Der Kreis Libo befindet sich auf dem Yunnan-Guizhou-Plateau in der südwestchinesischen Provinz Guizhou. Libo ist zu mehr als 50 Prozent mit Wäldern bedeckt. In dieser Ortschaft leben hauptsächlich nationale Minderheiten, vor allem die Buyi, die Shui, die Miao und die Yao.
Im Juni 2007 wurde Libo zusammen mit zwei anderen südchinesischen Ortschaften von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Alle drei Orte zeichnen sich durch Karstlandschaft aus. Dazu erklärt uns Ji Baoshan, der für die Naturerbe-Bewerbung zuständig ist:
"Libo verfügt über unvorstellbare Naturphänomene, natürliche Schönheit und einen hohen ästhetischen Wert. Durch all dies kann man die Evolutionsgeschichte erkennen. Wie zum Beispiel die Spuren von Lebewesen. Die Landschaft in Libo zeigt uns also ihre geomorphologische Veränderung sowie ihre typische lokale Beschaffenheit."
Xiaoqikong ist wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Libo. Sie zeichnet sich durch abwechselungsreiche Landschaften wie Urwälder, Flüsschen und Seen aus. Das Wandern durch die Urwälder ist eine gute Erholung. Die Touristin Li kommt aus Beijing. Sie berichtete von ihrem Eindruck:
"Mir gefällt vor allem der Wald am Wasser. Dort wachsen die Bäume aus den Steinen empor und zeigen starke Lebenskraft. Sie sehen schön aus."
Der Wald, den die Touristin eben erwähnte, scheint aus großer Entfernung direkt auf dem Wasser zu wachsen. Tatsächlich wachsen die Bäume jedoch aus den kargen Steinen im Fluss. Die Bäume wachsen aus den Spalten der Steine, ihre Wurzeln strecken sich in alle Richtungen und suchen nach Nährstoffen. Viele dieser Bäume sind einige Jahrhunderte alt.
Neben dem Urwald kann man auch noch zwei miteinander verbundene Seen besuchen. Der Wald spiegelt sich im türkisgrünen Seewasser. Man kann ein Boot mieten und über den See rudern.
Etwa fünf Kilometer von den Seen entfernt ist das Tal Daqikong. Daqikong bedeutet im Deutschen Sieben Große Brückenöffnungen, weil an dieser Stelle eine alte Brücke mit sieben Brückenbögen steht. Im Tal Daqikong kann man reißende Flüsse, Wasserfälle und Tropfsteinhöhlen bewundern. An den Öffnungen der Höhlen wachsen üppige Pflanzen.
Im Sommer vergangenen Jahres wurde Libo zusammen mit zwei anderen Ortschaften Südchinas von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit ernannt. Dies bedeutet für die Ortschaft, dass sie die Umwelt noch intensiver schützen muss. Dazu sagt Wang Zhenjing, ein Regierungsvertreter aus Libo:
"Dass Libo von der UNESCO zum Naturerbe ernannt wurde, bedeutet für uns einen höheren Druck und zugleich eine Herausforderung. Wir müssen also den strengen Forderungen der UNESCO nachkommen, um die Natur und die Resourcen in Libo besser und intensiver zu schützen."
In Zukunft will die Kreisregierung von Libo die Infrastruktur, die Erschließung neuer Sehenswürdigkeiten und der lokalen Kultur koordinieren. Der Schutz der Karstlandschaft hat dabei den Vorrang.
Reisetipps:
Libo liegt im Süden der südwestchinesischen Provinz Guizhou. Man kann von Großstädten wie Beijing oder Shanghai aus nach Guiyang, der Provinzhauptstadt fliegen. In Guiyang steigt man in den Zug um und fährt bis nach Dushan. In Dushan muss man wieder in den Bus umsteigen. Oder nehmen Sie in Guiyang den Überlandbus nach Libo.
Die beste Reisezeit ist im Sommer. Libo hat eine ideale Sommerfrische.
Der Eintritt in die Landschaftszone Xiaoqikong kostet umgerechnet acht Euro und der Eintritt in die Daqikong etwa drei Euro.



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