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Wolong und Yibin
  2008-10-31 14:16:10  cri
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Zuerst entführen wir Sie heute ins Naturschutzgebiet Wolong. Wolong liegt etwa 100 Kilometer von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, entfernt.

Vor rund 20 Jahren war der einst üppige Bestand Sichuans an Bambus, dem wichtigsten Nahrungsmittel der Pandabären, auf ein bedrohliches Maß geschrumpft. Das Leben der Pandas war dadurch ernsthaft bedroht. Chinesische Musiker haben dieses Lied geschrieben, um Geld für die Pandabären zu sammeln. Ihre Spendenaktion war erfolgreich. Heute wachsen im Naturschutzgebiet Wolong wieder üppige Bambushaine. Die Pandas, eine der ältesten Tierarten auf unserem Planeten, sind heute in Wolong nicht mehr vom Aussterben bedroht.

Das Naturschutzgebiet Wolong liegt im Nordwesten der Provinz Sichuan. Es gilt als der wichtigste Lebensraum für die Pandabären. Daher wird die Provinz Sichuan auch als Heimat der Pandabären bezeichnet. Da man in freier Wildbahn lebende Pandabären nur in den Wäldern zwischen den Provinzen Sichuan, Shaanxi und Gansu antreffen kann, ist das Naturschutzgebiet Wolong die beste Adresse für Touristen, um Pandabären zu sehen. Zhang Liming, der Sprecher des Wolong-Naturschutzgebiets, will den Touristen nicht nur die seltenen Tiere näher bringen, sondern sie auch auf die Empfindlichkeit des Ökosystems aufmerksam machen:

"Wir wollen den Pandabären natürliche Lebensbedingungen bieten. Gleichzeitig wollen wir aber auch den Touristen aus aller Welt die Möglichkeit geben, die Pandas näher kennen zu lernen. Wir versuchen, den Besuchern die Kenntnisse über den Schutz des Ökosystems und über die Geschichte der Pandabären zu vermitteln. Die Besucher sollen sich beim Betrachten der Pandas bewusst sein, dass diese Tierart zu den ältesten überhaupt auf der Erde zählt und sie als lebende Fossilien von großer Bedeutung sind."

Das Futter für die Pandabären ist eine Knacknuss für die Tierpfleger, denn die Pandas sind eigentlich Fleischfresser. Erst im Verlaufe der Zeit wurde Bambus zu ihrer Hauptnahrungsquelle. In Wolong ist das Klima für Bambus ideal. Daher findet man in Wolong und Umgebung viele Pandabären. Obwohl sich die Tiere hauptsächlich von Bambus ernähren, hat sich ihre Verdauungsfähigkeit nicht verändert. Um Energie zu sparen, bewegen sich die Pandabären sehr langsam.

Die Sterblichkeitsrate der Baby-Pandabären ist sehr hoch. Einige von ihnen sterben an Geburtsfehlern oder postnatalen Krankheiten, andere durch die Nachlässigkeit ihrer Mutter. So kann es schon einmal vorkommen, dass eine Mutter versehentlich auf ihr eigenes Baby tritt. Eine Pandamutter ist nicht in der Lage, gleichzeitig mehr als eines ihrer Neugeborenen aufzuziehen. Die Babys, die krank sind oder zu deren Aufzucht die Mutter nicht fähig ist, werden in die Obhut der Tierpfleger gegeben. Durch den Eingriff des Menschen wird die Überlebensrate der Pandabären beträchtlich erhöht.

Einige Besucher sind von den Pandas so angetan, dass sie zu freiwilligen Pflegern werden, wie Kodama Midori. Die Japanerin trägt den Anzug eines Pflegers und arbeitet eine Woche lang als Volontärin in Wolong:

"Ich ernähre die Pandabären jeden Tag. Am Mittag oder Abend mache ich das Gehege der Pandabären sauber und entferne ihre Exkremente. Ich bin jeweils sehr aufgeregt, weil man sonst nicht so nah an die Pandabären heran darf."

