Vorwort

1. Von der Urgesellschaft zur
    Sippengesellschaft (bis zum
    21. Jahrhundert v. Chr.)

    1.1 Urgesellschaft
    1.2 Sippengesellschaften
2. Die Sklavenhalter-
    gesellschaft - Die Xia-,
    die Shang- und die
    Westliche Zhou-Dynastie
    (21. Jahrhundert v. Chr. - 476
    v. Chr.)

    2.1 Die Xia-Dynastie
    2.2 Die Shang-Dynastie
    2.3 Die Westliche Zhou-
          Dynastie

3. Einstieg in den Feudalismus
    - Die Frühlings- und Herbst-
    Periode und die Zeit der
    Streitenden Reiche (770 -
    221 v. Chr.)

    3.1 Die Östliche Zhou-
           Dynastie

    3.2 Die Frühlings- und Herbst-
           Periode

    3.3 Die Periode der
          Streitenden Reiche

4. Entwicklung des frühen
     Feudalismus - Die Qin-
     und die Han-Zeit (221 v. Chr
     -220 n. Chr.)

   
4.1 Die Qin-Dynastie
    4.2 Die Westliche Han-
           Dynastie

    4.3 Die Östliche Han-Dynastie
    4.4 Kultur während der Qin-
           und der Han-Dynastie

5. Weiterentwicklung des
    Feudalismus in seiner
    Frühzeit - Die Drei Reiche,
    die zwei Jin-Dynastien und
    die Südlichen und Nördlichen
    Dynasite (220 - 589)

    5.1 Die Drei Reiche
    5.2 Die Westliche und die
           Östliche Jin-Dynastie

    5.3 Die Südlichen und
           Nördlichen Dynastie

    5.4 Entwicklung der Kultur
           und der auswärtigen
           Beziehungen

6. Die Feudalgesellschaft auf
    dem Höhepunkt - Die Sui-
    und die Tang-Dynastie

    6.1 Die Sui-Dynastie
    6.2 Die Tang-Dynastie
    6.3 Die  kulturelle und
           wissenschaftliche
           Entwicklung in der Sui-
           und der Tang-Dynastie

7. Weiterentwicklung des
    Feudalismus in seiner späten
    Periode - Die Fünf Dynastien
    und die Zehn Staaten, die
    Liao-, die Song-, die
    Westliche Xia, die Jin- und
    die Yuan-Dynastie (907-1368)

    7.1 Die Fünf Dynastien und
           die Zehn Staaten

    7.2 Die Nördliche Song-
           Dynastie

    7.3 Die Liao, die Xia und die
           Jin sowie der Untergang
           der Nördlichen Song-
           Dynastie

    7.4 Die Südliche Song-
           Dynastie und Kämfe
           gegen die Jin-Herrschaft

    7.5 Der Aufstieg der
           Mongolen und die Yuan-
           Dynastie

    7.6 Die Entwicklung der
           chinesischen
           Gesellschaft

8. Hohe Entwicklung und
    langsamer Untergang des
    Feudalismus - Die Ming- und
    die Qing-Dynastie vor dem
    Opiumkrieg (1368 - 1840)

    8.1 Die Ming-Dynastie
    8.2 Die Qing-Dynastie
    8.3 Kultur während der Ming-
           und der Qing-Dynastie

    8.4 Auswärtige Beziehungen
           Chinas während der Ming-
           und der Qing-Dynastie

9. Ausländische Aggressionen
    und die altdemokratische
    Revolution (1840 - 1919)

    9.1 Der Opiumkrieg
    9.2 Die Taiping-Revolution
    9.3 Der Zweite Opiumkrieg
    9.4 Die Bewegung zur
           Verwestlichung

    9.5 Ausländische
           Aggressionen gegen
           China

    9.6 Die Reformbewegung
           von 1898

    9.7 Der Yihetuan-Aufstand
    9.8 Die Revolution von 1911
           und die Herrschaft der
           Nördlichen
           Militärmachthaber

