Erbaut als Verteidigungsanlage
Schon in uralter Zeit pflegten die Vorfahren der
Chinesen Gräben auszuheben und Mauern zu bauen, um sich
vor Hochwasser und wilden Tieren zu schützen. Heute kann man
im Kreis Lintong bei dem Dorf Banpo Ruinen einer Uransiedlung
und im Dorf Jiangzhai Gräben erkennen, die vor 3000 bis
5000 Jahren angelegt wurden.
Später, als die Menschen eine Gesellschaft
verschiedener Klassen gebildet hatten, kam es häufig zu kämpfen
zwischen einzelnen Sippen und Nachbarsippen oder
Nachbarstaaten zu schützen, errichtete man wiederum Mauern
oder Gräben.
Auf
dem weiten Territorium in Nordchina wurden im Laufe von 200
Jahren über mehrere Dynastien hinweg verschiedene sich hauptsächlich
in West-Ost-Richtung erstreckende Schutzmauern errichtet. Die
Zeiten Überdauert hat davon , jedenfalls in westlichen
Abschnitten, die Große Mauer. Ihre Gesamtlänge
betrug einst mehr als 50000 Kilometer. Die aus mehreren Mauern
bestehende Verteidigungsanlage erstreckte sich über die
Provinzen Heilongjiang, Jilin, Liaoning und Hebei, die Städte
Beijing und Tianjin, die Innere Mongolei, die Provinzen
Shanxi, Schaanxi, Gansu, die autonomen Gebiete Ningxia und
Xinjiang. Ferner gab es Mauerabschnitte in Shandong, Henan,
Hubei und Hunan. Heute kann man noch in den erwähnten
Gebieten Mauern, Alarmfeuertürme oder deren Ruinen sehen. Was
meist vernachlässig wird, ist die Tatsache, dass es noch
Mauerabschnitte in der mongolischen Republik und in Russland
gibt, die in der Jin-Dynastie(1115-1234) von den nützen, Vorläufern
der Mandschu, angelegt wurden.
Mit
der Verschärfung der kriege und der Verbesserung der
Waffen und der Bautechnik wurden die mauern an vielen stellen
mit Kampftürmen, Wachtürmen, Zinnenwänden, Festungsstädten,
Sperrmauern und Schießscharten versehen. Auch ganze
Festungen wurden gebaut. Mit der zeit entwickelte sich die große
mauer zu einem riesigen, gut ausgerüsteten militärischen
Verteidigungssystem.