Je nach Jahreszeit kann man eine unterschiedliche Wachstumsphase der Pandabären beobachten. Im Sommer ist das Wetter in Wolong angenehm kühl, weshalb sich die Pandabären im Sommer mehr bewegen als in anderen Jahreszeiten. Im Herbst kommen die Jungtiere zur Welt. Die Brunftzeit findet im Frühling statt.

Neben den gezüchteten Pandabären leben in Wolong noch über 100 Pandabären in freier Wildbahn. Diese rund 100 Tiere machen rund einen Zehntel aller in freier Wildbahn lebenden Pandabären der Welt aus.

Der Film Crouching Tiger, Hidden Dragon wurde im Jahr 2001 als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet. Viele erinnern sich noch an die Kampfszene in einem Bambushain, in der eine junge Frau, die durch die Luft schwebt, und ein Kungfu-Meister zu sehen sind. Ihr Zweikampf machte die chinesische Kampfkunst Wushu weltweit bekannt. Der Bambuswald, in dem die Szene gedreht wurde, liegt im Südosten der Stadt Yibin in der Provinz Sichuan. Er gilt gemeinhin als einer der schönsten Wälder Chinas.

Der Bambuswald in Yibin weist eine Fläche von rund 120 Quadratkilometern auf. Der Bambus ist eine wichtige Pflanze im chinesischen Gartenbau. Er symbolisiert einen edlen Charakter und wird in China seit langer Zeit angepflanzt.

Nach einem Gewitter kann man im Bambuswald den Bambus wachsen hören. Nicht selten sieht der aufmerksame Wanderer auch wilde Hasen oder Wildschweine.

Feng Hui ist einer der vielen Besucher im Bambuswald von Yibin. Er ist von der Schönheit dieses Ortes fasziniert:

"Der Bambus ist wunderschön. Ich fühle mich an diesem Ort entspannt. Die Landschaft ist wie ein Paradies. Es gibt hier Bambus und Seen. Man kann eine Bootstour unternehmen und lokale Spezialitäten probieren."

Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Stadt Yibin gehört auch die Gemeinde Lizhuang. Lizhuang liegt am südlichen Ufer des Yangtze-Flusses. Der Ort hat eine Geschichte von 1.460 Jahren. In Lizhuang gibt es viele Gebäude aus der Zeit zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert zu bestaunen. Zu den am besten erhaltenen Häusern gehört die Ahnenhalle der Familie Zhang im Westen des Ortes. Sie stammt aus dem Jahr 1840 und hat eine Fläche von knapp 4.000 Quadratmetern. Die Ahnenhalle besteht fast ausschließlich aus Holz. Jedes ihrer 50 Fenster ist mit zwei Kranichen geschmückt. Insgesamt gibt es im ganzen Gebäude also 100 Kraniche zu bewundern. Unsere Reiseleiterin, Zhang Hui, klärt uns über die Bedeutung dieser Kraniche auf:

"Die 100 Kraniche symbolisieren Langlebigkeit. In der Familienurkunde steht, dass jedes Fenster 14 Tael Silber gekostet hat. Diese Summe entsprach fast dem Gehalt eines Mandarins im Ministerrang in der Qing-Dynastie. Ein Minister verdiente damals monatlich rund 15 Tael Silber."

In den 1940er Jahren zogen viele chinesische Hochschulen und Forschungsinstitute aus dem Osten Chinas nach Lizhuang. Während dem Zweiten Weltkrieg war Lizhuang ein kulturelles Zentrum. Mehr als 1.000 Kisten mit wertvollen Kulturgütern aus dem Beijinger Palastmuseum wurden damals vorsorglich ins sichere Lizhuang transportiert und dort mehrere Jahre lang in der Ahnenhalle der Familie Zhang aufbewahrt.

Im Kreis Xingwen in der Nähe der Stadt Yibin befinden sich auch viele Siedlungen der Miao. Bei den Miao handelt es sich um eine nationale Minderheit, die vor allem im Süden und Südwesten Chinas anzutreffen ist. Touristen können ein Miao-Dorf besuchen und dort mehr über die Bräuche und Sitten der Miao erfahren.

Übersetzung: Lu Ming     Sprechrin: Zhu Liwen

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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