* Einleitung
 

* Linien in der traditionellen Chinesischen Malerei

* Bilder als Aufzeichnungen der Realität im Altertum Chinas

* Lob auf die Schönheit der Frauen

* Widerspiegelung der Tierwelt

* Chinesische Landschaftsmalerei im Altertum

* "Die Flußufer-Szene vom Qingming-Fest"

Die Tuschmalerei

Die Struktur mit partiellem Fokus der chinesischen Landschaftsmalerei

Die Malerei mit dem Motiv von "Vier Gentlemen", die Blumen- und Vogelmalerei und ihre Bedeutungen

Die "Gelehrte-Malerei" im Aufsteigen

Antike Karikaturen

Die Malerkreise in Suzhou während der Ming-Dynastie

Neue Durchbrüche in der Blumen- und Vogelmalerei

Die Verzerrung des Stils der Chinesischen Malerei

Maler im Wandel der Zeiten

Ba Da Shan Ren

Die Einführung der Europäischen Malerei in China

Das Blühen der Malerei in Yangzhou

Shanghai - Zentrum für die Malerei in den letzten Jahren der Qing-Dynastie

Das Ende der Gelehrte Malerei

Hundert Blumen blühen

 

 

Das Ende der Gelehrte-Malerei - Mit Wu Changshuo und Qi Baishi als Beilspiel

Wenn es Geburt gibt, muss es auch Tod geben. Das trifft auf für die Gelehrte-Malerei zu. Im Spätstadium der Gelehrte-Malerei erschienen einige hervorragende Maler. Sie waren u. a. Wu Changshuo, Zhao Zhiqian und Qi Baishi.

 

Wu Changshuo und seine Malkunst

Wu Changshuo (1844 - 1927) war in einer Gelehrtenfamilie in Anji, Provinz Zhejiang, geboren. Als Kind lernte er bei Seinem Vater und und besuchte später eine private Einklassenschule. In seiner Jugend hatte er großes Interesse für Siegelschnitzerei. Als er mehr als 20 Jahre alt war, verließ er seine Heimat und fuhr nach Hangzhou, Suzhou und Shanghai, wo er Poesie und Kalligraphie lernte. Er befreundete sich mit Malern, Dichtern und Sammlern. In dieser Periode hatte er Gelegenheit, originale Werke von berühmten Kalligraphen und Malern zu sehen und sie als Übung nachzuzeichnen. Dies erweiterte seinen Horizont und erhöhte sein künstlerisches Niveau. Als er über 30 Jahre alt war, interessierte er sich sehr für die Malerei und lernte bei Ren Bonian das Malen. 1913 gründete er mit einigen Freunden in Hangzhou das Xiling-Studio für Siegelschnitzerei. Er wurde zum ersten Präsidenten des Studios gewählt.

Wu Changshuo beschäftigte sich das ganze Leben hindurch mit Kalligraphie, Malerei und Poesie und hat eine große Menge von Werken hinterlassen. Außerdem half er bereitwillig jungen Malern, ihre Maltechnik zu verbessern, Seine Lieblingsschüler wie Chen Shizeng, Qi Baishi, Wang Zhen, Pan Tianshou, Chen Banding, Wang Geyi und Sha Menghai sind alle berühmte Maler geworden.

Blumen sind ein wichtiges Motiv für Wus Bilder. Da er ziemlich spät begann, malen zu lernen, war er erst im Alter von 40 Jahren willig, anderen seine Bilder zu zeigen. Er lernte die Maltechinik von Ren Bonian, Zhao Zhiqian, Xu Wei, Ba Da Shan Ren und den "Acht Sonderlingen von Yangzhou". Auf dieser Grundlage entwickelte er seinen eigenen Stil. Er malte mit der Kalligraphietechnik, die er beim Schreiben von Siegel- und Konzeptschriften anwandte, Blumen. Jedes seiner Werke kann als ein komplettes Kunstwerk mit mehreren Elementen betrachtet werden: Es trägt neben dem Bild ein Gedicht, das er selbst verfasste und kalligraphierte, und einen Stempel, den er mit einem von ihm selbst geschnitzten Siegel drückte. All das machte Wu Changshuo zu einem Star in den chinesischen Künstlerkreisen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

Qi Baishi, der letzte Gelehrte-Maler

Qi Baishi (1864 - 1957) war in einer armen Familie in Xiangtan, Provinz Hunan, geboren. Im Alter von 15 Jahren ging er zu einem Zimmermann in die Lehre. Er lernte zuerst Tischlerei, dann Holzschnitzerei. Im Alter von 20 Jahren lieh er ein Buch über die Malkunst und begann, malen zu lernen. Anfangs malte er Frauenbildnisse. Später lernte er einige Gelehrte kennen und begann, Siegelschnitzerei und Poesie zu lernen. Dadurch verbesserte er sein künstlerisches Können. Als er über 40 Jahre alt war, verließ er seine Heimat und reiste nach Hubei, Shaanxi, Hebei, Jiangxi, Guangdong und Guangxi. Seine Reisen ermöglichten ihm, seinen Horizont zu erweitern, Maler und Gelehrte kennenzulernen und seinen künstlerischen Geschmack zu verfeinern. 1917 kam er zum zweiten Mal nach Beijing und ließ sich dort nieder. In dieser alten Stadt begann er seine Karriere als ein professioneller Maler, bis er 40 Jahre später starb. In seinem hohen Alter erfreute er sich großer Berühmtheit: 1953 wurde er zum ersten Präsidenten der Chinesischen Künstlervereinigung und zu einem Abgeordneten zum Nationalen Volkskongress gewählt, und 1955 wurde er mit dem Internationalen Friedenspreis ausgezeichnet.

Qi Baishi wurde von einem Tischler zu einem großen Maler. Er hinterließ in seinen Bildern zwar viele Spuren der Gelehrte-Malerei wie die Kombination von Zeichnung, Dichtung, Kalligraphie und Siegelschnitzerei, aber er erzielte hinsichtlich der Thematik und Maltechnik neue Durchbrüche. Er malte z.B. oft ländliche Szenerien, Ackergeräte, Gemüse, Obst und Insekten. Seine Bilder mit menschlichen Figuren als Hauptmotiv sind ungekünstelt und haben die Anziehungskraft von volkstümlichen Kunstwerken. In diesem Sinne besteht ein gewisser Unterschied zwischen Qi Baishis Werken und den traditionellen Gelehrte-Malereien.

Qis Bilder sind im Xieyi-Stil gemalt und zeichnen sich durch kühne Pinselführung, einfache Struktur; Ins Auge fallenden Bildinhalt und ein bisschen kindisch wirkende Gestalten aus. Viele seiner Bilder sind humorvoll. Qi war besonders gut im Zeichnen von Krabben. Unter Ausnutzung verschiedener Farbtöne der Tusche malte er die Krabben so lebensecht, als ob sie wirklich im Wasser schwämmen. Außerdem malte er gern andere kleine Tiere wie Küken, Kaulquappen, Libellen und Krebs und Pflanzen wie Lotosblume, Flaschenkürbis, Zwergbanane und Päonie. In seinen mit ein paar Pinselstrichen gemalten Bildern haben seine hervorragenden Fertigkeiten, sein Geschmack und sein Schönheitssinn konkrete Gestalt angenommen.