
Die Stadt Chengde liegt in einem schönen Tal im Nordosten der Provinz Hebei, etwa 250 Kilometer von Beijing entfernt. Sie ist vor allem wegen ihrer kaiserlichen Sommerresidenz und der ringsum auf den Berghängen gelegenen Tempel bekannt. Der Gebäudekomplex der Sommerresidenz bedeckt mehr als 5,6 Millionen Quadratmeter.

Bereits vor über 200 Jahren, also im Jahr 1730, ließ sich Kaiser Kangxi aus der Qing-Dynastie (1644-1911) hier einen Palast bauen. Der Bau der Residenz dauerte 89 Jahre. Es ist die größte, im Originalzustand erhaltene kaiserliche Residenz weltweit. Die Fläche der Sommerresidenz ist doppelt so groß wie die des Sommerpalasts in Beijing, erklärt Reiseleiterin Chen Jing:
"Hier befinden sich die ehemaligen kaiserlichen Jagdgründe. Damals brachte Qing-Kaiser Kangxi (er lebte von 1654 - 1722) jährlich aus Beijing ein Gefolge aus mehreren hundert Personen zum Jagen ins Revier. Um Kaiser und Gefolgschaft angemessen unterzubringen und zu verpflegen, wurde zwischen Beijing und dem Jagdrevier Mulan die Sommerresidenz errichtet."
Genau wie im Kaiserpalast in Beijing befinden sich auch hier im vorderen Bereich mehrere Empfangshallen. Darauf folgen die Wohngemächer. In den Empfangshallen wurden Beamte, Offiziere, Fürsten, Führer nationaler Minderheiten und ausländische Gesandte empfangen. An Geburtstagen nahmen die Kaiser hier die Glückwünsche ihrer hochrangigen Beamten entgegen. In den Wohngemächern waren die Kaiser, ihre Frauen und Konkubinen untergebracht. Die Haupthalle Yanbozhishuang war einzig dem Kaiser vorbehalten.
Im Zentrum der Halle Danbojingcheng steht der kunstvolle kaiserliche Thron aus indischem Sandelholz. Den Thron umranden feine Figuren wie Kraniche und Elefanten. Sie sollen Glück, langes Leben und Frieden symbolisieren. Hinter dem Thron steht ein Wandschirm mit einer landwirtschaftlichen Szene aus 163 geschnitzten Figuren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Qing-Kaiser großen Wert auf die Agrarwirtschaft legten. Die aus rohen Hölzern gebaute Halle sehe zwar schlicht aus, aber man dürfe die Baukosten auf keinen Fall unterschätzen, erklärt Reiseleiterin Chen:
"Die Danbojingcheng-Halle kostete 73.000 Tael Silber. Sie besteht aus Nanmu-Holz - ein Holz so wertvoll wie Gold."
In den Empfangshallen sind die meisten Schätze der Sommerresidenz versammelt. An keinem anderen Ort kann man derartige Kunstfertigkeiten finden. Geht man durch die Danbojingcheng-Halle durch, betritt man das Studierzimmer und das Schlafgemach, wo die Qing-Kaiser früher mit ihren Frauen lebten und Staatsgeschäfte erledigten.
In der aus drei teilen bestehenden Gartenanlage befindet sich eine Seenlandschaft, die an das Gebiet südlich des Yangtse-Flusses erinnert. Im zweiten Abschnitt wird die Steppe in der Mongolei symbolisiert. Ein weiterer Teil ist Hügelland. Der ganze Park wurde sehr stilvoll angelegt. Alle Pavillons, Terrassen und kleinen Häuser sind im traditionellen chinesischen Stil gehalten.
Gao Deyin ist Rentnerin. Sie kommt jeden Tag mit ihren Freunden zum Morgensport in den Park.
"Wir machen hier gerne Morgensport oder gehen spazieren. Chengde ist eine kleine Bergstadt. Für die Bewohner ist es nicht weit zu den Sehenswürdigkeiten. Mir gefallen besonders der Yanyu-Turm, die Yuesejiangsheng-Insel und der Jinshan-Tempel."
Das unumstrittene Wahrzeichen Chengdes, die kaiserliche Sommerresidenz "Bishu Shanzhuang", zieht jeden Tag Reisegruppen aus der ganzen Welt an. Chen Nini kommt aus Malaysia. Sie sagt, die kaiserliche Sommerresidenz muss man einfach gesehen haben:
"Mir gefällt die Sommerresidenz. Man kann viel über die Kulturgeschichte und das Leben der Kaiser lernen. Es ist durchaus eine Reise wert. Heute habe ich nicht so viel Zeit. Ich muss schnell zurück nach Beijing. Aber ich werde wiederkommen und mehr entdecken."
Geschrieben von: Hong Lin
Übersetzt von: Xu Qi
Gesprochen von: Chen Yan



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