
Die COVID-19-Epidemie wirkt sich auf viele Branchen negativ aus. 80 Prozent der Buchhandlungen in China machen derzeit eine schwere Zeit durch. Um ihren Umsatz zu steigern, haben sich viele Buchhandlungen entschieden, Online-Aktivitäten zu organisieren, um dadurch Leser zu gewinnen. Gewinn bringen diese Aktivitäten aber kaum. Auch die Gastronomie und der Verkauf kultureller Produkte stehen durch das neuartige Coronavirus vor einigen Schwierigkeiten und Einschränkungen.
Angesichts dessen haben die Stadtregierung von Beijing und der Online-Essenslieferant Meituan nun ein Rahmenabkommen unterzeichnet, wonach 72 Beijinger Buchhandlungen auf der Online-Plattform von Meituan zugelassen werden, um dort ihre Bücher zu verkaufen. Zu diesen Buchhandlungen gehören unter anderem große Buchhändler wie das Beijing Book Building und die Xinhua-Buchhandlungskette sowie traditionelle private Buchhandlungen wie Sanlian Taofen und CITIC.
Die von Meituan aufgenommenen Buchhandlungen werden in einem auffälligen Teil der App angezeigt, sodass Verbraucher sie schnell finden können. Die Bestellung läuft wie bei den Speisen der App sehr schnell ab. Die Kosten für eine Auflistung in der App, werden den Buchhandlungen von Meituan erlassen und auch die Servicegebühren fallen geringer aus, als bei Essensbestellungen. Meituan will auf diese Weise mit den Buchhandlungen zusammen ein neues Geschäftsmodell etablieren und den Profit steigern.

Pageone ist eine der Buchhandlungen, die bald auf der Meituan-App angezeigt werden. Chen Peng, der Generalmanager der Beijinger Buchhandlung, sagt, es sei in dieser Situation eine gute Möglichkeit für Buchhandlungen. Durch Kurierlieferungen könne der Abdeckungsbereich der Buchhandlungen auf drei bis fünf Kilometer ausgeweitet werden. Er will, dass Pageone den Kunden differenzierte Buchsorten anbietet, die sich von den Büchern großer Online-Buchhändler wie Dangdang und JD.com unterscheiden.
Als eine von drei Pageone-Filialenin Beijing zieht die Filiale auf der Qianmen-Straße im Stadtzentrum der chinesischen Hauptstadt die meisten Kunden aus dem ganzen Land an. Früher gab es dort etwa 2.000 bis 3.000 Kunden am Tag. Jetzt sind es täglich nicht einmal mehr 100 Personen, die die Buchhandlung betreten.
Zum Einfluss der COVID-19-Epidemie sagt Chen Peng, die negativen Auswirkungen der Epidemie auf Buchhandlungen würden noch eine Weile anhalten. Der Online-Verkauf durch das Kooperationsmodell mit Meituan könne die Geschäftskrise ein wenig entschärfen und den Betriebsdruck bis zu einem gewissen Maß senken. Er hatte zuvor bereits Akademiker aus Museen eingeladen, die per Livestream Kunstvorträge hielten. Dies hat auch dazu beigetragen, mehr Kunden zu gewinnen.