

Forscher der Chinesischen Akademie der Naturwissenschaften erklärten, mit dem leistungsfähigen Teleskop könnten die Aktivitäten der Sonne genau beobachtet werden.
Das CLST hat einen Spiegel-Durchmesser von 1,8 Meter und wurde vom Forschungsinstut für Optik und Elektronik der Chinesischen Akademie der Naturwissenschaften entwickelt. Bei einem Probeeinsatz habe das Sonnenteleskop bereits am 10. Dezember des vergangenen Jahres durch eine eingebaute Kamera die ersten hochauflösenden Bilder der Sonnenatmosphäre eingefangen, hieß es in einer Mitteilung der Akademie.
Bereits seit Jahren streben mehrere Länder an, Sonnenteleskope mit Spiegel-Durchmessern von zwei Metern oder mehr zu bauen. Zu den weltgrößten Anlagen gehören das GST in den USA mit 1,6 Meter und das GREGOR in Deutschland mit 1,5 Meter. Außerdem gibt es in den USA ein vier Meter großes Sonnenteleskop namens DKIST, das jedoch noch nicht in Betrieb genommen wurde, während das europäische vier Meter große Teleskop EST sich noch in der Entwicklungsphase befindet.
Professor Tian Hui, Direktor des Labors für die Erforschung von Sonnenaktivitäten der Chinesischen Akademie der Naturwissenschaften, sagt: „Die wesentlichen Aufgaben der bodengebundenen großen Teleskope sind in erster Linie, die exakten Strukturen und die dynamischen Eigenschaften der Photosphäre und Chromosphäre der Sonne zu beobachten. Dies dient dazu, unser Wissen über die Entstehung und Entwicklung des solaren Magnetfelds zu vergrößern.“
Bisherige Forschungen haben ergeben, dass das solare Magnetfeld die Sonnenatmosphäre täglich unterschiedlich formt. Dies geschieht unter anderem durch sich bewegende Strukturen auf der Sonnenoberfläche, die Strahlungsexplosionen und Materienströme kreieren, die Zehntausende Kilometer ins All hinaus rasen.
Professor Tian Hui zufolge wird China demnächst einen Satelliten ins All schicken, der eigens für die Beobachtung der Solaraktivitäten konzipiert worden sei. Dann werde man noch mehr Erkenntnisse über die Sonnenkorona, die Übergangszone der Sonne sowie die UV- und Röntgenstrahlung auf der Chromosphäre gewinnen, so Tian. Da die beiden Strahlungen der Sonne fast vollständig von der Erdatmosphäre aufgenommen würden, habe dies jegliche bodengebundene Beobachtung bislang unmöglich gemacht.
Der Forscher geht davon aus, dass sich im Zuge der zunehmend höheren Präzision der Teleskope viele große Rätsel der Sonne allmählich lösen lassen, wie die Ursache der elfjährigen Periode der Sonnenaktivitäten, die äußerst hohen Temperaturen der Sonnenkorona und die Mechanismen der Strahlungsexplosionen.