In seiner Rede brachte Wen Jiabao die Hoffnung zum Ausdruck, umfassendste, intensivste und engste Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit den EU-Staaten aufzubauen. Er bezog sich hierbei auf den 35. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und der EU. So ist das bilaterale Handelsvolumen in den vergangenen 35 Jahren um das 150-fache gestiegen. Die EU bleibt 6 Jahre in Folge der größte Handelspartner Chinas. Umgekehrt ist China zum zweitgrößten Handelspartner der EU geworden. In der ersten Hälfte dieses Jahres wuchs der Export der EU nach China um 43 Prozent. Dadurch können jährlich rund 3 Millionen Arbeitsplätze innerhalb der EU geschaffen werden. Die gesamten Investitionen der EU in China haben bereits 70 Milliarden US-Dollar übertroffen.
Auch sicherte Wen Chinas Unterstützung für die EU-Länder bei der Wirtschaftsbelebung und Bewältigung der Schuldenkrise zu:
„Wir streben keinen Überschuss, sondern einen balancierten und nachhaltigen bilateralen Handel an. Im Januar 2009 habe ich Europa besucht. Wir haben nicht nur Zuversicht zur Überwindung der Finanzkrise gezeigt, sondern auch Delegationen zum Einkauf nach Europa geschickt. Die EU ist Chinas strategischer Partner. Als einige EU-Länder in Schwierigkeiten gerieten, sah China nicht tatenlos zu".
Neben bilateralem Handel besprach Chinas Premier in seiner Rede auch Fragen des Investitionsumfeldes und des Urheberschutzes in China sowie den Wechselkurs des RMB. Er rief dazu auf, die Problematik zu erkennen, Missverständnisse zu beseitigen und mit Gelassenheit, Intelligenz und Mut die bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu entwickeln:
„China wird unbeirrt an der Reform- und Öffnungspolitik festhalten. Daran wird sich nichts ändern. Nur durch Reform kann sich China entwickeln. Auch die grundlegenden politischen Richtlinien sind unverändert geblieben. Die einzige Veränderung besteht darin, dass die Verwaltung und das Umfeld für ausländische Investitionen mehr und mehr standardisiert wurden. Es herrscht zunehmend eine normale Marktordnung".