Wie sollen wir heutzutage über das Auslandsstudium denken

2022-01-07 10:35:07


Foto von Visual People

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In zwei Monaten wird Liu Yikun sein Masterstudium am King's College London abschließen. Er hat schon beschlossen, in China eine Arbeit zu suchen. In der letzten Woche des Jahres 2021 hat er sechs Vorstellungsgespräche absolviert. Er macht jetzt gerade ein Praktikum in einer Firma in Shanghai und wartet auf „eine gute Nachricht".

Es ist gerade in China eine neue Saison für die Arbeitssuche, wegen der Pandemie ist die gegenwärtige Situation noch schwieriger als im vergangenen Jahr. Die Situation, mit der Liu Yikun konfrontiert ist, sollten viele im Ausland studierenden Chinesen auch ernst nehmen. Vor ihrer Reise ins Ausland hatten sie noch gedacht, dass sie nach ihrem Studium in China bestimmt eine bessere Arbeit finden können. Aber heute sieht das ganz anders aus.

Im Jahr 2017 ging Liu Yikun für sein Studium nach Großbritannien, wo er sowohl seinen Bachelor als auch seinen Master im Bereich Finanzen machte. Um sich für seinen Master-Abschluss zu bewerben, hatte er mehr als ein Jahr in der Bibliothek verbracht und den Kopf in harte Arbeit gesteckt. „Es hat viel harte Arbeit gekostet, einen solchen Sprung zu machen. Das Studienleben im Ausland ist nicht so einfach, wie manche Leute denken. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man den ganzen Tag lang in der Bibliothek bleibt“, gibt Liu Yikun zu bedenken.

Seine Entscheidung, zum Arbeiten nach China zurückzukehren, war ein Lebensplan, den er schon früh gefasst hatte. „Warum ich ein Studium im Ausland mache? Da ich eine vielfältige Kultur erleben will. Es soll mir helfen.“ Seiner Meinung nach kann er relativ einfach eine gute Arbeit in China bekommen, weil er sein Studium in Großbritannien gut genug abgeschlossen hat. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen stellte er jedoch fest, dass er „zu optimistisch“ war.

Bei einer Umfrage „Ist es normal, dass die im Ausland Studierenden in China mit einem Gehalt von 6.000 Yuan RMB (etwa 840 Euro) anfangen?“ haben die meisten Menschen mit „Nein“ geantwortet. Aber ehrlich gesagt, für einen Anfänger ist dieses Gehalt in China schon nicht niedrig. Aber man hat ein paar Berechnungen angestellt: Die Kosten für ein einjähriges Masterstudium in Großbritannien belaufen sich etwa auf 200.000 Yuan RMB für Studiengebühren und 120.000 Yuan für Lebenshaltungskosten. Die Gesamtkosten betragen ungefähr pro Jahr 400.000 Yuan, das sind rund 56.000 Euro. Deshalb haben sich viele gefragt: Wenn man so wenig bei der Arbeit verdient, lohnt es sich dann überhaupt, ins Ausland zum Studieren zu gehen.

Dazu erklärte Shen Wenqin, Professor an der Universität Peking: „Betrachtet man die rein finanziellen Vorteile eines Auslandsstudiums, so wird das Preis-Leistungs-Verhältnis immer schlechter. Aber die Auswirkungen eines Auslandsstudiums auf die persönliche Entwicklung, die Charakterbildung usw. lassen sich nicht in Geldwerten messen.“   

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