1. Ursprung der Großen Mauer
     1.1 Erbaut als Verteidigungs-
            Anlage

     1.2 Bau und Befestigung der
            Großen Mauer dauerten
            mehr als 2000 Jahre

     1.3 Allmählich verlor die
           Große Mauer ihre
           Funktion

2. Drei 5000 Kilometer lange
     Mauerwerke

     2.1 Die Große Mauer der
            Qin-Dynastie

     2.2 Die Große Mauer der
           Han-Dynastie

     2.3 Die 6000 Kilometer
            lange Mauer der
            Ming-Dynastie

3. Die Struktur der Großen
    Mauer

     3.1 Mauerwand
     3.2 Paßfestungen - Durch-
            gänge der Großen Mauer

     3.3 Die Burgen
     3.4 Die Alarmfeuertürme
4. Besondere Sehenswürdig-
     keiten und historische
     Funde

     4.1 Wandmalereien in einem
            Grab der Han-Dynastie

     4.2 Die Wolkenterrasse
           (Yuntai) mit eingravierten
            buddhistischen
            Lehrsätzen
            in sechs Sprachen

     4.3 Die Tafel am Torturm von
            Shanhaiguan

     4.4 Ziegel mit Schriftzeichen
     4.5 Grenzstein und
            Gedenktafel

     4.6 Passierscheine für die
            Große Mauer

     4.7 Schrifttäfelchen aus der
            Han-Dynastie

     4.8 Kanonen und andere
            Waffen

5. Volkssagen über die
     Große Mauer

     5.1 König You narrt die
            Fürsten mit
            trügerischem Alarm

     5.2 Meng Jiangnü sucht
            ihren Mann und klagt
            an der Großen Mauer

     5.3 Der Kaiser ist keine
            Ausnahme

     5.4 Der Witwenturm auf der
            Großen Mauer am Paß
            Huangyaguan

     5.5 Der Ziegel auf dem Paß
            Jiayuguan

     5.6 Der treuen Schwalbe
            Klageton am Paß
            Jiayuguan

     5.7 Die Kanonen des
            Generals

     5.8 Eiserne Kessel auf dem
            Meeresgrund und eine
            chinesische Tabakpfeife

     5.9 Ye Wang und seine
            Eismauer

     5.10 Die Schlacht am Paß
              Shanhaiguan und das
              Ende der Ming-Dynastie

     5.11 Die Eroberung der
              Festung Juyongguan
              durch Dschingis Khan


Schrifttäfelchen aus der Han-Dynastie

Im Jahr 1930 fand man im Bezirk Ejin im Autonomen Gebiet Innere Mongolei über 5000 hölzerne Schrifttäfelchen aus der Han-Dynastie. Freigelegt wurden im Jahr 1974 weitere 3434 Schrifttäfelchen, und später fand man bei der Ruine eines Alarmfeuerturms in Dunhuang, Provinz Gansu, ebenfalls viele solche Täfelchen aus der Han-Dynastie. Sie sind wertvolle Materialien für die Erforschung der Geschichte der Großen Mauer und der Struktur und Ausstattung der Alarmfeuertürme sowie des Lebens der Offiziere und Soldaten, die dort ihren Dienst verrichteten.

Das trockene Klima in jenen Gebieten hatte die Holztä­felchen aufs beste bewahrt, so dass die Inschriften noch sehr deutlich zu lesen sind. Die Aufzeichnungen betreffen vielfältige Themen. Hier seien einige Inschriften erwähnt, die sich auf Alarmfeuertürme beziehen.

Auf einem der Täfelchen steht: "Der Alarmfeuerturm ist etwa 13 Meter hoch und über 5 Meter breit." Auf einem anderen ist zu lesen: "Der Alarmfeuerturm ist knapp 5 Meter breit und etwa 16 Meter hoch." Wir ersehen daraus, dass die Alarmfeuertürme durchaus von unterschiedlicher Größe waren.

Auch über die Anzahl der Soldaten und die täglichen Aufgaben werden wir durch die Täfelchen informiert. Auf einem steht, dass ein bestimmter Alarmfeuerturm von vier Soldaten besetzt war. Jeweils einer hatte Wachdienst, einer hatte die Aufgabe, den Turm instand zu halten, die anderen zwei mussten Brennholz sammeln. Auf einem anderen Täfelchen liest man: "Dem Alarmfeuerturm sind 10 Mann zugeteilt, einer für den Wachdienst, einer als Koch und für die Rinder und Pferde, die anderen sind verantwortlich dafür, Holz und Gras zu sammeln und den Turm instand zu halten."

Über die Ausstattung der Alarmfeuertürme wissen wir dank der Schrifttäfelchen genau Bescheid. So lautet eine der Inschriften: "Der Feuerturm verfügt über zwei lange Stangen, drei Planen, 40 Lanzen, 3 große Reisighaufen und Steine." In einem anderen Alarmfeuerturm gab es "zwei Hunderäume, zwei lange Schlegel, Bogen, Armbrüste, Pfeile, Steine und Brennholz."

Bezüglich des Wachdienstes und der Alarmsignale gab es klare Anweisungen, gleichfalls schriftlich fixiert auf den Holz­täfelchen. Sie entsprechen exakt den Aufzeichnungen in alten Dokumenten. Ferner geht aus den Texten auf den Täfelchen hervor, dass die Mannschaften auf den Alarmfeuertürmen zu strengster Disziplin angehalten waren. Jede Nachlässigkeit wurde bestraft.