
Die Kaurimuschel, die hauptsächlich in den warmen Gewässern des Pazifiks und des Indischen Ozeans beheimatet ist, breitet sich über Meere und Berge hinweg aus und wird eines von den Handel treibenden Nationen der Alten Welt am häufigsten verwendetes Zahlungsmittel. Sie war in vielen Ländern Asiens, Afrikas, Ozeaniens und bisweilen sogar in Europa im Umlauf. Die ältesten Spuren der Verwendung dieses Zahlungsmittels sind auf in China entdeckten Bronzegegenständen zu finden und gehen in das 13. Jahrhundert vor Christi Geburt zurück. Außerdem werden in einigen chinesischen Ideogrammen die Kaurimuscheln erwähnt, wenn es darum geht, Worte mit großer wirtschaftlicher Bedeutung wie "Währung", "Geld", "kaufen", "Wert" usw. darzustellen.
Schon in der Shang-Zeit waren neben der Kaurimuschel Schildkrötenschalen, Perlen und Jade als Zahlungsmittel weit verbreitet. Besonders die Kaurimuschel galt damals als kostbarer Gegenstand. Bis heute enthalten eine Reihe chinesischer Schriftzeichen, deren Bedeutung mit „Geld" oder „Wert" zu tun haben, das Zeichen für Kauri als sinnanzeigendes Element.
Der Sage nach hielt König Zhou, der letzte Herrscher der Shang-Dynastie, den Fürsten Zhou Wen einst sieben Jahre gefangen. Zhou Wen kam erst frei, als ein Gefolgsmann von ihm eine besonders große Kauri aus dem Süden mitbrachte und sie dem König zum Geschenk machte. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Warenproduktion wurden auch immer größere Mengen von Zahlungsmitteln benötigt. Doch vor allem im Landesinneren gab es viel zu wenig echte Kaurimuscheln, sodass man allmählich dazu überging, Geld aus Metall herzustellen.
Das früheste Metallgeld in China war der Form nach eine Kupfer-Imitation der Kaurimuschel und kam gegen Ende der Shang-Zeit auf. Archäologisch belegt sind zwei Arten: inschriftenlose Stücke, die praktisch Metallkopien der echten Kauri sind, und mit eingravierten Schriftzeichen versehene Münzen. Letzere waren vor allem in dem Fürstentum Chu, ungefährt in denheutigen Provinzen Hubei und Hunan,verbreitet. Damals gab es in diesem Fürstentum auch noch eine andere Art von Metallgeld gab, und zwar zu Scheiben gegossenes Gold.
Allgemeine Verbreitung fanden metallische Zahlungsmittel schließlich in der Frühlings- und Herbstperiode (770 bis 476 vor Christus.) und der darauffolgenden Zeit der Streitenden Reiche (475 bis 221 vor Christus). Landwirtschaft und Handwerk entwickelten sich kräftig weiter, die gesellschaftliche Arbeitsteilung nahm immer mehr zu, mehr und mehr Güter wurden produziert. So nahmen auch Warenumlauf und Geldverkehr stark zu. Gebräuchlich waren spaten- und messerförmiges Kupfergeld sowie Lochmünzen.
Die Spatenmünze entlehnt ihre Form eigentlich einem landwirtschaftlichen Werkzeug, dem Spaten. Sie war besonders in den agrarisch orientierten Reichen der Mittleren Ebene, Qin, Han, Wei usw., verbreitet. Die größten Spatenmünzen waren vier bis fünf Zoll lang und wogen bis zu 40 Gramm; die kleinsten waren fünf bis sechs Gramm schwer. Anfangs noch sehr grob gegossen, groß und sogar mit einer Aussparung zum Aufnehmen des Holzschaftes versehen, unterschieden sie sich kaum von der wirklichen Spatenform. Später setzte dann eine allmähliche Stilisierung ein, und die Münzen entfernten sich zunehmend vom Formvorbild des Ackergeräts.
Die Messermünzen kamen im Osten und Nordosten auf und waren vor allem in Qi, Yan und anderen Reichen in Umlauf, die sich entlang der Küste und über hügeliges Gelände erstreckten. Die Menschen lebten hier hauptsächlich vom Fischfang und von der Jagd. Das Messer war ihr herausragendes Universalwerkzeug und von so großer Bedeutung im Alltagsleben, dass sogar dem Geld diese Form gegeben wurde. Spaten- und Messermünzen waren großteils mit einer Einschrift versehen, die ihren Herkunftsort angab. In der Weltgeschichte des Geldwesens sind diese "Werkzeugmünzen" wohl ohne vergleichbares Pendant.
In weit geringeren Mengen waren die Lochmünzen verbreitet. Es wird angenommen, dass ihre Form auf das Spinnrad zurück geht.
Zurzeit gibt es in der Welt über 200 Geldscheine, die in über 190 Ländern und Gebieten der Welt im Umlauf sind. Die Geldscheine verschiedener Länder spiegeln zu einem gewissen Grad auch die Kultur und Geschichte des jeweiligen Landes wieder.
Zum ältesten Geldschein in China und in der Welt gehört der Jiaozi, der in Chengdu während der chinesischen Nördlichen Song-Dynastie, also etwa im 10. Jahrhundert, hergestellt wurde. In Europa wurde der erste Geldschein im Jahr 1661 von der schwedischen Staatsbank herausgegeben.
Der Jiaozi-Geldschein erleichterte den Handel wesentlich und glich den herrschenden Mangel an Geld aus. Er stellt einen großen Fortschritt in der Geldgeschichte Chinas dar. Außerdem, als der älteste Geldschein in China und der Welt spielte der Jiaozi eine wichtige Position in der Geschichte des Drucks und der Holzschnitterei. Er war für die Entwicklung von Drucktechniken für Geldscheine im antiken China von großer Bedeutung.
Text: Huang Gang
Gesprochen von: Zhu Liwen



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