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Chinas Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse - ein Rückblick
  2009-10-22 10:18:20  cri
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Die 61. Frankfurter Buchmesse ist am 19. Oktober zu Ende gegangen. Auf der diesjährigen Messe trat China zum ersten Mal als Ehrengast auf. Neben einer Standfläche von 1.200 Quadratmetern stand dem Gast aus dem Reich der Mitte eine 2.500 Quadratmeter große Ausstellungshalle zur Verfügung. Mehr über Chinas Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Beim Auftritt Chinas als 22. Gastland auf der Frankfurter Buchmesse handelte es sich um die größte und wirkungsvollste Präsentation der chinesischen Verlagsbranche im Ausland seit Gründung der Volksrepublik China vor 60 Jahren. Das vielfältige Kultur- und Literaturprogramm, das der Ehrengast aus China in Frankfurt präsentierte, stand unter dem Motto „Tradition und Innovation". In seiner Rede auf der Eröffnungsfeier bezeichnete der stellvertretende chinesische Staatspräsident Xi Jinping den Auftritt Chinas in Frankfurt als ideale Plattform für den Kulturaustausch:

"Chinas Auftritt als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse hat uns ermöglicht, die Kulturen anderer Länder besser kennenzulernen. Gleichzeitig wurde ein Schaufenster geöffnet, durch das die Menschen aus aller Welt einen Einblick in die chinesische Kultur erhalten haben. Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, die traditionsreiche und faszinierende chinesische Kultur zu präsentieren sowie den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und ausländischen Verlagen zu fördern."

Die chinesische Verlagsindustrie weist eine positive Entwicklungstendenz auf. Im Bereich des Bücher- und Urheberrechtshandels pflegt China mittlerweile mit knapp 200 Ländern und Gebieten Kontakt. Mit 35 Ländern hat China zudem ein Abkommen über die Übersetzung klassischer Werke geschlossen. Im Jahr 2008 wurden in China über 270.000 Bücher publiziert und 17.000 verschiedene Bücher aus dem Ausland importiert.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hieß den Ehrengast aus China auf der Frankfurter Buchmesse ganz herzlich willkommen. In ihrer Eröffnungsrede gab sie sich überzeugt, dass die Frankfurter Buchmesse zum besseren Verständnis und mehr Vertrauen zwischen China und dem Rest der Welt beitragen wird:

"Literatur ist ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis von Kulturen. Und die chinesische Literatur ist in Deutschland noch relativ wenig bekannt. Deshalb möchte ich die gesamte Delegation der Schriftsteller hier ganz herzlich begrüßen. Und es ist wunderbar, dass China in diesem Jahr Gastland dieser Buchmesse ist. In diesem Sinne freue ich mich auf eine facettenreiche Präsentation Chinas hier in Frankfurt, die sicherlich auch viele Menschen in China selbst sehr sehr aufmerksam verfolgen werden."

Auf dem 1.200 Meter großen Ausstellungsstand wurden 7.600 Bücher von 196 chinesischen Verlagen präsentiert. Die Anhui Publikationsgruppe war mit sechs Verlagen und 250 Büchern vertreten. Für Zhu Chang'ai von der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Anhui Publikationsgruppe ist die Frankfurter Buchmesse eine hervorragende Möglichkeit zur Kontaktpflege mit bestehenden Kunden oder zu einem ersten Treffen mit potentiellen Neukunden:

"Wir werden auf dieser Buchmesse fast 50 Abkommen über den Export von Urheberrechtslizenzen unterzeichnen. Wir standen vor der Messe mit 100 Verlagen in Kontakt. Mit 60 von ihnen kamen wir überein, uns auf der Frankfurter Buchmesse wieder zu treffen. All diese Verlage sind für uns potentielle Geschäftspartner für die nächste Jahreshälfte oder für die erste Hälfte des kommenden Jahres."

In der Halle des Ehrengastes China waren über 2.000 Exponate zu sehen, welche die Entwicklung des chinesischen Verlagswesens im Laufe der Jahrhunderte veranschaulichte. Es dominierten die vier Grundelemente der chinesischen Kultur, Papier, Tusche, Schriftzeichen und Bücher: von der Decke hing ausgerolltes Reispapier, durch eine Projektion schien Tusche in einen kleinen Teich zu tropfen und sich im dortigen Wasser aufzulösen. Die Abgrenzung des Teichs bestand aus 1.100 handgefertigten Holzblöcken und überdimensionalen chinesischen Schriftzeichen auf beweglichen Lettern, während eine Bücherwand in Wellenform den langen Fluss des Lesens symbolisierte. Li Jiwei zeichnete verantwortlich für das Design der China-Halle auf der Frankfurter Buchmesse. Er erklärt uns, warum es in seinem überdimensionalen Buch auch leere Seiten gibt:

"Ich habe die Bücherwand als Kettenglied und chinesische Schriftzeichen als Kern genutzt, um die Entwicklung von der Orakelknochenschrift bis hin zum Internet darzustellen. Ich habe in diesem Buch absichtlich etliche Seiten leer gelassen. In einem Buch gibt es ja bekanntlich keine leeren Seiten. Die leeren Seiten in diesem Buch stehen für die vielen unvollendeten Dinge und Aufgaben, die es im Leben eines jeden Menschen gibt."

Wie viele Messebesucher zeigte sich auch Renate Stehle-Wolters aus Deutschland von der Halle des Ehrengasts China sehr angetan:

"Es hat mich absolut fasziniert. Ich war ganz begeistert. Vor allem dieses, was wir vielleicht wenig haben, diese Verbindung zwischen Philosophie, alter Kunst und neuzeitlicher Gestaltung."

Abgerundet wurde Chinas erfolgreicher Auftritt auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse durch Kulturveranstaltungen, die täglich zweimal im Freien stattfanden, sowie das Zelt des Ehrengasts, indem Chinas reichhaltiges Kulturerbe in Form von tibetischen Tangka-Bildern, dem Schattenspiel, Stickereien der Miao-Nationalität und Flugdrachen dargestellt wurde.

Das, liebe Hörer, war unser Rückblick auf den Gastauftritt Chinas auf der vor kurzem zu Ende gegangenen Frankfurter Buchmesse.

Verfasst von: Liu Si'en

Übersetzt von: Xiao Lan

Gesprochen von: Zhu Liwen

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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