1.1.4. Gletscherlandschaft
Die Gletscherlandschaft Tibets ist ebenso imposant wie prächtig. Tibet hat den weltgrößten Stausee aus
Eis und Schnee. Die wie Silberdrachen aussehenden
Gletscher in Tibet sind kaum zu zählen; allein
westlich von Bome gibt es 275 6 Gletscher. Der Yarlung
Zangbo entspringt aus dem Gyaimayamzong-Gletscher am
Nordhang des Himalaya.
Eis und Schnee, einige zehntausend Jahre alt, bewegen sich durch das
eigene Gewicht langsam durch das Tal und bilden den
Gletscher. Die Gletscher sind nicht nur einer Reise
wert, sie sind auch Gegenstand wissenschaftlicher
Untersuchungen. In der Gletscherwelt sind überall
traumhafte Landschaften zu entdecken: da ist ein 5 m
hoher Eistisch, da eine hohe und steile Eiswand, die
wie ein riesiger Wandschirm aussieht.
Vor allem die vielen, ganz unterschiedlich geformten Eispagoden regen
die Phantasie an; manche sehen wie Pyramiden, andere
wie Glockentürme oder Schwerter oder gar wie Giraffen
aus. Hier arbeitet das Sonnenlicht über Jahrzehnte und Jahrhunderte als Eisschnitzer.
Wissenschaftler sagen, dass Eispagoden dieses Ausmaßes
nur im Himalaya und im Kunlun-Gebirge erscheinen können.
Und jene am Qomolangma und am Xixabangma-Gipfel sind
besonders imposant.
Im Einzugsgebiet des Yamzhog Yumco erhebt sich der Schneeberg Kalu mit
einer Höhe von 6629 m. Nördlich
davon liegt der Noijinkangsang mit 7194 m, der höchste
Gipfel des Gebietes. Das ist die Wasserscheide Südtibets.
In der Umgebung dieser zwei Gipfel gibt es 54
Gletscher, die zusammen eine Fläche von 130 km2 einnehmen.
Hier sind drei Gipfel, der Noijinkangsang, der
Jangsangram und der Kyengangsursum, für in- und ausländische
Touristen zugänglich als herrliches Reise- und
Expeditionsziel.
Der bekannte Rongbo-Gletscher, nur 300 m vom Rongbo-Kloster entfernt,
hegt am Fuß des Qomolangma in einer
Höhe zwischen 5300 m und 6300 m. Dieser Gletscher
besteht aus drei Teilen: dem Westrongbo-, dem Mittel-
und dem Fernostrongbo-Gletscher. Er hat eine Gesamtlänge
von 26 km, eine Breite von 1,4 km und eine Gesamtfläche
von 1500 km2. Er ist ein geradezu "klassischer"
Gletscher, voll entwickelt, und dürfte zu den am
besten erhaltenen Gletschern der ganzen Welt zählen.
Er ist der größte Gletscher im
Qomolangma-Naturschutzgebiet, in dem es viele
Gletscher, Eistürme, Eiszapfen und Eiskegel und ganze
Eispaläste gibt. Bergsteiger lieben diese wunderschöne
Landschaft besonders und nennen sie den weltgrößten
"Gebirgspark". Der dreigegliederte Gletscher
dehnt sich nach Norden aus und scheint den Qomolangma
aufgetürmt zu haben.
In dem 200 km2 großen
Gebiet um das Kangriboqe-Gebirge im Kreis Burang von
Ngari und den Mapam Yumco findet man 10 Gipfel mit
mehr als 6000 m Höhe und viele Gletscher. Es ist
deswegen ein idealer Ort für Bergsteiger aus aller
Welt. In der "tibetischen Schweiz", Bome,
gibt es wegen der feuchten und warmen Luft, die vom
Indischen Ozean hierher gelangt, viele Gletscher. Die
bekanntesten sind der Kaqing-, der Qepu- und der
Rogo-Gletscher. Der Kaqing-Gletscher ist einer der
drei größten Gletscher Chinas. Er ist 19 km lang und
hat eine Fläche von 90 km2.