10. Die Neudemokratische
       Revolution (1919 - 1949)

    10.1 Die Bewegung des 4. Mai
             und die Gründung der
             Kommunistischen Partei
             Chinas

    10.2 Der Erste Revolutionäre
             Bürgerkrieg

    10.3 Der Zweite Revolutionäre
             Bürgerkrieg

    10.4 Der Widerstandskrieg
             gegen die japanische
             Aggression

    10.5 Der Befreiungskrieg und
             die Gründung der
             Volksrepublick China

11. Infokästen
    11.1 Zhoukoudian und der
             Peking-Mensch

    11.2 Der Nanjing-Mensch
              - eine neue Entdeckung

    11.3 Die Yangshao-Kultur und
             die Überreste der Banpo-
             Siedlung

    11.4 Kam die Yangshao-
             Kultur aus dem Westen
             nach China?

    11.5 Die Chinesen und der
             Gelbe Kaiser

     11.6 Flussregulierungen
              durch Yu den Großen
              und die Xia-Dynastie

    11.7 Die Yinxu und die Shang-
             Dynastie

    11.8 Das Brunnen-Feld-
             System und das Sklaven-
             haltersystem

    11.9 Genaue Datierung der
             Dynastien Xia, Shang
             und Westliche Zhou

    11.10 Das Dujiangyan - ein
                Meisterwerk antiken
                Wasserbaus

    11.11 Der patriotische Dichter
               Qu Yuan

    11.12 Der Erste Kaiser Shi
                Huang Di und seine
                Terrakotta-Armee

    11.13 Kaiser Wudi und das
               Goldene Zeitalter der
               Westlichen Han-
               Dynastie

    11.14 Zhang Qian und die
               Seidenstraße

    11.15 Der Große Kanal
    11.16 Kaiser Taizong und die
                Blütezeit der Tang

    11.17 Die Kaiserin Wu Zetian
    11.18 Die Tang-Prinzessin
                Wencheng in Tibet

    11.19 Chang'an, die Haupt-
               stadt der Tang-Dynastie

    11.20 Xuan Zang holte
               buddhistische Schrifte
n
    11.21 Das älteste Papiergeld
                der Welt

    11.22 Von Dschingis Khan bis
                Kublai Khan

    11.23 Bi Sheng und
               Gutenberg

    11.24 Die Große Mauer -
               Symbol der
               chinesischen Nation

    11.25 Cao Xueqin und sein
                Traum der Roten
                Kammer

    11.26 Zheng He und seine
                sieben Seefahrten

    11.27 Zheng Chenggong
                eroberte Taiwan zurück

    11.28 Lin Zexu und die
               Opiumverbrennung in
               Humen

    11.29 Die Taiping-Armee und
                das "Regiment der
                ausländischen
                Gewehre"

    11.30 Kaiserinwitwe Cixi
    11.31 Li Hongzhang und die
                Verwestlichungs-
                bewegung

    11.32 Deng Shichang im
                Seekampf gegen Japan

    11.33 Deutschland und die
                Jiaozhou-Bucht

    11.34 Das welterschütternde
                Nanjing-Massaker

    11.35 China und der Zweite
                Weltkrieg

    11.36 Die Aufstände vom 28.
                Februar in Taiwan

    11.37 Die drei Operationen


Die Südlichen und Nördlichen Dynastien

Die Südlichen und Nördlichen Dynastien (420-589) umfassten 169 Jahre, angefangen von den zwei rivalisierenden Dynastien der Song und der Nördlichen Wei über die Zwischenperiode der Qi und der Liang im Süden und der Östlichen und der Westlichen Wei, der Nördlichen Qi und der Nördlichen Zhou im Norden, bis zur Eroberung der Chen durch die Sui.

Die vier Dynastien im Süden

Da die Östliche Jin-Dynastie in der Feishui-Schlacht gewonnen hatte, blieb der Süden Chinas vor Kriegszerstörungen verschont und konnte die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung fortsetzen. Im Jahr 420 stürzte General Liu Yu die Herrschaft der Östlichen Jin-Dynastie und errichtete die Song-Dynastie, die in der Geschichte Südliche Song-Dynastie (420-479) genannt wird. Für die nächsten 160 Jahre wurde Südchina nacheinander von vier Dynastien beherrscht: Südliche Song, Qi (479-502), Liang (502-557) und Chen (557-589). Diese vier Dynastien werden in der Geschichte unter der Bezeichnung Südliche Dynastien zusammenge­fasst, weil sie alle ihre Hauptstadt in Jiankang (heute Nanjing, Jiangsu) hatten.

