

Der 16. G20-Gipfel ist am Sonntag beendet worden. Die anwensenden Spitzenpolitiker einigten darauf, „gegenüber dem veränderlichen Energiemarkt wachsam zu bleiben“. Es müsse gesichert werden, dass Energie noch „leistbar“ sei. Vor dem bevorstehenden Winter schlittert Europa in einer Energiekrise. Und es ist keine Wende in Sicht.
Der internationalen Wochenzeitung „The Economist“ zufolge ist der Großhandelspreis für Strom seit September in Deutschland und Frankreich um 36 bzw. 48 Prozent gestiegen. Statistiken des Europäischen Gewerkschaftsbundes (ETUC) zeigen, dass sich knapp drei Millionen Angestellte ihre Heizkosten nicht mehr leisten können. Und die Zahl nimmt weiter zu.
Angesichts der Energiekrise beschuldigen sich viele Länder gegenseitig. So hat das US-Außenministerium Russland vor kurzem davor gewarnt, seine Energievorkommen als „Waffe“ einzusetzen. Deutschland wurde aufgefordert, anlässlich hoher Energiepreise Sanktionen gegen Russland in Erwägung zu ziehen.
Der kalte Winter steht vor der Tür. Sollte die Menschheit mit geteilter Zukunft zusammenhalten und gemeinsam die Krise durchstehen, oder unkooperativ eigene Wege gehen und sich gegenseitig beschuldigen? Das ist eine nachdenkenswerte Frage für die gesamte Menschheit.