Washington
Mehrere US-Parlamentarier haben vor dem Ausbruch der COVID-19-Epidemie in den USA Aktien für ihre privaten Interessen verkauft.

Wie US-Medien berichteten, hatte Richard Burr, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des US-Senats und Republikaner im US-Kongress, vor dem Ausbruch der Epidemie und dem Zusammenbruch des Aktienmarktes Anfang Februar gesagt, die Epidemie sei vermeidbar und kontrollierbar, während er gleichzeitig eine große Anzahl an Aktien verkauft habe.
Einer vom Radiosender NPR enthüllten Audioaufnahme zufolge hat Burr bereits am 27. Februar bei einer privaten Versammlung davor gewarnt, dass das COVID-19 „ansteckender als jedes Virus in der modernen Geschichte sein könnte“. Die Epidemie „wird sich so ausbreiten wie die Grippe von 1918.“ Burr warnte die anwesenden Unternehmer nicht nur vor der Schließung von Schulen und dem Einsatz von Streitkräften, sondern auch davor, europäische Reisepläne zu überdenken.
Eine öffentliche Warnung gab Burr jedoch nicht. Diese kam erst 13 Tage, als das US-Außenministerium die US-Amerikaner warnte, nicht nach Europa zu reisen.
Burr habe während der Epidemie regelmäßig an Briefings des Senats über das neuartige Coronavirus teilgenommen, so die US-Berichte weiter. Die dabei erhaltenen Informationen seien zu verzögerten und betrügerischen Berichten über die Epidemie geworden. Sie seien zu einem Werkzeug für Politiker geworden, um ein Vermögen zu machen.
Folgerecherchen der „New York Times“ ergaben, dass Burr in den Wochen vor dem Börsencrash seine Aktien verkauft hatte. Am 13. Februar habe er persönliche Aktien im Wert von 628.000 bis 1,72 Millionen US-Dollar in 33 verschiedenen Geschäften verkauft.
Derzeit werden mindestens drei weitere Top-Senatoren beschuldigt, geheime Informationen genutzt zu haben, um vor dem Börsensturz Aktien zu verkaufen.
