Kaisergräber der Qin- und der Han-Zeit

Nachdem der erste Kaiser der Qin-Dynastie China im Jahr 221 v. Chr. Geeinigt hatte, ließ er sogleich die Bauarbeiten für einen Prunkpalst in der Hauptstadt Xianyang in Angriff nehmen. Zugleich wurde an einem monumentalen Mausoleum gebaut. Historischen Überlieferungen zufolge soll eine große Menge von Schätzen in den Grabkammern liegen. Das Dachgewölbe symbolisierte den Himmel mit Sonne, Mond und Sternen, auf dem Boden wurden mit Quecksilber Flüsse und Meere imitiert, Fischfett sollte für die Beleuchtung des Grabesinneren sorgen. Um Grabplünderungen zu verhindern, wurden an Toren Schusswaffen angebracht. Seit über 2000 Jahren liegt dieses Grab unberührt unter der Erde. Wir wissen daher noch nicht, ob die Schilderung über das Mausoleum stimmt, und müssen uns mit der Ansicht des Grabhügels begnügen. Das Grab liegt nördlich des Bergs Lishan im Kreis Lingtong, Provinz Shaanxi. Es hat eine Trapezform und ist 43 Meter hoch. Möglicherweise war es früher viel höher und ist im Lauf der Zeit eingesunken. Die Terrasse auf dem Grabhügel misst an jeder Seite 350 Meter. Um den Grabhügel soll es zwei Mauern gegeben haben, quadratisch mit einem Umfang von jeweils 2500 Metern und 6300 Metern. Seit den 80er Jahren wurden unweit des Grabs zahlreiche Tonsoldaten und bronzene Kutschen freigelegt. Die Tonsoldaten fand man in mehreren Gruben aufgestellt: Armbrustschützen, Krieger mit Speeren und Schwertern, Wagenkämpfer und Reiter. Die Soldaten und Pferde hatte man separat geformt, gebrannt und zusammengefügt. Die Soldaten und Pferde hatte man aus Lehm in Lebensgröße geformt und gebrannt. Erstaunlich ist, dass man sich die Mühe gemacht hatte, die Soldaten mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken zu gestalten. Kopf, Rumpf, Arme und Beine hatte man separat geformt, gebrannt und zusammengefügt. Diese Massenproduktion zeigt eine hoch entwickelte Technologie. Die bisher freigelegte Peripheriebauten sind zwar eindrucksvoll, stellen aber nur einen kleinen Teil des Mausoleums dar, an dessen Bau nach historischen Berichten bis zu 700 000 Menschen mehrere Jahrzehnte gearbeitet haben sollen,

Die Han-Dynastie übernahm das System des Gräberbaus der Qin-Dynastie. Danach gehörten zu Grabanlagen für hochrangige Personen noch Menschen-, Pferde-, Elefanten- und Fabeltierskulpturen aus Stein als eine symbolische Leibgarde. Huo Qubing, ein bekannter General während der Regierungsperiode Wudi der Han-Dynastie, zog mit 18 in den Kampf, erwarb sich große Verdienste und starb mit 24 Jahren. Um ihn auszuzeichnen, ließ der Kaiser vor seinem Grab 14 steinerne Büffel, Pferd, Elefanten, Tiger, Schweine und Fische sowie Menschen mit einem Bären. Diese Skulpturen zeigen ein hohes Niveau der Bildhauerkunst. Vor manchen Han-Gräbern befinden sich auch Que, geschnitzte Pfeiler aus Stein, die wie hochragende Häuser mit imitierter Holzkonstruktion aussehen und gleichsam als Eingangspforte zur Grabanlage fungieren. Erst dahinter beginnt der sogenannte Heilige Weg, der von Steinfiguren flankiert ist. Man weiß noch nicht, wie ein Kaisergrab aus der Han-Dynastie unterirdisch aussieht, da noch keines freigelegt wurde. Doch von anderen Han-Gräbern wissen wir, dass die Grabkammern in der Regel rechteckig sind. Größere Gröber haben mehrere Kammern. Die Wände und der Fußboden wurden mit Steinplatten belegt. In der Frühperiode der Han-Dynastie hatten die Kammern eine flache Decke aus Ziegeln oder Steinplatten. Später bekamen die Kammern bogenförmige Decken oder sich nach oben verjüngende Konstruktionen aus Ziegeln und Steinplatten in Han-Gräbern sind oft mit Reliefs versehen. Die Motive sind Pflanzen und Tiere, Szenen aus dem Leben der Toten wie ein Bankett, eine Jagd, ein Ausflug oder die Eintreibung der Pacht, ferner Darstellungen von Aussaat, Ernte und der Salzgewinnung. Diese Ziegel- und Steinschnitzereien liefern uns wertvolle Informationen über das gesellschaftliche Leben in jener Zeit.