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Wang Xisan, ein Meister der Flaschenmalerei
  2009-03-05 16:44:43  cri
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Die Flaschenmalerei verlangt besondere Techniken und Fertigkeiten, die in China lange Zeit von Generation zu Generation weitergegeben worden sind. In den folgenden Minuten lernen Sie Wang Xisan, einen Meister der Flaschenmalerei, kennen.

Wang Xisan wurde in Beijing geboren und ist dort auch aufgewachsen. Als er noch ein kleiner Junge war, war das Markttreiben in der Nähe seines Elternhauses sehr lebhaft. Wang Xisan konnte dort viele interessante Dinge entdecken. Was ihn jedoch ganz besonders begeistert hat, war das Bemalen der Innenseiten von kleinen Flaschen. Flaschenmalerei war in China bereits im 18. Jahrhundert populär. Künstler malten beispielsweise verschiedene Motive an die Innenwand eines gläsernen Tabakbehälters.

Es wunderte den kleinen Wang Xisan sehr, wie man überhaupt ein Fläschchen, dessen Öffnung so groß wie der Durchmesser eines Eßstäbchens ist, innen bemalen konnte.

Als Wang Xisan 20 Jahre alt war, beschloß das Beijinger Institut für Handwerkskünste, auch Schüler der Flaschenmalerei aufzunehmen. Von den mehr als 300 Bewerbern wurden lediglich drei aufgenommen. Wang Xisan war einer von. Dazu sagt er rückblickend:

"1957 bestand ich die Aufnahmeprüfung, und im Februar des darauffolgenden Jahres ging ich in die Lehre. Das Beijinger Institut für Handwerkskünste war damals eine Spitzeninstitution in diesem Bereich. Die Lehrer, die dort Unterricht erteilten, waren alle Kunsthandwerksmeister."

Flaschenmalerei ist höchstkompliziert. Das Glas muß vor der Bemalung poliert werden. Dem Künstler steht dann nur ein kleiner Bambuspinsel zur Verfügung, mit dem er in einem langwierigen Prozess die Motive innen auf das Glas malt. Jedes Detail wird mühevoll herausgearbeitet und spiegelbildlich aufgetragen, damit das Bild von der Vorderseite her betrachtet werden kann. Wang Xisan hat diese Art der Malerei immer großen Spaß gemacht. Von ihm gemalte Katzen haben beispielsweise leuchtende Augen und dichtes Haar. Sie machen sogar einen so lebhaften Eindruck, dass man jederzeit damit rechnet, sie würden gleich aus dem Fläschchen springen, so Kunstkritiker.

In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren die Werke von Wang Xisan auch bei amerikanischen Sammlern beliebt. Ein einzelnes Werk von ihm kostete damals über 2.000 Yuan RMB, dies entsprach dem Lohn eines einfachen Arbeiters von mehreren Jahren. 1983 wurde Wang Xisan von der Internationalen Studiengesellschaft für Schnupftabakgläser zum Ehrenmitglied erklärt. Er ist damit der erste Chinese, der diesen Titel erhalten hat. Als er auf der anschließenden Jahrestagung in Kanada erschien, wurde er von den Anwesenden begeistert empfangen. Die zuständigen Beamten für Export, die ihn nach Kanada begleiteten, waren zu Tränen gerührt. Wang Xisan hatte mit seiner Kunst die Welt erobert.

Um mehr Leute mit dieser Kunstart vertraut zu machen, hat Wang Xisan eine Werkstatt für die Herstellung von Schnupftabakgläsern gegründet. Schülern von ihm, die innovationsfreudig waren und ausgezeichnete Fertigkeiten besaßen, wurde es ebenfalls erlaubt, seine Marke "Yi Hu Zhai" zu benutzen.

Später hat Wang Xisan eine Akademie für Flaschenmalerei gegründet. Dazu Wang Xisan:

"Ich nutze die Marke 'Xi San' für meine eigenen Werke. Die besten Schüler von mir in der Akademie dürfen alle diese Marke nutzen. 'Xi San' ist mittlerweile schon eine bekannte Marke in unserer Provinz geworden."

In der Akademie werden unter anderem auch systematisch grundlegende Maltechniken und künstlerische Fertigkeiten gelehrt. Anschließend werden die Schüler mit den Techniken der Flaschenmalerei vertraut gemacht. Die Stadt Hengshui, in der Wang Xisan lebt, erhielt vor kurzem von der Regierung sogar den Titel "Heimat der chinesischen Flaschenmalerei". 20.000 bis 30.000 Menschen sind dort in einem mit der Flaschenmalerei verbundenen Beruf tätig. Jährlich werden in Hengshui mehrere Hundert Millionen Yuan RMB erwirtschaftet.

In der Flaschenmalerei gibt es mehrere Schulen und Stilrichtungen, wie zum Beispiel die Beijinger Schule oder die Shandonger Schule. Wang Xisan hat während seiner jahrzehntelangen Praxis einen eigenen Stil entwickelt, der auch in der Art der Pinselführung sowie der Farbnutzung erkennbar ist: 

"Die Beijinger Schule ist durch Schlichtheit, die Shandonger Schule wiederum durch Anmut gekennzeichnet. Wir haben die Erfahrungen mehrerer Schulen gesammelt und auf dieser Basis unseren eigenen Stil entwickelt. Zum Beispiel wird in der Beijinger Schule ein Bambuspinsel benutzt. Die Linienführung ist grob, das betrifft aber sowohl Steine als auch Kleiderfalten. So nutzen wir also bei der Bemalung von Steinen die Technik der Beijinger Schule und bei der Bemalung von Figuren die Technik der Shandonger Schule. Außerdem haben wir Pinsel mit Metallhalter erfunden."

Der heute über 70-jährige Wang Xisan will auch in seinem hohen Alter seinen Beruf nicht aufgeben. Für die Flaschenmalerei sei ein guter seelischer Zustand und ein außerordentlich gutes Sehvermögen erforderlich, meint der Künstler. Bei der Arbeit habe er nichts weiter als die Motive im Kopf, bei den feinsten Pinselführungen müsse er sogar den Atem anhalten, so Wang Xisan. Um sein Sehvermögen vor unnötiger Abnutzung zu schützen, schaue er seit Jahren außer den Nachrichten nur selten Fernsehsendung an. Wang Xisan ist mittlerweile auch zu einem der ersten Fortführer des immateriellen Kulturerbes auf Staatsebene erklärt worden. Er will nun sein Wissen verstärkt an den Nachwuchs weitergeben.

Verfasst von: Li Xiaoping

Übersetzt von: Xiao Lan

Gesprochen von: Chen Yan

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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