Das Baima-Kloster liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Luoyang. Die Anlage erstreckt sich auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern. Das Kloster wurde bereits im Jahr 68 nach Christus erbaut, damit ist es das älteste buddhistische Kloster Chinas. Dazu Reiseleiterin Chen Minghui:
"Der Buddhismus hat seinen Ursprung in Indien. Auch in China hat er aber schnell zahlreiche Anhänger gefunden. Die Verbreitung des Buddhismus in China nahm hier im Baima-Kloster in Luoyang ihren Ausgang. Das Baima-Kloster ist damit nicht nur ein Sinnbild für den Buddhismus in Luoyang, sondern es ist auch ein Inbegriff des chinesischen Buddhismus."
Historischen Überlieferungen zufolge schickte Kaiser Liu Zhuang, bekannt als Kaiser Ming Di der östlichen Han-Dynastie, im Jahre 64 insgesamt 18 Mönche nach Indien, um buddhistische Schriften nach China zu holen. In Begleitung chinesischer Mönche kamen schließlich im Jahre 67 zwei hochgebildete indische Mönche mit zahlreichen Sutren im Gepäck nach China. Die heiligen Schriften wurden auf dem Rücken von weißen Pferden, auf Chinesisch Baima, transportiert. Ein Jahr später ließ Kaiser Ming Di ein Kloster errichten. Um den weißen Pferden dafür zu danken, dass sie die wichtige und schwere Fracht auf der gesamten Strecke so tapfer getragen hatten, wurde das Kloster "Kloster der Weißen Pferde" genannt. Nach ihrem Tod wurden auch die beiden indischen Mönche dort beigesetzt. Ihre Gräber sind bis heute gut erhalten.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Baima-Tempel mehrmals renoviert. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Kloster in der Ming- und Qing-Zeit. Die wichtigsten Bauten sind die Hallen Tianwang, Dafo, Daxiong, Jieyin und Pilu sowie die Qingliang-Terrasse. Die aus grauem Stein gemauerte Terrasse ist 43 Meter lang, 33 Meter breit und sechs Meter hoch. Ihre gesamte Architektur weist östliche Einflüsse auf.
Östlich des Klostertors ragt die bekannte Qiyun-Pagode empor. Die viereckige Ziegelpagode ragt 35 Meter hoch in den Himmel, sie hat 13 Etagen. Die Pagode wurde ebenfalls mehrfach wiederaufgebaut, die heutige Version stammt aus dem 12. Jahrhundert, damit ist sie eines der ältesten Gebäude in Luoyang.
In der Daxiong-Halle werden unzählige Buddha-Statuen aus der Yuan-Zeit aufbewahrt. Das Kloster besitzt zudem 40 Gedenktafeln, die von bekannten Kalligrafen gestaltet wurden. Das Kloster steht inzwischen unter staatlichem Denkmalschutz. Es zählt zu den Top-Touristen-Attraktionen des Landes.
Als Ausgangspunkt des chinesischen Buddhismus zieht das Baima-Kloster jedes Jahr unzählige Pilger und Touristen an. Reiseleiterin Chen Minghui kann das bestätigen:
"Pro Tag verkaufen wir Eintrittskarten im Wert von durchschnittlich bei 50.000 Yuan RMB. Eine Eintrittskarte kostet 35 Yuan. In der Hochsaison kommen pro Tag mehrere tausend Besucher, um das Kloster zu sehen und die besondere Stimmung hier zu erleben. Etwa 100.000 Besucher aus dem Ausland kommen pro Jahr hierher."
Li Qiang, ein Student aus einer anderen Metropole des antiken China, aus der nordwestchinesischen Stadt Xi'an, schilderte unserem Reporter seine Eindrücke:
"Das Kloster ist eine heilige Stätte des Buddhismus, hier herrscht eine außergewöhnliche Atmosphäre. Man kann die Traditionen spüren. Hier ist alles so ruhig und anmutig. Das Kloster zählt zu den schönsten, die ich je besichtigt habe."
Im Baima-Kloster wachsen zahlreiche Granatapfelbäume. Die Bäume stammen ursprünglich aus Anxi, das auf dem Staatsgebiet des heutigen Iran liegt. Diese fremde Frucht kam zusammen mit Sutren und Buddha-Statuen während der Han-Dynastie nach China. Sie konnte vor allem in den bedeutenden Städten des alten China, in Luoyang und Chang'an, heute Xi'an, heimisch werden.
Im alten China waren Granatäpfel ein Symbol für den Austausch zwischen China und dem Ausland, die Granatäpfel hatten damals einen hohen Wert. Besonders begehrt waren die Granatäpfel aus dem Baima-Kloster. Ein Granatapfel des Baima-Klosters sei ein Rind wert, hieß es damals im Volksmund.



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