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Die Kultur der Zhuang-Nationalität in Guangxi
  2008-12-11 17:41:50  cri
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Das Autonome Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität ist die Heimat der Zhuang, der bevölkerungsreichsten Nationalität unter den 55 nationalen Minderheiten Chinas. 16 Millionen von den insgesamt 19 Millionen Angehörigen dieser Nationalität leben in Guangxi. Die Zhuang machen 87 Prozent aller Angehörigen der elf in Guangxi ansässigen Minderheiten aus. Ihre Kultur ist daher repräsentativ für die lokale Kultur in Guangxi.

Guangxi weist eine reichhaltige regionale Kultur auf. Ein herausragendes Beispiel dafür sind die Felsmalereien im Einzugsgebiet des Zuojiang-Flusses. Die Bilder wurden von den Vorfahren der Zhuang-Nationalität gemalt und stammen aus der Zeit zwischen dem fünften Jahrhundert vor Christus und dem dritten Jahrhundert nach Christus. Aufgrund ihrer imposanten Größe und ihrer Grandiosität nehmen die Felsmalereien weltweit eine führende Stellung ein. Die Felsmalereien im Einzugsgebiet des Zuojiang-Flusses zählen zu den acht wichtigsten antiken Felsmalereien der Welt.

Die antike chinesische Felsmalerei war auch auf der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 zu sehen. Zusammen mit den vier großen chinesischen Erfindungen, der chinesischen Schrift und dem Porzellan repräsentierte die Felsmalerei die 5.000-jährige chinesische Kultur. He Yang vom Rundfunk Guanxi gibt uns einen Überblick über die Besonderheiten der Felsmalerei im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität:

"An den Berghängen entlang dem Zuojiang-Fluss finden sich über 50 bemalte Felswände. Mit feuerrotem Farbstoff wurden mehr als 1.900 verschiedene Motive wie Menschen, Pferde und andere Tiere sowie Messer und Schwerter gemalt. Am größten ist die zirka 8.000 Quadratmeter große Felsmalerei Huangshan, die 172 Meter lang und 120 Meter breit ist. Die Menschen sind alle in Kauerposition und mit gekrümmten Ellbogen dargestellt. Der Stil ist grob und schlicht."

Wie gelang es den Vorfahren der Zhuang-Nationalität, auf den steilen Felsen Bilder zu malen? Welche Stoffe haben sie als Farbe benutzt, so dass die leuchtende Farbe der Bilder über einen so langen Zeitraum hinweg der Erosion durch Wind und Sonne standhalten konnte? Und wer waren eigentlich die Maler dieser Bilder? Bis heute geben diese Fragen der Wissenschaft Rätsel auf.

Historischen Aufzeichnungen zufolge wurden die Felsmalereien im Einzugsgebiet des Zuojiang-Flusses schon während der südlichen Song-Dynastie (1127-1279) entdeckt. Ihre wissenschaftliche Erforschung begann aber erst in den 1950er Jahren nach Gründung der Volksrepublik China. Zahlreiche Wissenschaftler aus dem In-und Ausland kamen nach Guangxi, um das Rätsel der Felsmalereien am Zuojiang-Fluß zu lüften. Allein die zuständigen Behörden Guangxis haben acht große Untersuchungen organisiert. Die größte fand zwischen April und November 1985 statt. Wissenschaftler aus über zehn Fachgebieten, darunter Geschichte, Ethnologie, Archäologie, bildende Kunst und Chemie, nahmen daran teil. Erforscht wurden der Jahrgang und Inhalt der Bilder, ihr künstlerischer Stil sowie ihre Zugehörigkeit. Tan Naichang, der stellvertretende Leiter der Chinesischen Studiengesellschaft für Ethnologie und Leiter des Nationalitäteninstituts Guangxi, beteiligte sich ebenfalls an dieser wichtigen akademischen Untersuchung:

"Nach der Erforschung der Felsmalereien Ende der 1980er Jahre gaben Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen das Buch "Studien und Erforschung der Felsmalereien im Einzugsgebiet des Zuojiang-Flusses in Guangxi" heraus. Das Werk ist von großer akademischer Bedeutung. Zeitgleich wurden die Felsenbilder in Beijing ausgestellt. Die Ausstellung stieß sowohl in akademischen Kreisen als auch bei der politischen Führung auf großes Interesse. Seither wird immer mehr Wert auf den Schutz der Felsmalerei Huangshan gelegt."

Im Jahr 1988 wurde die Felsmalerei Huangshan vom chinesischen Staatsrat unter staatlichen Schwerpunktdenkmalschutz gestellt. Seither unterstützt die Lokalregierung den Schutz und den Erhalt der Felsmalereien jedes Jahr aus einem speziellen Fonds.

Neben der Felsmalerei hat das Autonome Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität noch eine vielfältige Nationalitätenkultur vorzuweisen. Besonders charakteristisch für die in Guangxi beheimateten Nationalitäten sind Bronzetrommeln, wie uns He Yang vom lokalen Rundfunk erklärt:

"Guangxi ist die Heimat der Bronzetrommel, die von den Einheimischen als heilig betrachtet wird. Fast in jedem Dorf wird eine Bronzetrommel aufbewahrt, die bei Opferzeremonien benutzt wird. Bronzetrommeln gelten als Symbole der Macht. Guangxi verfügt nicht nur über die weltgrößte Bronzetrommel, sondern auch über die meisten Bronzetrommeln auf der ganzen Welt. Im vergangenen Jahr wurde die bisher älteste Bronzetrommel überhaupt ausgegraben. Ihr Alter wird auf über 3.000 Jahre geschätzt. Nennenswert ist auch der mehrstimmige Chor der Schwarzkleider-Zhuang, einer Untereinheit der Zhuang-Nationalität. Der Chor der Schwarzkleider-Zhuang hat die These westlicher Musiker, in China gebe es keinen mehrstimmigen Chor, widerlegt."

Verfasst von: Liao Honghui, Guo Qi

Übersetzt von: Xiao Lan

Gesprochen von: Chen Yan

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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