Der erste chinesisch-europäische strategische Dialog hat am Mittwoch in der südwestchinesischen Stadt Guiyang stattgefunden. Daran teilgenommen haben Chinas Staatskommissar Dai Bingguo und Catherine Ashton, EU-Kommissarin für Außen- und Sicherheitspolitik sowie Vizepräsidentin der EU-Kommission. Beide Seiten diskutierten die gegenwärtige internationale Situation, Chinas Entwicklung sowie den Ausbau der chinesisch-europäischen Beziehungen. Dabei konnte umfassende Einigkeit erzielt werden.
Dai Bingguo bekräftigte erneut, China halte an einer friedlichen Entwicklung fest. Diese erfordere ein friedliches internationales Umfeld und diene daher auch dem Weltfrieden. Er sagte, die chinesische Regierung unterstütze den europäischen Integrationsprozess und lege großen Wert auf die Beziehungen zu Europa. China und Europa sollten den politischen Dialog verstärken, das gegenseitige Vertrauen vertiefen und die gleichberechtigte Kooperation ausbauen. Sensible Fragen sollten sorgfältig behandelt werden, der kulturelle Austausch intensiviert und die bilaterale Partnerschaft auf ein höheres Niveau gebracht werden.
Ashton sagte, die EU sollte China noch umfassender kennenlernen. Sie sollte sowohl Chinas sprunghafte Entwicklung zur Kenntnis nehmen als auch die verschiedenen Herausforderungen durch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwandlung. Der politische und wirtschaftliche Dialog zwischen der EU und China sollte intensiviert, neue Impulse für die bilaterale strategische Kooperation angestrebt werden.
"Staatskommissar Dai hat mich nach Guizhou eingeladen, damit ich die Chance bekomme, Chinas Entwicklung persönlich zu sehen. Wichtig ist, zu erfahren, in welche Richtung sich China weiterentwickelt."
Ashton betonte, die EU sollte Chinas Entwicklung als wichtige Chance betrachten. Sie sollte aktiv den Handel, Investitionen und Beschäftigung ausbauen. Zudem sollte der kulturelle Austausch angekurbelt werden, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Die EU schätze Chinas wichtigen Einfluss in internationalen Angelegenheiten. Um die verschiedenen globalen Herausforderungen zu bewältigen, soll daher die wechselseitige Koordinierung und Konsultation verstärkt werden.
Dai Bingguo sagte, Catherine Ashton plane bereits eine weitere Reise nach Guizhou:
"Frau Ashton wird bei ihrem nächsten Besuch ein Guizhou sehen, das sich noch stärker verändert hat. Sie wird sich dann mit Kindern treffen, die sie bereits besucht hat. Wir haben also eine gemeinsame Aufgabe: Wir möchten für die Kinder in China, Europa und in der Welt eine schöne Zukunft gestalten."