Die fünf Dynastien im Norden

Im Norden brach das Frühere Qin-Reich nach der verlorenen Feishui-Schlacht schnell zusammen, und viele lokale Regime entstanden. Der Tuoba-Clan des Stammes Xianbei brachte im Norden allmählich eine Einheit zustande und gründete im Jahr 368 im westlichen Teil der heutigen Inneren Mongolei und im Norden des heutigen Shanxi ein neues Regime, das unter dem Namen Nördliche Wei-Dynastie (386-534) bekannt ist, mit der Hauptstadt Pingcheng (heute Datong, Provinz Shanxi). Später teilte sich die Nördliche Wei-Dynastie in die Östliche Wei (534-550) und die Westliche Wei (535-557) und dann wieder in die Nördliche Qi (550-577) und die Nördliche Zhou (557-581). Diese fünf Dynastien werden in der Geschichte zusammen die Nördlichen Dynastien genannt.

Die gesellschaftlichen Widersprüche verstärkten sich gegen Ende der Nördlichen Wei-Dynastie und führten zu einem großen Aufstand verschiedener Nationalitäten nördlich des Huanghe. Nach der Niederschlagung des Aufstandes führten die Herrscher der Nördlichen Wei-Dynastie Bürgerkriege gegeneinander. Als Folge wurde die Nördliche Wei gespalten. Im Jahr 577 wurde Nordchina durch die Nördliche Zhou-Dynastie wiedervereinigt. Durch Reformen verstärkte die Nördliche Zhou ihre wirtschaftlichen und militärischen Kräfte und war dadurch in der Lage, die Chen-Dynastie, ihren Widersacher in Südchina, zu erobern und die Einheit des ganzen Landes zu verwirklichen.

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung

Unter den Südlichen Dynastien wurden die Wirtschaft und die Gesellschaft in Südchina schnell entwickelt. Die Bauern brachten jedes Jahr zwei Reisernten ein, auch das Handwerk machte erhebliche Fortschritte. Die Technik des Spinnens und Webens wurde verbessert. Die Herstellung von Papier, Lackwaren und Porzellan sowie der Schiffbau entwickelten sich schnell. Der Handel florierte, die Städte blühten auf, und die Haupt­stadt Jiankang wurde zu einem wichtigen Handelszentrum Südchinas. Im Außenhandel wurde Panyu (heute Guangzhou) Zentrum des Handels mit südostasiatischen Ländern.

Mit der Vereinigung der Gebiete am Huanghe durch die Nördliche Wei verstärkte sich die Verbindung zwischen den hierher eingewanderten Nationalitäten. Kaiser Xiaowen (Reg. 471-499) der Nördlichen Wei-Dynastie zog die Lehren aus der Politik der Han-Grundherren und führte eine Reihe von Reformen durch. Im Jahr 485 verordnete er beispielsweise das "Landausgleichssystem", nach dem Land an Privathaushalte je nach Zahl der Familienmitglieder und Arbeitskräften verteilt wurde. Ziel war, die beiden ungenutzten Produktivkräfte, nämlich landlose Bauern und Ödland, in eine produktive Verbindung zu bringen. Die Durchführung dieses Systems trug dazu bei, dass sich die Wirtschaft im Norden erholte und sich die Staatseinnahmen vermehrten. Im Jahr 494 wurde die Hauptstadt der Nördlichen Wei von Pingcheng nach Luoyang verlegt, um ihre Kontrolle über Zentralchina zu verstärken. Kaiser Xiaowen führte ein Programm der Assimilierung mit dem Han-Volk durch und befahl seinen Xianbei-Adligen, Han-Familiennamen anzunehmen, sich wie die Han zu kleiden, deren Sprache zu lernen und mit ihnen Ehen einzugehen. Mit all diesen Maßnahmen war das Regime der Nördlichen Wei bei den Han-Grundherren populär und wurde von diesen unterstützt.