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Die Altstadt von Zhenyuan
  2008-10-17 13:02:07  cri
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Zhenyuan befindet sich im Osten der südwestchinesischen Provinz Guizhou. Die Altstadt steht unter Denkmalschutz. In den ländlichen Gebieten um Zhenyuan werden vor allem Tungbäume gepflanzt sowie Wasser- und Zuckermelonen angebaut und Kastanien und Mandarinen geerntet.

Die Altstadt von Zhenyuan hat eine lange Geschichte. Unsere Reiseleiterin erzählt:

"Die Altstadt von Zhenyuan hat eine Geschichte von 2.280 Jahren und geht bis in die Westliche Han-Dynastie zurück. Sieben Gassen in der Altstadt sind bis heute noch gut erhalten. Die Vorfahren der Bewohner waren hauptsächlich Einwanderer aus Zentralchina."

Zhenyuan war in den vergangenen Jahrhunderten ein wichtiger Punkt zwischen der Kaiserstadt und den westlichen Regionen. Händler aus Vietnam, Burma, Thailand und Indien mussten zuerst in Zhenyuan Station machen und Geschenke oder Tribute abgeben, bevor sie weiter in den Norden zur Kaiserstadt fahren durften.

Der Handel zwischen Zhenyuan und anderen Landesteilen oder sogar dem Ausland machte die Ortschaft landesweit berühmt. In der Ming- und der Qing-Dynastie vor rund 400 Jahren erreichte Zhenyuan dank des Handels zwischen der Grenzenregion mit dem Herzland Chinas seine Blütezeit. Dazu noch mal unsere Reiseleiterin:

"Der Wuyang-Fluss ist ein Nebenfluss des Yangtze. Er fließt durch die Altstadt und teilt diese in zwei Teile. Der Wuyang war in der Ming- und Qing-Dynastie eine Verkehrsader, die die Region mit Zentralchina verband. Durch den Handel und den regen Austausch florierte Zhenyuan."

Damals lebten in Zhenyuan viele reiche Kaufleute, deren Wohnhäuser man heute noch bewundern kann. Zum Beispiel die Residenz der Familie Fu. Der Besitzer war ein Einwanderer aus der zentralchinesischen Provinz Jiangxi. Er eröffnete ein Geschäft für Tungöl, das damals zur Behandlung von Holz verwendet wurde. Chinesische Häuser bestehen vor allem aus Holz, streicht man dieses mit Tungöl ein, wird es nicht faul. Langsam dehnte Fu seine Geschäfte aus. Er verkaufte Tungöl, Holz und Tee aus Südwestchina in Zentralchina und setzte Baumwolle, Stoff, Porzellan, Salz und Regenschirme aus Zentralchina in der Grenzenregion Chinas ab. Gegen Ende der Qing-Dynastie war die Familie Fu fast bankrott.

Die Residenz der Familie Fu ist an vielen Orten mit Stein- und Holzschnitzereien versehen. Motive wie Fledermäuse und Schmetterlinge symbolisieren Glück und Langlebigkeit. Die Schwelle ist mit Münzenbildern versehen.

In der Blütezeit machten, wie gesagt, Händler aus allen Landesteilen Station in Zhenyuan. Die Kaufleute bauten Häuser, die als Clubs für Kaufleute aus derselben Provinz dienten. Die Häuser hatten oft angeschlossene Theater und Tempel.

Religiöse Bauten findet man in Zhenyuan nicht nur in der Nähe der Gildenhäuser. Qinglongdong ist ein Komplex aus 35 Gebäuden, in denen Götter des Buddhismus und des Taoismus verehrt werden.

Zu den Denkmälern Zhenyuans gehört auch die so genannte Miaoling-Mauer. Sie wurde als Schutzmauer errichtet, um die Stadt vor den aufständischen Bauern der Miao zu schützen. Die Mauer ist gut fünf Kilometer lang und vier bis fünf Meter hoch. Dahinter liegt die Garnisonstadt, wo die Soldaten stationiert wurden. Viele Einwohner sind Nachkommen dieser Soldaten. Dazu unsere Reiseleiterin:

"Zhenyuan liegt an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. In der Vergangenheit war Zhenyuan immer eine Garnisonstadt. Der Wuyang-Fluss teilt Zhenyuan. In einem Teil befanden sich die Wohnhäuser, in denen die Angehörigen der Soldaten lebten. Im anderen Teil waren die Soldaten stationiert. In der Qing-Dynastie war Zhenyuan sogar die Front, als es in Südwestchina zu Bauernaufständen der Miao kam."

Reisetipps:

Nun haben wir noch einige praktische Reisetipps für Sie.

Sie können aus einer Großstadt wie Beijing oder Shanghai nach Guiyang fliegen. Guiyang ist die Hauptstadt der Provinz Guizhou. Aus Guiyang fahren Sie mit dem Bus nach Zhenyuan. Die Fahrt dauert etwa fünf Stunden und kostet umgerechnet vier Euro.

Wir empfehlen Ihnen, die Sehenswürdigkeiten wie Qinglongdong, das Museum Zhenyuan und das Tianhou-Kloster zu besuchen. Sie können ein Boot mieten und die Landschaft Zhenyuans vom Wuyang-Fluss aus besichtigen.

Im Gebirge ist der Mobiltelefonempfang schlecht, aber in den Gemeinden und Kreisstädten ist er viel besser.

Das Wetter ist oft stark bewölkt, daher werden Sie beim Fotografieren häufig den Blitz einsetzen. Bringen Sie ausreichend Batterien dafür mit.

Über sechs Monate im Jahr ist es im südöstlichen Teil Guizhous regnerisch. Mit Regenschirm oder Regenmantel und rutschfesten Schuhen sind Sie gut ausgerüstet. Im Gebirge sind die Temperaturen deutlich niedriger. Packen Sie warme Sachen ein.

Die beste Reisezeit ist im August.

Ideale Reisesouvenirs sind Brokate und Stickerei der Dong und Silberwaren der Miao.

Interview / Text: Sun Jingli    Bearbeitung: Lu Ming   Sprecher: Lu Ming

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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