Paläste

Im Jahr 206 v. Chr. stürzte Liu Bang, bekannt unter dem Kaisernamen Gaozu, die Herrschaft der Qin-Dynastie (221 - 206 v.Chr.) und gründete die Han-Dynastie (206 v.Chr. - 220). Danach scheuten der Kanzler Xiao He und seine Minister keine Kosten, um in Chang'an (heute Xi'an) einen prachtvollen Kaiserpalast zu bauen. Liu Bang fragte seinen Kanzler etwas beunruhigt, warum man so viel Geld investiere, noch bevor sich die Unruhe nach dem Dynastiewechsel gelegt habe. Xiao He entgegnete: Eure Majestät sind der höchste Gebieter unter dem Himmel, ohne einen prächtigen Palast kann Eure Autorität nicht zur Geltung gebracht werden. So dienten die Palastanlagen den Kaisern nicht nur zur Regelung der Staatsangelegenheiten und als Residenz, sondern erfüllten auch die Aufgabe, die kaiserliche Macht zu demonstrieren. Aus diesem Grund sah sich jede Dynastie, nachdem sie die Macht an sich gerissen hatte, veranlasst, einen aufwendigen Palast zu bauen, für den erstklassige Baumeister und die besten Baustoffe sowie große personelle, finanzielle und materielle Ressourcen zusammengezogen wurden. Die kaiserlichen Paläste waren deshalb stets die umfangreichsten und qualitativ besten Bauwerke, die das jeweils höchste Niveau der Baukunst darstellten.