Holz- oder Bambuspfahlbau

In Guangxi, Hunan, Guizhou und Yunnan in Südchina sind mehrere nationale Minderheiten zu Hause. Sie wohnen vor allem in bergigen Gebieten, wo ein feuchtes und schwüles Klima vorherrscht. Dementsprechend gibt es eine den Naturbedingungen angepasste Art von Wohnungen - Pfahlbau. Im südöstlichen Teil Guizhou leben die Miao und Dong konzentriert. Hier sind die Häuser zum größten Teil an Berghängen gebaut, weil es hier kaum Ebenen gibt. Diese Holzhäuser sind zweistöckig. Unten ist ein offener Raum, hier werden Schweine und Rinder gehalten. Oben befindet dich das Wohn- und Schlafzimmer. Um mehr Fläche zu bekommen, hat das Dach einen Traufenvorsprung. Manche Pfeiler, die den Traufenvorsprung stützen, reichen nicht bis zum Boden, um den Durchlass zu ermöglichen, so dass diese Häuser auch hängende Gebäude heißen. Diese Häuser haben den Vorteil, dass sie gut belüftet und gegen Feuchtigkeit nicht anfällig sind und den Menschen darin vor Raubtieren einen guten Schutz bieten.

In fast jedem Dong-Dorf, wo solcher Pfahlbau anzutreffen ist, gibt es einen hölzernen Trommelturm, der wie eine buddhistische Pagode mit Dächern aussieht. Er kann quadratisch, sechs- oder achteckig sein. Das Erdgeschoss ist hoch, die Stockwerk darüber werden immer niedriger. Die Holzplatten an den Dächern sind mit Menschen, Tieren und Pflanzen bunt bemalt. Der Trommelturm seht in der Mitte des Dorfes und gilt als öffentlicher Platz der Dorfbewohner. Wird die Trommel im Turm geschlagen, trifft das ganze Dorf hier zusammen. Bei jedem Fest versammeln sich die Dorfbewohner auf dem Platz vor dem Trommelturm, wo sie tanzen und singen. Auch an üblichen Tagen unterhält man sich hier. Im Winter ist der Turm mit einem Ofen beheizt, und im Sommer ist im Turm Tee bereitgestellt, mit dem jeder seinen Durst stillen kann.

Die Bambushäuser der Dai-Nationalität sind in Xishuangbanna in Südyunnan anzutreffen. Hier gibt es sowohl bergiges als auch ebenes Gebiet, wo Bambus wächst. Dicke Bambusstangen benutzt man als Tragpfeiler und Bambusgeflecht als Wand. Als Fußboden dienen Bambus- oder Holzlatten. Das Dach wird mit Stroh gedeckt. Normalerweise sind die Bambushäuser quadratisch. Oben befinden sich das Wohn- und das Schlafzimmer. Das Wohnzimmer wird auch als Küche benutzt. In der Mitte des Raums ist ein Herd eingerichtet. Dem Wohnzimmer sind eine Laube und ein Balkon angeschlossen. Der Balkon ist gleichzeitig die Waschküche, und die Wäsche wird auch hier in der Sonne getrocknet. Die Laube und der Balkon sind entweder links und rechts oder hinten und vorn angeordnet. Solche Bambushäuser sind einfach zu bauen und haben die gleichen Vorteile wie die Holzhäuser: gut belüftet, gegen Feuchtigkeit nicht anfällig und sicher vor Raubtieren.