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Das Hängende Kloster in Shanxi
  2007-05-22 12:44:48  cri
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Das Hängende Kloster befindet sich im Kreis Hunyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi. Es wurde im Jahre 491 während der Nördlichen Wei-Dynastie erbaut und hat somit eine Geschichte von mehr als 1.500 Jahren.

Auf Chinesisch heißt das Kloster Xuankongsi. Es wurde entlang einer Steilwand 50 Meter über einem Tal gebaut, wobei man sich natürlicher Aushöhlungen und Vorsprünge zur Abstützung bediente. Aus diesem Grund ist das Kloster bis heute auch vor Regen und Sonnenschein geschützt.

Das Kloster selbst besteht hauptsächlich aus Holz. Die Grundfläche beträgt 152 Quadratmeter und ist damit etwas kleiner als ein halbes Basketballspielfeld. Trotzdem befinden sich in dem Hängenden Kloster 40 Hallen und Pavillons, wobei viele kleine Bauten übereinander angebracht sind. Beobachtet man aus einiger Entfernung das Kloster, so hat man den Eindruck, als ob die Hallen und Pavillons von Säulen gestützt würden. Und der große Felsen über dem Kloster scheint jederzeit auf das Gebäude fallen zu können.

Die Hallen werden durch einen schmalen Holzsteig miteinander verbunden. Der Holzsteig hängt dabei an einer Felswand und ist so eng, dass nur jeweils eine Person passieren kann. Wer auf den Steig tritt, hält automatisch seinen Atem und geht vorsichtig und langsam voran. Die Touristin Lin Yu beschreibt uns ihren Eindruck auf dem schmalen Holzsteig:

"Es war sehr hoch. Ich hatte den Eindruck, als ob ich in der Luft schweben würde."

Im Volksmund heißt es, dass das Gebäude des Hängenden Klosters von 30 Säulen gestützt wird. Der Forscher Sun Yi meint aber, dass das Gewicht des Klosters anderweitig getragen wird:

"In Wirklichkeit tragen die Säulen, die unter dem Kloster stehen, das Gewicht nicht. Es wird vielmehr von den Balken getragen, die man in den Felsen geschlagen hat. Das ist etwas ganz besonders."

Das Fundament des Klosters beruht auf 27 liegenden Balken, die man in die Felswand hineingeschlagen hat. Die Architekten haben bei ihrem Entwurf präzise kalkuliert, welcher Balken wieviel Gewicht tragen muss.

Viele stellen sich die Fragen, warum man dann die Säulen errichtet hat, obwohl sie kein Gewicht tragen. Man erzählt uns, dass ursprünglich unter dem Kloster sehr dicke Säulen standen. Da sie so dick waren, schien das Kloster nicht mehr in der Luft zu hängen. Aus diesem Grund ließ ein Mönch die Säulen abbauen. Dies habe jedoch viele Pilger und Besucher abgeschreckt. Daher konnten die Mönche nicht anders, als die Säulen wieder aufzustellen. Aber diesmal errichteten sie nur dünne Säulen. Der Architekturforscher Luo Zhewen beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Bauwerk. Er spricht von dem hohen künstlerischen Wert des Klosters:

"Die Felswand hat sowohl Vorsprünge als auch Aushöhlungen. Man machte sich diese zunutze und verband sie mit Brücken oder Balken. So entstand ein Gebäude, das gerade der Vorstellung der Chinesen von einem paradiesischen Gebäude entspricht. Ich meine, es hat einen hohen künstlerischen Wert."

Das Kloster selbst ist nicht groß. Aber in den Hallen thronen sehr viele Statuen: Bronzestatuen, Eisenstatuen, Statuen aus Ton oder aus Stein. Doch sind diese Figuren im Vergleich zu denen anderer Klöster etwas kleiner.

Besonders interessant ist, dass in dem Hängenden Kloster Gottheiten und Figuren der drei einflussreichsten philosophischen Strömungen in China nebeneinander verehrt werden. In der Sanjiao-Halle, der höchsten Halle des Klosters, thronen Statuen von Buddha, Laoze und Konfuzius.

Reisetipps:

Der Eintritt in das Kloster kostet umgerechnet etwa sechs Euro.

Die beste Reisezeit ist im Frühling oder im Sommer. Während des Winters ist es dort einfach zu kalt, der Sommer jedoch ist im Kreis Hunyuan angenehm kühl.

Das Kloster ist jeden Tag von neun Uhr bis elf Uhr vormittags für Besucher geöffnet.

Um dorthin zu kommen, kann man mit dem Zug direkt nach Datong fahren. Zwischen dem Bahnhof Datong und dem Kreis Hunyuan verkehren Überlandbusse. Die Fahrt kostet 15 Yuan, also etwa 1,50 Euro.

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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