

Ein Ryanair-Flugzeug musste am 23. Mai auf dem internationalen Flughafen Minsk in Weißrussland notlanden. Die weißrussische Seite erklärte, die Besatzung des Flugzeugs habe sich selbst zur Notlandung entschlossen, nachdem sie über eine Bombenwarnung der Hamas informiert worden war. US-Präsident Joe Biden kritisierte das Vorgehen als eine direkte Diffamierung internationaler Normen.
Der Vorfall erinnerte die internationale Gemeinschaft an die Notlandung auf dem Wiener Flughafen im Juli 2013. Als der damalige bolivianische Präsident Juan Evo Morales Ayma mit einem Präsidentenflugzeug aus Moskau auf dem Weg in sein Heimatland war, verweigerten Frankreich, Portugal, Spanien und andere Länder dem bolivianischen Präsidenten die Nutzung ihres Luftraums mit der Begründung, dass „Snowden, der Whistleblower im ‚Prismgate‘-Skandal, sich an Bord versteckt“, was zu einer Zwangslandung in Wien führte. Das Flugzeug musste auf dem Wiener Flughafen landen, wo es durchsucht wurde, aber es stellte sich heraus, dass sich Snowden nicht an Bord versteckte. Nach dem Vorfall entschuldigten sich Frankreich und Spanien bei dem damaligen bolivianischen Präsidenten. Die damalige Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, sagte vor der Presse, dass US-Beamte „in den letzten zehn Tagen mit vielen Ländern in Kontakt waren“.
Acht Jahre später ist Jen Psaki inzwischen Pressesprecherin des Weißen Hauses. Auf die Frage, ob sie die beiden Zwangslandungen vergleichen könne, wich Psaki der Frage aus, indem sie einfach antwortete: „Wir arbeiten mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen. Sonst habe ich nichts zu vermelden.“
Vor kurzer Zeit sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, die Beurteilung und der Umgang mit der erzwungenen Landung des Ryan-Flugzeugs in Minsk durch alle beteiligten Parteien sollten im Einklang mit den Grundsätzen und Prinzipien der UN-Charta sowie dem Völkerrecht stehen und auf der Grundlage von Fakten und Beweisen basieren. Selektive Ansätze und doppelte Standards sollten nicht verfolgt werden, um eine Politisierung des Falls zu vermeiden.