
Washington
Brett Crozier ist im US-Internet als Held gefeiert worden.
Der Kommandant des vom neuartigen Coronavirus betroffenen US-Flugzeugträgers USS “Theodore Roosevelt” wurde wegen eines Beschwerdebriefs seines Amtes enthoben. Als Begründung wurde angegeben, dass Crozier ein “schlechtes Urteilsvermögen” gezeigt habe.
Einem Bericht der US-Zeitung “San Francisco Chronicle” zufolge hatte der Roosevelt-Kapitän Ende März an die Marineführungsstäbe für den Pazifik sowie an die Zentrale im Pentagon geschrieben. In dem Brief wies er darauf hin, dass es an Bord seines Schiffes notgedrungen beengt zugehe, es gemeinsame Duschräume, Sanitäreinrichtungen, Speisesäle und Gruppenschlafquartiere gebe und man die Regeln des Social Distancing nicht einfach umsetzen könne. Wegen Coronafällen wolle er sein Schiff räumen lassen. “Wir befinden uns nicht im Krieg. Es müssen keine Seeleute sterben”, schrieb Crozier.
Beim Verlassen seines Schiffe wurde Kapitän Crozier von den Besatzungsmitgliedern umjubelt und ihm wurde applaudiert.
In der US-Öffentlichkeit stößt der Beschluss des Pentagongs auf Kritik, während Crozier für seine Taten gelobt wurde. Die “New York Times” schrieb in einem Artikel, “die einfachen Soldaten haben einen Chef bewundert, der ihr Leben über seine berufliche Karriere setzt.”
Auch in den amerikanischen sozialen Netzwerken wird Crozier als Held gefeiert. Er sei sich völlig über Risiko und Verlust im klaren und habe trotzdem das Richtige getan, schrieb ein US-Internetuser.