

Seit US-Präsident Donald Trump gedroht hat, die US-Gelder für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einzufrieren, und sie beschuldigt hat, „sehr China-zentriert“ zu sein, haben die antichinesischen Falken auf dem Capitol Hill ihre Hetzkampagne gegen Beijing verstärkt.
Präsident Trump wirft der WHO vor, die Schwere der Pandemie mit Beijing herunterzuspielen, während es Washington bereits im Januar die Warnungen der WHO vor Übertragungsrisiken ignoriert hat.
Auch der gut dokumentierte Austausch zwischen den chinesischen Behörden und dem UNO-Gremium bietet keine Spur von statistischen Disparitäten und entkräftet Washingtons Position, dass China „drakonische“ und „einseitige“ Maßnahmen ergriffen habe.
Da alle Wege zu Fakten, Transparenz und Offenheit blockiert zu sein scheinen, zielen die USA nun auf die Führung der WHO ab - in dem Bemühen, das Gremium dazu zu zwingen, sich für eine Seite zu entscheiden.
Auf die Frage des Rücktritts des WHO-Generaldirektors Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte der US-Außenminister Mike Pompeo, es sei „nicht die Zeit für einen Führungswechsel“, um zukünftige Möglichkeiten offen zu halten.
Pompeos Bemerkungen sind eine implizite Zustimmung für den Unterausschuss für Außenbeziehungen des US-Senats, der Tedros aufgefordert hat, vor einer Anhörung zu erscheinen und Chinas „öffentliche und gewaltsame Behinderung“ der COVID-19-Daten zu klären.
Es ist unwahrscheinlich, dass diese Art der Nötigung zum Erfolg führen wird. Erstens ist die Annahme, dass eine hohe US-Finanzierung es Washington erlauben, das Mandat der WHO zu diktieren, von Natur aus fehlerhaft.
Entgegen der Behauptung von Trump bestätigen offizielle Aufzeichnungen der WHO, dass die finanziellen Beiträge Washingtons nicht die Mehrheit der Organisation ausmachen. Zweitens reagierte die WHO auf Trumps finanzielle Drohungen, indem sie sich darauf vorbereitete, einen COVID-19-Finanzappell in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar zu lancieren - ein Beweis dafür, dass der Zwang der USA umgangen und die Unterstützung der Mitgliedsstaaten genutzt wurde.
Auch fruchtlose Vergleiche zwischen Chinas WHO-Beiträgen und den USA unterstreichen eine düstere Realität: Washingtons Wunsch, COVID-19 trotz kategorischer Einwände der amerikanischen Verbündeten, Chinas und der WHO selbst zu politisieren.
Es ist nur fair, darauf hinzuweisen, dass einige der führenden Berater von Trump auch alternative Institutionen zur WHO vorschlagen.
Sie zitieren das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS) als eine mögliche Option. Dieser Schritt zielt darauf ab, globale Gesundheitsvorschriften zu umgehen und einen Regierungsrahmen zu schaffen, der die US-Kritik an Beijing ohne jeglichen Widerstand unterstützt.
Einige der stärksten Befürworter dieser so genannten „Reformen“ sind ernannte Politiker im Nationalen Sicherheitsrat, die wild entschlossen sind, globale Gesundheitsdaten nach amerikanischem Gutdünken zu lenken.
„Es war in der Anfangsphase dieses Ausbruchs absolut entscheidend, [...] vor Ort zu sein und mit den Chinesen zusammenzuarbeiten, um dies zu verstehen“, sagte Dr. Bruce Aylward, leitender Berater des WHO-Generaldirektors und einer der führenden Autoritäten im Kampf gegen COVID-19. „Genau das haben wir auch mit jedem anderen schwer betroffenen Land wie z.B. Spanien getan. Das hatte mit China nichts speziell zu tun“. Daher stimmt die Äußerung Washingtons einfach nicht.
Washingtons Position in der WHO wird in scharfem Kontrast zum globalen Konsens stehen. Führende Staatsbeamte, Gesandte, globale Gesundheitsbehörden und US-Krankheitsexperten teilen bereits eine positive Einschätzung der Reaktion der WHO auf die COVID-19-Pandemie.
Dasselbe kann jedoch nicht über Washingtons eigene Leistung gesagt werden.
Bedenken Sie die Tatsache, dass die Bemühungen der USA, die globale Koordination zu kompromittieren, von rassistischen Vorstößen auf der G7 bis hin zu abrupten Reiseverboten gegen wichtige europäische Verbündete reichten.
Diese werden nun von „Wildwest“-Taktiken begleitet, um medizinische Transporte in die ganze Welt zu blockieren, die Hilfe für Nachbarländer zu stoppen und sich zu weigern, die Warnungen der WHO zu befolgen, dass eine vorzeitige Aufhebung der COVID-19-Beschränkungen ein „tödliches Wiederaufleben“ auslösen könnte.
Vor diesem Hintergrund würde eine Zurückhaltung der WHO-Finanzierung nur die kriminelle Fahrlässigkeit Washingtons in ihrer Gesamtheit bezeugen.
Anstatt zusammenzuarbeiten, um eine sich ausbreitende Pandemie zu beenden, ist die Trump-Administration damit beschäftigt, Präzedenzfälle zu schaffen, um herauszufinden, wer angefangen hat.