Kaiserliche Gärten der Qing-Dynastie

Die Regierungsperioden der Kaiser Kangxi und Qianlong waren eine Zeit der groß angelegten Gärten. Die Kaiser waren mit dem Kaiserpalast und all seinen Gartenanlagen in der Hauptstadt nicht mehr zufrieden, sie richteten ihren Blick nach draußen in die Natur. Die Gegend nordwestlich von Beijing ist von Bergen umgeben und reich an Wasser, zwei wichtige Faktoren für den chinesischen Gartenbau. Schon in der Yuan-Dynastie stammte ein Teil des Trinkwassers für die Hauptstadt aus dem Gebiet. In der Yuan- und der Ming-Dynastie wurden bereits kaiserliche Gärten im kleinen Umfang angelegt. Die Qing-Dynastie begann dann auf dieser Grundlage, große Gärten zu bauen. Im westlichen Vorort Beijings wurden zwischen drei Bergen fünf Gärten fertiggestellt, wofür man den Begriff Drei Berge und Fünf Gärten prägte. Die Gärten erhielten die Namen Jingyiyuan (Garten der Wohltuenden Stille), Jingmingyuan (Garten der Stille und des Lichts), Qingyiyuan (Garten des Reinen Wassers), Changchunyuan (Garten des Herrlichen Frühlings) und Yuanmingyuan   (Garten des Hellen Vollmonds). In der Umgebung waren noch zahlreiche kleine Gärten für Prinzen und andere Mitglieder der Kaiserfamilie wie der Shaoyuan (Löffel-Garten), der Langrunyuan (Garten des Lichts und des Glanzes) der Weixiuyuan (Garten der Üppigen Blüten) - heute Teile der Peking-Universität - sowie der Jinchunyuan (Garten des Nahenden Frühlings) und der Qinghuayuan (Garten der Reinen Blüten) - heute Teile der Qinghua-Universität. So entstand in diesem Gebiet eine einmalige Ansammlung großer und kleiner Gartenanlagen.

Im Jahr 1703 wurde parallel zum Gartenbau bei der Hauptstadt der Bau einer anderen kaiserlichen Residenz in Angriff genommen, nämlich in Chengde, Provinz Hebei, dem traditionellen Jagdrevier des Kaiserhofs nördlich der Großen Mauer. Da Chengde einen kühlen Sommer hat, wählte es der Kaiser für seine Sommerresidenz. Mit einer Fläche von rund 500 Hektar war die Sommerresidenz in Chengde die größte kaiserliche Gartenanlage der Qing-Zeit. Im Garten stand dem Kaiser ein Palastkomplex zur Verfügung, in dem er residieren und Audienzen geben konnte. Um die Sommerresidenz herum wurden acht Tempel gebaut, davon einige im lamaistischen Stil. Die Kaiserliche Sommerresidenz Chengde und die acht Tempel stehen heute auf der Liste des Kulturerbes der Menschheit der Vereinten Nationen.

Im folgenden wird ein Überblick über den Yuanmingyuan (Garten des Hellen Vollmonds) und den Qingyiyuan (Garten des Reinen Wassers) gegeben.