Höhlenwohnungen

Die Provinzen Shanxi, Shaanxi und Gansu befinden sich ganz oder teilweise auf dem Lössplateau. Das Klima ist hier trocken, und die Menschen haben aufgrund dieser natürlichen Voraussetzung Höhlenwohnungen geschaffen.

Es gibt zwei Ausführungen von Höhlenwohnungen.

Die einen sind in steile Lösshänge gegraben. Diese Höhlen sind drei bis vier Meter hoch und breit und oft sieben bis acht Meter tief, manchmal sogar über zehn Meter. Die Höhlen haben bogenförmige Decken und sind beim Eingang mit Fenstern und einer Tür versehen. Somit ist eine richtige Wohnung entstanden. Wenn eine nicht ausreicht, werden mehrere Höhlen nebeneinander gegraben und mit Querdurchgängen verbunden. Solche Höhlen können auch übereinander liegen. Wenn vor dem Hang noch ein Haus gebaut ist und dieses und der Vorplatz zur Höhlenwohnung mit einer Mauer umschlossen sind, hat man eine Hofwohnung.

Die andere Art von Höhlenwohnung sind Grubenwohnungen. Das heißt, man gräbt auf ebener Erde eine etwa sieben bis acht Meter tiefe Grube von quadratischer oder rechteckige Form. Danach werden in den Grubenwänden die Räume geschaffen. Ist das Grubenhaus fertig, werden noch Bäume im Hof gepflanzt. Steht man oben auf der Erdoberfläche, blickt man auf die Kronen von Bäumen.

Die Vorteile der Höhlenwohnungen sind, dass sie nur wenig Baumaterial und Arbeitsaufwand in Anspruch nehmen und dank der Isolierung durch dicke Erdschichten im Winter warm und im Sommer kühl sind. Der Nachteil ist, dass sie feucht und schlecht belüftet sind. Vor allem sind sie gegen Regen anfällig, insbesondere die Grubenwohnungen, die zwar mit Sickergruben versehen sind, doch bei starken Regengüssen können sie leicht einstürzen. Das kommt in diesen regenarmen Gegenden jedoch ganz selten vor.