 kurz vor dem Konkurs. Viele Freunde haben ihm damals geholfen, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.

„Ich finde, man braucht Unterstützung. Seit der guten Entwicklung von meinem Unternehmen habe ich oft daran gedacht, wie ich mich für die Hilfe aus der Gesellschaft und von Freunden revanchieren kann."

F: Nach einem einjährigen Probelauf hat man den Wohltätigkeitsfond für Bauern in Beimiaojia offiziell gegründet. Im vergangenen Jahr habe man unter anderen Leukämiekranken, Studenten aus armen Familien und Senioren helfen können, sagt Zhang Tianhong:

„Wir haben bei den Menschen in der näheren Umgebung angefangen. Bislang haben wir rund 800 Menschen mit über 600.000 Yuan RMB geholfen."

M: Über 90 Prozent der Dorfbewohner haben gespendet, darunter auch die Leute, die nicht sehr viel verdienen. Xu Lihua hat 2008 eine Kabelfirma gegründet. Wegen der steigenden Rohstoffpreise ging es dem Unternehmen im vergangenen Jahr gar nicht gut.

„Damals waren die Preise von Kupfer und Aluminium sehr stark gestiegen. Ich hatte Bestellungen von über 20 Millionen Yuan RMB. Dadurch habe ich über eine Million Yuan RMB verloren."

F: Dennoch hat sie 100.000 Yuan RMB gespendet.

„Obwohl meine Firma sehr jung ist und im vergangenen Jahr unter Verlusten litt, will ich anderen Menschen helfen. Wir haben genug Geld für Essen und Kleidung. Viele Menschen haben viel größere Probleme als ich. Meine Spende kann bestimmt auch andere Unternehmer dazu ermutigen, etwas abzugeben."

M: Yang Guixing arbeitet als Reinigungskraft und verdient monatlich nur 1.200 Yuan RMB. Seit einem Autounfall im Jahr 2007 ist er körperlich behindert. Er wurde durch den Fond unterstützt und hat dann selbst 5.000 Yuan RMB gespendet. Fünf Jahre lang hat er dafür gespart:

„Bei einem Unfall habe ich mir ein Bein gebrochen. Für die medizinische Behandlung und Reha musste ich rund 60.000 Yuan RMB bezahlen. Die Mitglieder des Wohltätigkeitsfonds haben mich besucht und Geld mitgebracht. Mir haben auch viele Nachbarn geholfen. Deshalb wollte ich auch etwas tun. Indem ich weniger Geld für Zigaretten ausgegeben habe, konnte ich etwas ansparen."

F: An dem Hilfsfond beteiligen sich immer mehr Leute. Wang Shaohu hat vor zwei Jahren eine kleine Firma gegründet. In seiner Freizeit spielte er gerne Mahjong. Aber seitdem er Buchhalter des Wohltätigkeitsfonds geworden ist, hat er dafür keine Zeit mehr. Er ist jetzt damit beschäftigt, wie man mit dem Geld mehr Menschen helfen kann.

„Ich bin bei jeder Geldvergabe dabei. Die Menschen, die Hilfe bekamen, waren uns unheimlich dankbar. Das hat mich sehr berührt. Seitdem ich mit dem Fond beschäftigt bin, habe ich nie mehr Mahjong gespielt. Ich habe viele Hobbys aufgegeben und möchte mich einfach nur noch dem Fond widmen."

M: Wang Shaohu ist bei weitem nicht der einzige. Viele Dorfbewohner haben ihre Hobbys aufgegeben und setzen sich gemeinsam für die Wohltätigkeit ein. Die Atmosphäre im Dorf ist viel besser geworden. Neben Spenden helfen viele Menschen auch ehrenamtlich. Nach seiner Pensionierung hat Yuan Xiangrong schnell eine neue Aufgabe gefunden. Er repariert kostenlos Elektrogeräte.

„Wer Probleme hat, dem helfen wir. Wir schenken einander mehr Beachtung."

Moderatoren: Xu Wei, Lü Xiqian

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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