
„Nach einer 95-tägigen Pause dürfen wir endlich an den Ableger für Aussichtsboote zurückkommen“, sagt Liao Zhicheng, Mitarbeiter des Unternehmens Jianghan Chaozong, das Besichtigungsschifffahrten auf dem Jangtse und dem Hanjiang in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durchführt. Wegen der COVID-19-Epidemie musste das Unternehmen ab dem 21. Januar alle Ausflugsboote stehen lassen. Im Zuge der allmählichen Entspannung der Krise dürfen seit Montag wieder Aussichtsfahrten durchgeführt werden.
In einem Gespräch mit der Tageszeitung „Chinas Jugend“ sagt Liao Zhicheng, der wegen der Stilllegung der Wassertouren seit Monaten als Freiwilliger in einer Wohnsiedlung arbeitete: „Alle Mitarbeiter unserer Bootsfahrt-Firma wurden vor mehreren Tagen über die Wiedereröffnung informiert. Wir bereiten uns derzeit unentwegt auf die Wiederaufnahme der Aussichtsfahrten vor. Alle Sightseeing-Boote sind mittlerweile desinfiziert worden.“
Nach der Inbetriebnahme fänden die Besichtigungsfahrten vorerst lediglich zwischen 19 und 20 Uhr statt, so Liao weiter. Es sei jedoch eine allmähliche Normalisierung der Besichtigungszeit zu erwarten.
Die Route der Sightseeing-Wassertouren hat sich im Vergleich zu vor der Epidemie nicht verändert. Sie zeigen die drei Stadtteile Wuchang, Hankou und Hanyang der Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan aus einer ungewöhnlichen und faszinierenden Perspektive. Auch die Kranichpagode, auf Chinesischen „Huanghe Lou“, die auf dem Sheshan-Berg am Nordufer des Jangtse steht, können die Touristen vom Besichtigungsboot aus erleben. Im Verlauf der Besichtigungstour kann überdies ein eindrucksvolles Lichtspektakel an beiden Ufern bewundert werden.
Um die Gesundheit und Sicherheit der Touristen zu gewährleisten, hat das Unternehmen etliche gezielte Maßnahmen ergriffen. Liao Zhicheng erklärt, sowohl die Buchung als auch der Fahrschein-Verkauf erfolgten kontaktlos. Touristen könnten einen QR-Code scannen, der direkten Zugang zum Online-Ticketverkauf biete. Mit diesen E-Tickets könne man dann problemlos an Bord gehen.
„Am Ableger für Besichtigungsschiffe werden wir die Körpertemperatur der Touristen messen“, so Liao weiter. Außerdem müssten die Fahrgäste vor dem Einstieg ins Boot einen Gesundheits-Code zeigen, um das Risiko einer Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu senken. Der Gesundheits-Code, der anhand von Big Data Informationen über das Risiko einer COVID-19-Infektion gibt, spielt heutzutage eine wachsende Rolle bei der Wiederaufnahme des Schulunterrichts und der Arbeit.
Liao erklärt weiter: „Sicherheitshalber müssen alle Touristen an Bord eine Atemschutzmaske tragen. Die Innenräume des Schiffes bleiben vorerst geschlossen. Die Fahrgäste können auf dem Deck die abendliche Landschaft an beiden Ufern bewundern.“ Um zu große Menschenansammlungen zu vermeiden wird außerdem die Zahl der Fahrgäste strikt beschränkt. Vorläufigen Vorschriften zufolge darf die Zahl der Insassen maximal 30 Prozent der Beförderungskapazität in normalen Zeiten betragen.