In unserer Internetumfrage ist es mir aufgefallen, dass sich viele Benutzer unserer Webseite für den Umweltschutz in Tibet interessieren. Auch viele meiner ausländischen Freunde erzählen mir häufig, dass sie in ihrem Leben unbedingt einmal nach Tibet wollen. Ich persönlich plane derzeit gerade meine erste Reise nach Tibet.
Für mich ist Tibet eine Region, von der ich schon lange träume. Und ich freue mich schon, bald die wunderschöne Landschaft auf dem Dach der Welt einmal selbst zu erleben. Denn mit Worten, so sagte man mir, lasse sich die Natur Tibets nicht beschreiben.
Seit der demokratischen Reform vor 50 Jahren hat sich das nationale Autonome Gebiet Tibet extrem gewandelt. Mit der Eröffnung der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie im Jahr 2006 erhielt die Entwicklung des tibetischen Raums einen weiteren Aufschwung. Doch so ein Aufschwung kann auch so einige Fragen aufwerfen. Steht etwa die rasante Entwicklung der tibetischen Wirtschaft und Gesellschaft im Widerspruch mit dem Umweltschutz? Was unternehmen die Umweltschutzbehörden? Was sagen die Tibeter selbst zu diesem Thema?
"Der Himmel in Tibet ist weiterhin blau. Das Wasser in Tibet ist weiterhin kristallklar. An all dem hat sich nichts geändert."
Das sagt Kelsang Norbu, ein PKKCV-Mitglied aus Tibet. Er ist in Tibet geboren, aufgewachsen und arbeitet nun als Arzt in einem tibetischen Krankenhaus. Er sagt, der Umweltschutz hat höchste Priorität in Tibet. Alle Unternehmen müssen demnach hohe Umweltauflagen erfüllen. Betriebe, die Ressourcen verschwenden bzw. Umwelt belasten, seien verboten, sagt Kelsang Norbu.
Für den Umweltschutz in Tibet stellen die Zentral- und Lokalregierungen immer mehr Geld zur Verfügung. Außerdem gibt es viele Förderprojekte für den Einsatz von alternativen Energien. So läuft etwa in den Ackerbau- und Weidegebieten ein Projekt, das Brennholz durch Solarenergie und Biogas ersetzen will. Immer mehr Bauern und Hirten nutzen bereits die so genannte saubere Energie, so dass die Luftqualität in Tibet weiterhin ausgezeichnet ist.
Im Jahr 2001 ist mit den Bauarbeiten der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie begonnen worden. Viele Experten machten sich damals große Sorgen, dass die Eisenbahn möglicherweise das ökologische Gleichgewicht und die Umwelt in Tibet zerstören würde. Doch Kelsang Norbu kann eigentlich nur Gutes berichten.
"Bereits vor den Bauarbeiten der Eisenbahn hat die Zentralregierung und die lokale Regierung großen Wert auf den Umweltschutz gelegt. Fast der gesamte Bereich entlang der Eisenbahnlinie ist wieder begrünt worden, so dass man aus der Ferne die Schienen kaum sehen kann."
Kelsang Norbu sagt, über die Eisenbahnschienen seien viele Brücken gebaut worden. Allerdings nicht für Menschen, sondern für Tiere. Das war mir persönlich neu und hat mich auch ziemlich überrascht. Ich habe einmal in der Schweiz solchen Brücken entlang der Autobahn gesehen. Damals fragte ich mich, wann wir in China im Bereich Umweltschutz das europäische Niveau erreichen würden. Allerdings ist mir ganz klar, dass wir in Punkto Umweltschutz Europa noch zum Teil weit hinterher hinken. Allerdings sind wir fest dabei, diesen Abstand stetig zu verkleinern und das freut mich.
Seitdem die Eisenbahn ihren Betrieb aufnahm, hat die Tourismusbranche in Tibet einen Boom erlebt. Jedoch entwickelt sich die Tourismusbranche dabei nicht unbedingt immer in absoluter Harmonie mit der Umwelt, sagt das buddhistische PKKCV-Mitglied Nagtsang Tanqu Chengle aus Tibet.
"Es gibt sicherlich gewisse Widersprüche zwischen Tourismus und Umweltschutz. Aber ich glaube, das ist ein Problem, das von Menschenhand gelöst werden kann. Tibet braucht diese Eisenbahn. Denn die Verkehrverbindung fördert die Entwicklung der gesamten Region. Dennoch muss sich jeder Tourist bemühen, damit Tibet weiterhin so schön bleibt, wie es ist."
Soweit das PKKCV-Mitglied Nsang Tanqu Chengle aus Tibet zur Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie und ihren Einfluss auf die Umwelt.