London
Die Nachrichtengruppe des Medienmagnaten Rupert Murdoch ist an der Erfindung der Verschwörungstheorien um das neuartige Coronavirus beteiligt gewesen, um US-Präsident Donald Trump bei seiner Wiederwahl zu helfen. Dies erklärte der ehemalige australische Premierminister Kevin Rudd am Freitag in der britischen Zeitung „The Guardian“.

Die Quelle des neuartigen Coronavirus sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt, so der Beitrag weiter. Doch die Falschmeldungen über ein sogenanntes „Intelligenz-Dossier“ des Labors in Wuhan würden in allen Medien von Murdochs Nachrichtengruppe verbreitet, in der Hoffnung, Trumps Wahlkampagne zu unterstützen.

Das „Intelligenz-Dossier“ ist dem Bericht von „The Guardian“ zufolge bereits von der „Fünf-Augen“-Allianz widerlegt worden, da sich die Geheimdienste von politischen Debatten fernhalten sollten.
In dem Artikel hieß es weiter, die Medien der Nachrichtengruppe hätten Lügen in Fakten verwandelt, während glaubwürdige Nachrichten herabgewürdigt, ignoriert oder angegriffen worden seien. Diese Medien seien besessen von dem Vergnügen, sogenannte „große Nachrichten“ zu veröffentlichen, ungeachtet der grundlegenden Verantwortung der Medien, die Öffentlichkeit vor Täuschung zu schützen. Einige Journalisten glaubten, dass sie sich auf eine unmittelbare Sicherheitsbedrohung vorbereiteten. In Wirklichkeit schadeten sie aber den langfristigen Interessen ihres Landes.

„The Guardian“ hatte zuvor bereit seine Informationsquelle zitiert, wonach es keinen Beweis dafür gebe, dass das neuartige Coronavirus vom Institut für Virologie Wuhan stamme. Die Quelle wies darauf hin, dass der 15-seitige Untersuchungsbericht der australischen Zeitung „Daily Telegraph“, in dem China beschuldigt wurde, die Epidemie absichtlich vertuscht zu haben, nicht vom Geheimdienst der „ Fünf-Augen“-Allianz stamme.
Der Bericht stamme demnach aus öffentlichen Open-Source-Informationen, während „The Guardian“ in Berufung auf die Quelle berichtete, dass die Informationen wahrscheinlich ursprünglich aus den USA stammten und das Ziel hätten, eine negative öffentliche Meinung zu schaffen und Druck auf China auszuüben.