Shanghai: Zusätzliche Schichtarbeiter für Mundschutzproduktion

2020-02-07 13:36:39

Was ist zurzeit die begehrteste Ware in China? Mundschutz! Alle betreffenden Produktionsstätten sind im ganzen Land Tag und Nacht in Betrieb, um die riesige Nachfrage zu decken. Eine Mundschutzfabrik im Shanghaier Stadtbezirk Songjiang hat seit ein paar Tagen zusätzliche Teilzeitarbeiter für die Schicht am Abend: sie sind Finanzdirektoren, Existenzgründer, Studenten, Senioren und sogar Hörgeschädigte. Sie fahren von entlegenen Orten zur Fabrik, um die ganze Nacht Mundschutze zu produzieren.

Die Fabrik gehört dem Shanghaier Unternehmen für medizinische Instrumente namens MEDICOM. Viele Fabrikarbeiter sind zum Frühlingsfest in die Heimat gereist und konnten wegen der Epidemie nicht rechtzeitig an die Arbeitsstätte zurückkehren. Es mangelte der Fabrik an Arbeitskräften, um die Produktionskapazität voll zu entfalten. Als Zhou Rong, die sich in einer lokalen gemeinnützigen Organisation engagiert, davon erfahren hat, veröffentlichte sie sofort online ein Gesuch nach Freiwilligen für die Nachtschicht. In kürzester Zeit füllte sich die Wechat-Gruppe für Freiwillige mit mehr als 300 Menschen. Schon nach wenigen Minuten waren 20 Freiwillige für die erste Nacht gefunden.

Um sieben Uhr abends begann die Schulung. Die 20 freiwilligen Teilzeitarbeiter ziehen sich Schutzkleidung, Mundschutz, Haarschutz und Schuhüberzug an. Dann kommen die Ohrstöpsel dran, denn es ist laut in der Fertigung. Anschließend gehen sie mit den offiziellen Arbeitern der Fabrik an die Fließbänder.

„Alle 35 Minuten werden 1600 Mundschutze produziert. Ich arbeite hier zwölf Stunden. Das sind dann 28800 Stück.“ So erzählte uns der 48jährige Sun Jian. Er ist hörgeschädig. „Ich will nur, dass die Epidemie möglichst schnell vorbei ist“, sagte Sun.

Zhang Chengyao und seine Frau haben sich beide als Freiwillige gemeldet. „Die Bilder aus den Kranenhäusern im Fernsehen sind herzreißend. Medizinische Fachkräfte kämpfen ums Leben. Wir normale Menschen wollen auch unsern Beitrag leisten.“

Zwölf Stunden sind vorbei. Die freiwilligen Nachtschichtarbeiter verlassen die Fabrik. Das Ergebnis: 300.000 Mundschutze. Ein anderes Team an Freiwilligen übernimmt nun. Es besteht aus Beamten der lokalen Behörden und Unternehmensvertretern der Gemeinde. Die Produktionsmenge der Fabrik ist bereits auf eine Million Stück pro Tage gestiegen.

Zur Startseite

Das könnte Sie auch interessieren