
Das Team für endotracheale Intubation im Tongji-Krankenhaus Wuhan wird als „Himmelfahrtskommando“ bezeichnet
In vielen Krankenhäusern in Wuhan, dem Epizentrum der COVID-19-Epidemie, wird das Ärzteteam für die endotracheale Intubation als „Himmelfahrtskommando“ bezeichnet. Sie kämpfen um eine Chance für mit COVID-19 infizierte Patienten. Für diese Chance sind sie einer Ansteckungsgefahr jedoch näher als alle anderen. Viele Ärzte sind der Meinung, dass es wert ist, dieses Risiko einzugehen.
Die Ärzte wissen, dass der gefährlichste Körperteil eines Patienten mit COVID-19 sein Mund ist. Wenn der Patient seinen Mund öffnet, wird ein Aerosol mit hochgradigem Virus ausgestoßen. Die Ärzte für endotracheale Intubation sind nur zwanzig bis dreißig Zentimeter davon entfernt. Sie müssen daher sorgfältig und mutig vorgehen.
Liu Yufeng arbeitet seit 19 Jahren in der Anästhesie-Abteilung im 1. Krankenhaus Wuhan. Er hat bei mehr als 10.000 Patienten eine endotracheale Intubation durchgeführt, trotzdem ist er derzeit manchmal nervös. Er sagt, seine Hände zitterten, als ob er die Technik gerade erst erlerne.
Für Anästhesisten ist endotracheale Intubation eine Basis-Fähigkeit. Sie führen einen 26 Zentimeter langen Endotrachealtubus mit einem Innendurchmesser von sieben Millimetern durch den Mund des Patienten in die Luftröhre ein. Für Kinder ist die Röhre noch dünner. Dieser Eingriff ist wie der letzte lebensrettende Strohhalm für die Patienten. Luo Mengqiang, Anästhesistin aus dem Huashan-Krankenhaus Shanghai, ist nach dem Ausbruch der Epidemie nach Wuhan gegangen und arbeitet nun im Tongji-Krankenhaus Wuhan. Sie sagt, schwer an dem Virus erkrankte Patienten litten oft unter Atemnot und refraktärer Hypoxämie. Eine endotracheale Intubation sei ihre letzte Chance.
Für diese Chance hat die Anästhesie-Abteilung des 1. Krankenhauses Wuhan extra einen eigenen Arbeitsablauf ausgearbeitet. Der Anästhesist Wang Jiafang war an der Ausarbeitung beteiligt. Er hat unter Verweis auf die Methoden von anderen Krankenhäusern die Zeiten gekürzt. Die benötigten Arzneimittel werden zum Beispiel immer parat gehalten, um Zeit zu sparen. Er sagt: „Wir möchten unseren Ablauf verkürzen und effizienter machen, weil die Patienten nicht lange darauf warten können. Wir möchten alles tun, um den Patienten mehr Hoffnung zu geben.“

Die Anästhesisten führen gerade eine endotracheale Intubation für einen Patienten durch
Die Anästhesisten ergreifen die strengsten Vorbeugungsmaßnahmen. Neben Schutzanzügen, Schutzbrillen und Atemschutzmasken wurde die einzige Positivdruck-Vollmaske des Krankenhauses der Anästhesie-Abteilung zugeteilt. Aufgrund des Unterschieds des Luftdrucks ist es fast unmöglich, dass Viren in die Maske dringen. Sie ist außerdem mit einem Belüftungssystem verbunden, um das reibungslose Atmen der Ärzte zu ermöglichen und zu vermeiden, dass die Brille beschlägt.
Vor dem ersten Dienst nach dem Ausbruch der Epidemie haben Liu Yufeng und sein Partner bis zur 22 Uhr in der Nacht geübt. Sie haben sich mit allen Instrumenten vertraut gemacht, alle Ausstattungen und Arzneimittel gezählt und alle Notfälle durchgespielt. Am 16. Februar haben sie ihre erste endotracheale Intubation für einen Patienten mit COVID-19 reibungslos durchgeführt. Nach dem Ablegen seines Schutzanzugs war Liu Yufeng erleichtert und erst da entdeckte er, dass er völlig verschwitzt war.
Während des Eingriffs gibt es viele Risiken. Die Ärzte machen sich Sorgen um plötzlichen Herzstillstand und Hustenreflex. Auch viel Speichel im Mund der Patienten stellt ein großes Problem dar. Sie möchten durch ihre Technik und Hilfe die Sauerstoffsättigung der Patienten normal halten, wenn deren Lungenfunktion am schlechtesten ist. Viele Patienten haben sich nach der Intubation und folgenden Behandlungen wieder erholt und wurden später von der Röhre befreit. Dies hat Luo Mengqiang und seine Kollegen sehr ermutigt. Er sagt: „Wir kämpfen um eine Chance für ein weiteres Leben der Patienten.“