
London/Berlin
Der uralte Erregerstamm des neuartigen Coronavirus ist zwar in Wuhan zu entdecken, hat sich aber nicht in der chinesischen Stadt verbreitet.
Dies stellten britische und deutsche Forscher der britischen Cambridge University in einer Abhandlung fest, die auf dem renommierten US-Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America”(PNAS)veröffentlicht wurde.
Die Forscher haben zuerst ein Fledermaus-Coronavirus, das zu 96,2 Prozent dem von Menschen übertragbaren Virus ähnelt, als Erregerstamm vom Typ A definiert, das ursprüngliche neuartige Coronavirus also. Die Studie hat ergeben, dass die durch den Erregerstamm vom Typ A ausgelösten Infektionen konzentriert in den USA und Australien aufgetreten seien. Die meisten Erregerstämme in Wuhan und in Ostasien gehörten zum Typ B, eine Variante des Typs A. Sie hätten sich nicht in der Stadt ausgebreitet. Eine weitere Variante, der Typ C, sei nicht auf dem chinesischen Festland entdeckt worden und vor allem in Europa, aber auch in Singapur, Hongkong und Taiwan vorgekommen.
Es sei das erste Mal, dass DNA-Analysetechniken, die bislang zur Erforschung von prähistorischen Migrationsbewegungen der Bevölkerung dienten, genutzt wurden, um den Infektionsweg eines Coronavirus wie COVID-19 ausfindig zu machen, hieß es in der Studie.
Der erste Autor der Abhandlung, Dr. Peter Forster, erklärte, zur Zeit sei der Ursprung des Virus noch immer unklar. Doch seine Studie habe ergeben, dass die ersten Infektionen von Menschen in dem Zeitraum vom 13. September bis 7. Dezember 2019 stattgefunden hätten.