"HAYA" ist mit Bestimmtheit nicht die bekannteste Band Chinas, aber auf jeden Fall eine der einzigartigsten. Ihre außergewöhnliche Kombination aus traditionellen mongolischen Instrumenten und modernen Musikelementen fördert nicht nur die mongolische Musik, sondern auch die Weltmusik. Mehr über diese aufstrebende chinesische Band erfahren Sie in den folgenden Minuten.

Mit Mitgliedern aus dem chinesischen Autonomen Gebiet der Inneren Mongolei, den Philippinen und der Schweiz ist "HAYA" die wohl einzigartigste Musikband Chinas. Ihr Musikstil kann als mongolische Weltmusik bezeichnet werden, kombiniert die Band doch traditionelle mongolische und moderne Instrumente. Die Texte ihrer Lieder hingegen sind auf Mongolisch verfasst. Der Name "HAYA" bedeutet auf Mongolisch "Rand" und deutet auf eine subkulturelle Identität jenseits des Mainstreams hin. Laut Bandmitglied Zhang Quansheng hat der Name "HAYA" aber noch eine zweite Bedeutung:
"Die Musik, die wir machen, ist wohl nur einem kleinen Teil des Publikums bekannt. Ich bin von Natur aus ein eher zurückhaltender Mensch. Im antiken Indien war 'HAYA' die Bezeichnung für' Diamant'. Ein Diamant vereinigt die schönsten Farben der Welt und bringt den Menschen Frieden und Glück. Meine Band besteht aus ebenso vielfältigen Elementen."
Ihren Durchbruch schaffte die Band "HAYA" mit ihrer Komposition für Zhang Yimous berühmten Film "Riding Alone for Thousands of Miles" aus dem Jahr 2007. Kurz nach diesem Erfolg veröffentlichte sie ihr erstes Album mit dem Titel "Wolf Totem".
Das Hauptinstrument in "Wolf Totem" ist die Pferdekopf-Geige, ein traditionelles mongolisches Instrument. Ihre hohen, nachklingenden und milden Töne sollen beim Zuhörer die Vorstellung vom endlosen mongolischen Grasland erwecken. Aufgrund der besonderen Mischung aus kraftvollen mongolischen Klängen und modernen Elementen wird die Musik von "HAYA" oft auch als "mongolische Weltmusik" bezeichnet. Die Kombination aus asiatischer Steppenmusik und westlichem Pop ist bewusst gewählt. Wie uns Zhang Quansheng erklärt, verkörpert dieser spezielle Mix die Gemeinsamkeiten der Menschen auf der ganzen Welt:
"Die Schlüsselbotschaft hinter unserer Weltmusik ist der Schutz unseres Planeten, unseres Gedankenguts und unserer Seele. Wir alle teilen ein gemeinsames Zuhause, egal woher wir kommen."
Die 26-jährige Daiqing Tana aus Qinghai ist die Hauptsängerin und gleichzeitig die einzige Frau in der Band. Ihre atemberaubende Stimme trägt viel zu "Silent Sky", dem zweiten Album von "HAYA", bei:
"Das erste Album war kraftvoll und stimmgewaltig. Es war gekennzeichnet vom mongolischen Rachengesang, einer traditionellen mongolischen Gesangsform. Durch meine Beteiligung am zweiten Album ist die Musik sanfter und weiblicher geworden."
Daiqing Tana zufolge sind einige Lieder im zweiten Album ihren Träumen entsprungen. Ein Beispiel ist das Lied „Dancer in the Darkness", das ihr im wahrsten Sinne des Wortes im Traum eingefallen ist:
"Das ist ein Lied ohne Text. Eines Nachts träumte ich von den Noten. Als ich aufwachte, schrieb ich sie sofort nieder. Ich experimentierte mit den Rhythmen und stellte dann fest, dass der Effekt des Lieds durch die Ergänzung eines Texts ruiniert werden könnte."
Das Lied "Dancer in the Darkness" ist das bekannteste Lied des zweiten Albums von "HAYA". In den USA gilt es bereits als ernsthafter Anwärter auf einen Grammy.
Um ihre Fans auf der ganzen Welt auch in Zukunft mit einzigartiger Musik unterhalten zu können, wurden zwei neue ausländische Mitglieder in die Band aufgenommen. Zudem soll "HAYA" durch diese Maßnahme ein etwas internationaleres Antlitz erhalten, erklärt Zhang Quansheng.
Als wir die Mitglieder von "HAYA" interviewen, bereiten sie sich gerade auf ihr Live-Konzert in Beijing vom 26. Juni vor. Durch ihren Auftritt in der chinesischen Hauptstadt erhofft sich die Band einen größeren Bekanntheitsgrad auf dem chinesischen Festland. Denn Weltmusik ist nach wie vor ein Genre, das auf dem chinesischen Festland ein Schattendasein fristet. Wir drücken den sympathischen Bandmitgliedern natürlich die Daumen und hoffen, dass sich das bald ändern wird.
Das, liebe Hörer, war ein Beitrag über die aufstrebende chinesische Band "HAYA" und ihre mongolische Weltmusik.
Verfasst von: Chen Zhe
Übersetzt von: Xiao Lan
Gesprochen von: Xu Wei



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