Dokumentarfilm „Chinesische Ärzte“ findet großen Anklang bei Zuschauern

2020-02-19 08:00:00

In China besuchen täglich über 20 Millionen Menschen Krankenhäuser. Die Belegschaft der Krankenhäuser und Ärzte stehen daher unter enormem Druck. Chinesische Ärzte sind beruflich überlastet und bekommen oft wenig Verständnis von Patienten. Vor kurzem wurde der neunteilige Dokumentarfilm „Chinesische Ärzte“, im chinesischen Fernsehen gesendet. Dokumentiert werden im Film das Leben und die Arbeit von Ärzten in sechs großen chinesischen Krankenhäusern. Die Ausstrahlung während der Epidemie des Coronavirus COVID-19 sorgte für große Sympathie für die Ärzte.

Im ersten Teil des Fernsehfilms teilt Zhu Liangfu, Chefarzt der Abteilung für Hirngefäßerkrankungen des Volkskrankenhauses der Provinz Henan, seine eigenen Erlebnisse mit.

Einmal rief ihm die Frau eines verstorbenen Patienten zu: „Ich möchte Sie in Stücke zerreißen!“ Weiter sagte sie: „Ich habe neuerdings Bluthochdruck und möchte mich bei Ihnen behandeln lassen.“

„Die Patienten lassen sich von dir behandeln, das heißt aber nicht, dass sie sich nicht beklagen würden“, sagt Zhu Liangfu mit einem bitteren Lächeln.

In China sind Herz-und Hirngefäßerkrankungen die Ursache für die meisten Todesfälle. Dabei handelt es um Notfälle, die Behinderungen oder sogar den Tod zur Folge haben könnten, wenn der Patient nicht rechtzeitig behandelt wird. Viele große Krankhäuser haben dafür einen „grünen Kanal“ eröffnet. Der Film zeigt eine 83-jährige Hirninfakt-

Patientin, die innerhalb von nur 12 Minuten behandelt worden ist.

Nach der Operation fuhr Zhu Liangfu mit seinem E-Bike nach Hause. Er unterhielt sich mit seiner älteren Tochter am Esstisch, warf einen Blick auf seine jüngere Tochter und erhielt schon wieder einen Notruf. Er zog seinen Mantel an, rannte aus der Haustür und fuhr mit dem Taxi zurück ins Krankenhaus.

Zhu Liangfu macht sich manchmal auch Sorgen, tot umzufallen wegen Stress und wegen der unregelmäßigen Arbeits- und Ruhezeiten. Er dürfe aber nicht sterben, weil er Verantwortung für seine Familie und seinen Beruf trage, meint Zhu. Laut Zhu dauert es ungefähr 25 Jahre, um Chefarzt zu werden. Er sei erst 44 Jahre alt, es sei eine Verschwendung von Ressorcen, wenn er schon jetzt sterben würde,“ meint Zhu.

Wang Dongjin ist Leiter der Abteilung für Herz-und Thorax-Chirurgie im Nanjinger Gulou-Krankenhaus. Er hat das ganze Jahr über keinen Urlaub genommen. Um 8 Uhr beginnt Wang seine Arbeit. Täglich hat er drei Operationen. In mehr als 30 Jahren hat Wang mit seinem Team zehntausend Herzoperationen durchgeführt und erhält daher den Titel Experte für „Herzbombenräumung“.

Es dauerte von der Planung über die Dreharbeiten bis hin zur Nachproduktion insgesamt zwei Jahre. Regisseurin Zhang Jianzhen sagte, sie habe den Film mindestens 20 Mal gesehen und fühle sich immer noch berührt von den Worten und Taten der Ärzte, die im Alltag oft vernachlässigt werden.

Zhang Jianzhen will aufgrund ihrer eigenen Krankenhauserlebnisse die Gutherzigkeit und die zwischenmenschliche Wärme in ihrem Film zeigen. Da ihre Eltern ein Jahr lang schwerkrank waren und stationär behandelt werden mussten, sind Ärzte für sie Lebensretter. Sie hat gesehen, wie eng Patienten und Ärzte voneinander abhängen.

Der Fernsehfilm hat großen Anklang bei den Zuschauern gefunden. Regisseurin Zhang Jianzhen hofft, dass chinesische Ärzte dadurch mehr Verständnis und Vertrauen gewinnen würden. Denn das gegenseitige Vertrauen zwischen Patienten und Ärzten sei Grundlage für eine harmonische Gesellschaft, meint Zhang.

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