

Die wissenschaftlich-technologische Entwicklung läuft seit Jahren in der Stadt Shanghai auf Hochtouren. Was die Zahl der Patentanmeldungen betrifft, liegt die wirtschaftliche Metropole chinaweit inzwischen auf Platz zwei. Die Zahl der angemeldeten Erfindungen pro 10.000 Einwohner in Shanghai stieg im vergangenen Jahr auf 53,54. Die Stadtregierung zeigt sich daher davon überzeugt, dass die Zahl in diesem Jahr auf 60 anwachsen könnte, teilte das städtische Amt für geistiges Eigentum (IP) unlängst vor der Presse mit.
60 Patente pro 10.000 Einwohner sind Experten zufolge ein wichtiger Indikator für das Erreichen des Ziels, noch vor Ende des laufenden Jahres die chinesische Wirtschaftsmetropole zu einem IP-Zentrum in der asiatisch-pazifischen Region aufzubauen. Das Ziel wurde vor zehn Jahren von der Stadtregierung abgesteckt. Damals lag die Zahl der Patente pro 10.000 Einwohner in Shanghai nach Angaben von Rui Weibiao, Direktor des städtischen Amts für geistiges Eigentum, lediglich bei 10,4.
“Die Zahl der Patentanmeldungen konnte aber im vergangenen Jahrzehnt jährlich im Durchschnitt ein zweistelliges Wachstum beibehalten. Auch das Steigerungstempo im ersten Quartal des laufenden Jahres ließ erkennen, dass wir in diesem Jahr das erwähnte Ziel mit Sicherheit erreichen können“, sagte Rui am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Shanghai.
Gemessen an der Zahl der patentierten Erfindungen pro 10.000 Einwohner nimmt Shanghai unmittelbar nach Beijing landesweit den zweiten Platz ein. Seit fünf Jahren führt die chinesische Haupstadt die nationale Rangliste an.
Die Zahl der gültigen Erfindungen lag im vergangenen Jahr in Shanghai offiziellen Angaben zufolge bei 129.800. Das sind 12,88 Prozent mehr als im Jahr 2018, teilte das Amt für geistiges Eigentum mit.
Rui Weibiao sprach in diesem Zusammenhang von einem auf die so genannte Synergieeffekte zielenden Ansatz bei der patentgeschützten Entwicklung des Forschungspotenzials in Kombination mit innovationsorientierten Strukturfonds- und anderen Förderprogrammen in der wirtschaftlichen Metropole.
Im vergangenen Jahr wurden insgesamt neun Unternehmen und Forschungsinstitutionen, darunter der Flugzeughersteller CACC (Commercial Aircraft Corporation of China), das chinesische Unternehmen für Mikroherstellungsverfahren und das Shanghaier Pharmaunternehmen MicroPort Medical (Group), mit dem Shanghaier Innovationspreis ausgezeichnet. Der Preis wurde von der Stadtregierung und der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) gemeinsam verliehen.
Rui sagte, ein IP-Zentrum bedeute auch, dass ausländische Unternehmen bereit seien, ihre Streitigkeiten über die IP-Rechte in dieser Stadt beizulegen. Deshalb wurde im Jahr 2014 das Shanghaier Gericht für das geistige Eigentum eingerichtet. Dabei handele es sich um den ersten Gerichtshof seiner Art in China, so der Direktor des Amts für geistiges Eigentum.