Dass der Mensch schwitzt, ist ganz natürlich. Ist die Umgebungstemperatur hoch, dann beginnt der menschliche Körper Schweiß zu bilden. Bei psychischer Anspannung oder im Falle von Schmerzen beginnen die Handfläche oder das Fußgewölbe ebenfalls zu schwitzen. Gemäß der Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin dient das normale Schwitzen dazu, die Körpertemperatur zu regulieren, Abfallstoffe aus dem Körper auszuscheiden und die Balance zwischen dem Yin und Yang im menschlichen Körper wieder herzustellen. Wann ein Mensch schwitzt, wo er schwitzt und wie viel er schwitzt, hängt laut TCM-Ärzten von seiner Körperkonstitution ab.
Übermäßiges Schwitzen wird oft durch Krankheiten verursacht, zum Beispiel durch Diabetes, Bluthochdruck, Herzschwäche, Krebs oder Tuberkel. Es gibt aber auch abnormale Schweißsymptome, die nicht durch körperliche Beschwerden verursacht werden.
Es gibt Leute, die tagsüber übermäßig schwitzen. Egal, ob im Winter oder im Sommer, sie schwitzen immer übermäßig viel - selbst wenn sie sich nicht oder nur gering körperlich betätigen. Die Menschen, die zu dieser Personengruppe gehören, sind oft von körperlich schwacher Konstitution, sprechen leise, haben keinen Appetit und erkälten sich oft. In der TCM wird dieses Syndrom als Qi-Schwäche bezeichnet. Als Heilmittel gegen übermäßiges Schwitzen eignen sich die Yamswurzel, Bohnensaft oder ein TCM-Kräutertee mit Dangshen (codonopsitis pulsatilae radix) und Huangqi (Astragali membranacei radix). Ebenfalls empfehlenswert gegen diese Qi-Schwäche sind langsame, lockere Bewegungsübungen wie das Taiji-Boxen oder das Baduanjin-Boxen.
Ein anderer Fall ist das Schwitzen in der Nacht. Wenn man schläft, schwitzt man viel. Nach dem Erwachen nimmt die Schweißaussonderung wieder ab. In der TCM wird dieses Phänomen als "Nachtschweiß" bezeichnet. Menschen, die unter übermäßigem "Nachtschweiß" leiden, spüren oft Hitzewallungen am Handteller und im Fußgewölbe. Sie sind oft nervös, haben ein gerötetes Gesicht und einen trockenen Hals. In der TCM wird dieser Sachverhalt als Yin-Schwäche bezeichnet. Menschen mit "Nachtschweiß" sollten mehr Lilienzwiebeln und Birnen essen. Speisen mit Schaffleisch, Sommerzwiebeln, Lauch, Ingwer und Knoblauch, die Hitze im Körper verursachen, sollten solche Menschen falls möglich vermeiden. Ebenfalls empfehlenswert gegen "Nachtschweiß" ist ein Becher Tee mit Becherglocken, Schlangenbart-Knollen, Schisandra-Früchten oder mit amerikanischem Ginseng.
Wer am Kopf und an der Stirn viel schwitzt und gleichzeitig unter Blähungen im Oberbauch leidet, der sollte seine Essmenge reduzieren und kein Fleisch essen. Im Falle von übermäßiger Schweißbildung am Handteller und im Fußgewölbe mit trockenem Hals als Begleitsymptom handelt es sich meistens um eine Yin-Schwäche. Treten als Begleitsymptome Blähungen und Verstopfung auf, handelt es sich eindeutig um Darmprobleme. Wird das Auftreten von Schweiß am Handteller und im Fußgewölbe von Mundtrockenheit und Zahnschmerzen begleitet, handelt es sich meistens um Magen-Hitze. In diesen Fällen sind TCM-Präparate wie Niu Huang Qing Wei Wan besonders geeignet.
Menschen, die viel und oft kopflastig arbeiten, schwitzen besonders häufig im Brustbereich, etwa zwischen den beiden Brustwarzen. Solche Menschen sind oft müde oder beklagen sich über Appetit- und Schlaflosigkeit. Bei ihnen kann man eine Herz-Milz-Schwäche feststellen, die durch übermäßiges Denken verursacht wird. Gemäßigte Bewegungen, etwa durch Jogging, Taiji-Boxen oder Baduanjin-Boxen, können ihnen helfen, Stress abzubauen und Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Gewöhnlicher Schweiß ist geruchsneutral. Wenn der Schweiß stinkt, handelt es sich meistens um Hitze- oder Nässestau im Körper. In diesem Fall sollte man weniger Fleisch zu sich nehmen und Chrysanthementee trinken.
Übersetzt und gesprochen von: Qiu Jing



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