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Vier Schätze des Studierzimmers - Reibstein
  2009-07-30 14:36:43  cri
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Kalligraphen benutzen Pinsel mit Tusche, um ihre Kalligraphiewerke zu schaffen. Um Tusche zu gewinnen ist ein Reibstein notwendig. Denn chinesische Tusche befindet sich traditionell in der Form von Stäben. Ein Reibstein ist im wörtlichen Sinne ein Behälter aus Stein, in dem die Tusche gerieben und aufbewahrt wird. Reibsteine sind Kunstwerke, die zahlreiche kulturelle Elemente in sich tragen und eine lange Geschichte haben.

Kalligraphie ist nicht nur eine traditionelle Kunstform in China, sondern auch ein Mittel, mit dem Moral und Kultur gefördert werden sollen. Viele Chinesen, insbesondere ältere Menschen üben die Kalligraphie, um einen positiven Geist zu bewahren.

Der Beijinger Chen Xiang ist einer von ihnen.

"Die Kalligraphie trägt dazu bei, das geistige Gleichgewicht zu erhalten und kultiviert zu bleiben. Die Chinesen sollen mehr über die tradtionelle Kultur lernen. Die vier Schätze des Studierzimmers präsentieren die Wesensart der chinesischen Kalligraphie. Aber sie sind auch wertvolle Sammelobjekte, weil sie an sich schon Kunstwerke sind."

Pinsel, Tusche, Reibstein und Papier sind die sogenannten "Vier Schätze des Studierzimmers". Reibsteine sind Werkzeuge, mit denen Tusche von soliden Tuschstäben gewonnen werden kann. Sie kamen schon während der Tang-Dynastie vor mehr als 1300 Jahren zur Anwendung."

Für ernstzunehmende Kalligraphen und Maler sind gute Reibsteine ebenso wichtig wie gute Tusche, denn sie können über die Qualität und Beschaffenheit der Tusche entscheiden. In China gibt es viele Arten von Reibsteinen, die aus verschiedenen Regionen stammen. Vier davon sind am bekanntesten. Sind sind u.a. der Duan-Reibstein aus Guangdong, der She-Tuschstein aus Anhui, der Tao-Fluß-Reibstein und der Chengni-Keramikreibstein aus Shanxi. Unter Kunstsammlern sind die Duan-und She-Reibsteine am beliebtesten.

Cao Jieming, stellvertretender Leiter einer Fabrik für She-Reibsteine erklärt die Besonderheiten der She-Reibsteine:

"Die She-Reibsteine sind hart aber glatt und von einer klaren und dichten Beschaffenheit. Sie fühlen sich wie Babyhaut an. Gute Reibsteine nehmen kein Wasser auf. Haucht man an kalten Tagen den Stein an, bilden sich auf dessen Oberfläche Wasserperlen."

Die Reibstein-Herstellung ist ein kreativer Prozeß. Nachdem das richtige Material ausgewählt wird, beginnt das Design. Für die Reibstein-Herstellung sind insgesamt sechs Arbeiter notwendig. Zu den Arbeitsgängen gehören u.a. die Auswahl des Materials, das Entwerfen, die Formbildung, das Malen von Motiven sowie das Schnitzen und Polieren.

Cao Jieming zufolge muß ein guter Reibsteinmacher folgende Qualifikation besitzen.

"Nicht jeder Stein ist für die Reibstein-Herstellung geeignet. Man muß die Härte und Dichte der Steine prüfen, um festzustellen, ob sie brauchbar sind. Die Schnitzarbeit ist von dem künstlerischen Verständnis des Reibsteinmachers abhängig. Man muß zunächst die Form und die struktuelle Beschaffenheit der Steine aufmerksam beobachten, bevor man mit dem Entwerfen beginnt."

Da heutzutage nicht so viele Leute Kalligraphie üben wie im Altertum, gelten delikate Reibsteine mittlerweile sehr oft als Sammelobjekte.

"Das Interesse an der künstlerischen Wertschätzung ist in den letzten Jahren gewachsen. Und es gibt immer mehr Leute, die sich für die Sammlung von Reibsteinen mit exquisitem Design interessieren. Kalligraphen aber kaufen gerne Reibsteine, die viel Tusche aufnehmen können."

Reibsteine sind traditionell rund, quadratisch, rechteckig oder ellipsenförmig, mit einfachem Design. Seit ein paar Jahren sind auch abstrakte Designs mit Landschaftsbildern beliebt. Wegen der Rarität von Naturressourcen sammeln einige Leute sogar Rohmaterialien von Reibsteinen. Cao Jieming sieht den Ressourcenmangel als großes Problem für die Branche:

"Die Steine, die wir benutzen, stammen von einer mehr als 100 Tausend Jahre alten Felsschicht. Nach dem über 1000-jährigen Abbau sind die Ressourcen beinahe aufgebraucht. Das ist ein ernstes Problem für uns."

Nicht nur die She-Reibsteine, sondern auch andere Reibsteine sind mit dem Problem des Ressourcenmangels konfrontiert, denn Ressourcen sind nicht erneuerbar. Darüber hinaus bildet der Mangel von Reibstein-Designern ein weiteres Problem. Obwohl diese antike Kunstart einen hohen kulturellen Wert hat, ist die harte Arbeit mit niedrigem Einkommen unattraktiv für die jüngeren Generationen. 2006 wurde die Technik der Reibstein-Herstellung in die Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas aufgenommen worden. Und Fachleute sind nun auf der Suche von neuen Materialien, um das Problem des Ressourcenmangels zu lösen.

Verfasst von: Chen Zhe

Übersetzt von: Xiao Lan

Gesprochen von: Chen Yan

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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