Wir über uns Kontakt Jobs Fragen? Archiv
Warum lernt Japan nicht von Deutschland?
  2012-09-20 09:11:55  cri

An diesem Punkt ist Japan noch nicht angekommen. Was die Kriegsverbrechen Japans angeht, wurde von dem Land nicht dieselbe Menge an Reue und Aufrichtigkeit gezeigt wie von Deutschland. Es gab durchaus einige japanische Politiker, die ehrliche Entschuldigungen äußerten. In manchen Fällen mag dies nur eine Geste gewesen sein, um temporäre Situationen zu beschwichtigen. Die vergangenen Jahre gedachten einige Politiker den Millionen von gefallenen Soldaten am Yasukuni-Schrein, was vielen Menschen ein Dorn im Auge ist. Weil manche Politiker einer ganzen Generation gar nicht oder nur mäßig ihrer Geschichte gegenübertreten wollen, ist es keine einfache Sache für das Land Japan, seine Vergangenheit im richtigen Licht zu betrachten. Es ist schwierig, den Nachbarn so ins Antlitz zu blicken, so die ehemaligen Kriegsgegner zu konfrontieren. Mit der Zeit wird man eine Lehre aus dem in der Vergangenheit vergossenem Blut ziehen, solange diese nicht passiert und man auf dieser Basis Probleme wie die Diaoyu-Inseln behandelt, wird man schlichtwegs weiter auf dem falschen Pfad wandern.

Der zweite Grund wäre, dass man international nur wenig auf die kleineren militaristischen Gruppen in Japan achtet, beziehungsweise von außen nicht genug Druck auf selbige ausübt. Während sich Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erholte, war die öffentliche Meinung im Westen immer von lautstarker Auflehnung geprägt und kein bisschen barmherzig. In ein wenig Zeit konnte man sich abzeichnende nationalsozialistische Tendenzen feststellen, was mit überwältigender Verurteilung und Kritik kommentiert wurde. Schnell wurden die Entwicklungen im Keim erstickt, sodass eine Situation erst gar nicht aufkommen konnte. Seltsam ist, dass diese "Mainstream-Meinung" über das im Zweiten Weltkrieg besiegte Japan deutlich schwächer ausfällt und der Aufstieg militaristischer Gruppen mit Gleichgültigkeit oder sogar einem blinden Auge gekontert wird. Auch fallen nur selten kritische Worte über diejenigen, die sich unehrlich und ohne Bedauern ihrer Geschichte gegenüber zeigen. In den 20 Jahren, in denen ich mich in Europa aufhielt, habe ich nur äußerst selten Berichte darüber lesen können. Im Gegenteil wurden chinesische Protestbestrebungen gegenüber japanischen Provokationen gezielt auseinandergepflückt und hemmungslos verfälscht. Das soll dazu geführt haben, dass Japan nun meint, von außen Unterstützung zu haben und sich im sicheren Glauben befindet, diese auch fortan zu bekommen. Sehr viele westliche Medien berichten über die Diaoyu-Inseln-Frage, ohne Kritik an Japan zu üben und beschuldigen stattdessen China der übertriebenen Reaktion.

Bei der angespannten und feindseligen Situation, in der sich China und Japan derzeit befinden, sollen japanische Politiker nach deutschem Vorbild handeln beobachten, wie andere Länder nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Lektion gelernt haben. Nach dem Aufstehen in der Früh sich erst einmal rasieren, an Deutschland denken und dann noch mal im Spiegel betrachten. Davon könne China, Asien, die ganze Welt, insbesondere Japan selbst grenzenlos profitieren.

Quelle: german.china.org.cn


1 2
Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
Meistgelesene Artikel
• Keine Lebenszeichen vom gesunkenen indischen U-Boot
• Snowdens Vater erhält Visum für Russland
• Getötete Chinesen: Afghanistan bekundet Beileid
• Vermittlungsversuche in Ägypten gescheitert
• Gipfel abgesagt: Russland enttäuscht von USA
Fotos
Luxusausstellung 2013 in Beijing eröffnet
Fotoausstellung „Chinesischer Traum - Schönes China" in Brüssel
Wiederaufbau neuer Wohnhäuser nach Erdbeben in Min
Lujiagou: Ein neues Wohngebiet mit günstigen Lebens- und Verkehrsbedingungen
© China Radio International.CRI. All Rights Reserved.
16A Shijingshan Road, Beijing, China