Fachzeitschrift „The Lancet“: Trump soll CDC wiederbeleben

2020-05-17 19:34:24

Die weltbekannte Fachzeitschrift „The Lancet“ hat in einem Kommentar die US–Regierung aufgefordert, dem US–Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) seine Befugnisse zurückzugeben.

Angefangen hat der Artikel mit der Tatsache, dass die Reaktionen einzelner US–Bundesstaaten auf COVID–19 weder einheitlich noch konsequent seien. Es gab bis zum 12. Mai mehr als 1,3 Mio. Infizierte in den USA. 80.684 Menschen starben an der Erkrankung.

Die Funktion von CDC wird laut dem Artikel inmitten der Corona–Krise jedoch minimiert. Die eigentliche federführende Einrichtung im Kampf gegen die Pandemie ist leider zu einer Beratungsanstalt degradiert worden. Daran erkennt man die angespannten Beziehungen zwischen dem CDC und der US-Regierung. Der Artikel zitiert die Washington Post, wonach der Leiter des Krisenstabs für COVID–19 die Daten des CDCbezweifelt. Das erklärt, warum das US–CDC auf so eine Drohung der öffentlichen Gesundheit so schlecht vorbereitet ist.

Der Artikel blickt auf die Geschichte des Zentrums seit seiner Gründung 1946 zurück und bezeichnet die Einrichtung als weltweit anerkannt. Sie habe der Welt Gesundheitsorganisation geholfen die Pocken zu besiegen. Jedoch kürzen die konservativen Politiker immer wieder den Haushalt der Einrichtung, so dass ihre Fähigkeiten immer wieder geschwächt werden.

Im Juli 2019 beorderte das Zentrum seine Angestellten aus China zurück. Nach dem Ausbruch von COVID-19 konnte das Zentrum Daten also nicht effektiv erheben. CDC–Fachleuten, die die Öffentlichkeit zur Vorsicht mahnten, wurde die Teilnahme als Sachverständige bei Pressekonferenzen im Weißen Haus verweigert.

Der Artikel schreibt, ein geschwächtes Zentrum sei das Gegenteil von dem, was die USA im Kampf gegen die Coronakrise dringend bräuchten. Das CDC brauche einen Leiter, der uneingeschränkt und frei seiner Fachfunktion nachkommen könne, so The Lancet.

Zum Schluss sendet der Artikel ein Warnsignal an die US–Regierung: Man dürfe sich nicht in die Sicherheit der öffentlichen Gesundheit aus Interessen der politischen Parteien einmischen.

Der Kommentar von The Lancet wird von manchen westlichen Medien als einen Ruf interpretiert, Donald Trump abzuwählen und Zentren für Krankheits-Kontrolle und Prävention zu unterstützen.

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